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Foto: imago | HMB-Media

"Ich habe Morddrohungen bekommen" – Das ultimative Jennifer Rostock-Interview

Julius Wußmann

Julius Wußmann

Anlässlich ihres 10-Jährigen haben wir mit Jennifer Rostock einen Kuchen gebacken und über den "Hengstin"-Beef, AfD-Shitstorm und ein 3-Stunden-Gespräch mit Böhse Onkelz' Stephan Weidner geredet. Am Ende wurden wir als "verfickte Idioten" beschimpft.

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Jennifer Rostock waren nie eine Band, die ihre Meinung hinter geschlossenen Türen vor sich hinmurmelt. Lieber klare Ansagen machen. Dass sie etwa auf ihren Konzerten keine Leute mit Shirts der Bands Böhse Onkelz oder Frei.Wild sehen wollen. Oder nicht zum Echo gehen und zum Boykott aufrufen, weil dort eben auch letztere rumspringen und man lieber ein Statement setzen will.

Voriges Jahr legten sich Jennifer Rostock dann durch den AfD-kritischen Song "Wähl die AfD" mit den Befürwortern der rechtspopulistischen Partei an. Anlässlich der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wollten sie aufklären, wofür die AfD eigentlich steht. Obligatorischer Hass als Antwort in den Kommentaren unter dem Video – und ein sehr realer Hassbrief im Briefkasten der Sängerin Jennifer Weist waren die Folge.

Wenig später veröffentlichte die Band mit "Hengstin" einen wütenden Rap-Banger, der sich gegen Sexismus und für starke Frauen aussprach. Den Titel "missinterpretierte" Rapper Bass Sultan Hengzt als willkommene Einladung, sich den Beat zu klauen und einen sexistischen Konter-Track abzuliefern. Eine direkte Reaktion auf dieses Armutszeugnis war der Band zu dumm, erst ein paar Monate später bauten sie einen Seitenhieb im neu aufgelegten "Neider machen Leute" gegen den Rapper ein.


i-D-Video: "Free the Nipple"


Sowohl dieser Track als auch "Wähl die AfD" erscheinen jetzt erstmalig auf CD. Denn Jennifer Rostock feiern zehnjährigen Geburtstag! Dafür haben sie in ihrem unverbrauchten Material gekramt und alte Song-Baustellen beendet. All das wird am kommenden Freitag (29.09.2017) als Worst of Jennifer Rostock auf Albumlänge erscheinen. Yaaaay. Und wie es sich für einen richtigen Geburtstag gehört, darf da auch die Torte nicht fehlen, die übelst ramponiert das Cover ziert.

Wir wollten es uns natürlich auch nicht nehmen lassen, der Band angemessen zu gratulieren und haben zusammen mit Sängerin Jennifer Weist und Bassist Christoph Deckert einen eigenen veganen Schoko-Kuchen gebacken. Während Christoph fleißig die Möhre raspelt und Jennifer die Zutaten zusammenschüttet, reden wir über das bereute zweite Album, den Beef mit Bass Sultan Hengzt, Morddrohungen und Christophs versehentliches Drei-Stunden-Gespräch mit Böhse Onkelz-Kopf Stephan Weidner. Weil wir zu ungeduldig sind, holen wir den Kuchen deutlich vor der eigentlichen Backzeit aus dem Ofen, damit die beiden ihn mit viel Liebe verzieren können. Am Ende werden wir dann als "verfickte Idioten" und "Wichser" beschimpft. Leider zurecht. Viel Spaß.

Noisey: Wer hat denn die Torte auf dem Cover gebacken? Ihr selbst?
Jennifer: Nee, um Gottes willen!
Christoph: Hätten wir sehr gerne gemacht, aber hatten wirklich gar keine Zeit dafür. Wir hatten ungefähre Ideen und dann musste das eben jemand für uns machen. Wir wollten einen Kindergeburtstag feiern und da brauchten wir auch eine Torte.

Ist in den zehn Jahren Bandgeschichte denn eigentlich viel Scheiße passiert?
Christoph:
Wahrscheinlich jede Scheiße, die du dir vorstellen kannst – mal drei.

Ja? Gab es Bandentscheidungen, die man irgendwann krass bereut hat?
Jennifer:
Das ganze zweite Album, glaub ich. (lacht laut)
Christoph: Eigentlich das komplette Jahr 2009, von vorn bis hinten. Weil wir da ein komisches Album rausgebracht haben, mit komischen Songs und komischen Videos. Das war aber auch die Zeit, wo wir noch ein bisschen betrunkener waren und uns das alles ein bisschen egaler war. Sind eben bei Gute Zeiten Schlechte Zeiten aufgetreten, bei The Dome, im Fernsehgarten und dachten, das wäre witzig. Dass das nach außen komisch wirken kann, war uns gar nicht so bewusst.

Wenn man sich das mal alles trocken bei Wikipedia durchliest, sieht das schon komisch aus, wo ihr überall wart.
Jennifer:
Wir hatten damals noch eine andere Sicht der Dinge. "Wieso, ist doch witzig, wenn wir da jetzt als Band hingehen, die da eigentlich nicht reinpasst."
Christoph: Hätten wir damals ein vernünftiges Management gehabt, das gesagt hätte, "Ihr besoffenen Idioten, jetzt hört mal auf mit dem Mist, denkt doch mal kurz an eure Zukunft", dann hätte das auch funktioniert. Heutzutage ist ja alles kalkuliert, berechnet und nach Image aufgebaut.

Alle Fotos: Grey Hutton

Ich hab mir mal wieder das Video zu euer ersten Single "Kopf oder Zahl" angeschaut. Das war schon eine krass andere Zeit.
Jennifer:
Das ist trotzdem immer noch eins unserer besten Videos.
Christoph: Alles, was da passiert ist, war sehr echt. Der Dreh ging morgens um sechs los, die Statisten waren Freunde von uns, die direkt aus dem Club rüber sind. Die Produktionsfirma hatte die ganze Zeit Sorge, dass die teure Kamera zu Bruch geht, weil die so besoffen waren. Unser Schlagzeuger ist zwei Stunden nicht wachgeworden, als wir vor seiner Tür standen und versucht haben, ihn aus dem Bett zu klingeln … Och man, ich vermisse die alte Zeit. (lacht)

Weil es alles so zwanglos war?
Jennifer:
Das war so, "Ach, voll geil, wir sind voll die Rockstars jetzt, geil!" Und alle so: "Mhmh, na klar, ihr spielt vor 200 Leuten." "Ja, trotzdem!" Irgendwie haben wir uns damals trotzdem ganz schön rockstarmäßig gefühlt. Es gab Auftritte, wo wir nicht mehr wussten, was wir da gerade auf der Bühne gespielt haben. Würden wir heute nicht mehr machen, war damals aber ziemlich echt, das ganze Gesaufe. (lacht)

Warum war denn das zweite Album im Nachhinein so … schwierig?
Jennifer:
Es war nicht so eine geile Idee, uns zu verkleiden und alles so drumherum zu bauen, dass wir jetzt einen Film machen. Auf einmal waren wir so Superhelden … Das war eine Schnapsidee, die anfangs lustig war, aber nachher nicht mehr.
Christoph: Wenn dann auf einmal fünfstellige Budgets für eine Schnapsidee in ein Video geflossen sind, was wir im Nachhinein richtig bereuen, dann…
Jennifer: … Dann siehst du ein Video wie "Du willst mir an die Wäsche" mit so richtig schlecht gemachten Special Effects und so. Das war halt dumm und hat richtig Geld gekostet – was wir ja auch zur Hälfte bezahlen.

Wann habt ihr das dann alles bereut?
Christoph: Damals hatten wir noch nicht die Weitsicht, wie scheiße das eigentlich ist, weil das auch die Phase war, wo wir im Jahr so um die 150 Konzerte gespielt haben. Wir dachten, dass sich da jemand anderes drum kümmert, wenn es scheiße wird. Wir spielen ja nur die Konzerte. War aber nicht so.
Jennifer: Früher haben wir noch nicht alle Sachen in die Hand genommen. Wenn man eine Plattenfirma und ein Management hat, muss doch alles funktionieren – bis man im dritten oder vierten Jahr mitkriegt, dass das nicht von allein funktioniert. Wir müssen überall unsere Finger drauf haben und gucken, dass es gut wird. Da sorgt niemand anderes für, nur wir.

Wir haben ja neulich über eure vorletzte Single "Alles cool" geschrieben und in eurem Text einen Seitenhieb gegen Kraftklub vermutet. War das eine Überinterpretation?
Jennifer: Wir sind ja Gott sei Dank in der Rockmusik und nicht im HipHop. Wir brauchen keinen Beef, um Albumpromo zu machen. Das kann jeder sehen, wie er möchte.
Christoph: Wir sind ja Kumpels, haben nichts gegen die, alles cool.
Jennifer: Der Felix hat sich schön ätzend über mich geäußert neulich, aber dafür hat er sich auch entschuldigt.
Christoph: Das hättest du jetzt alles zurückgeben können – und dich dann auch nochmal entschuldigen.
Jennifer: Nö, da hab ich nicht so Lust drauf. Diese ganze "Der schwärzt den an und der schwärzt den an"-Geschichte, da haben wir noch nie mitgemacht. Auch, als diese ganze BSH-Sache war. Wir haben da einfach keine Lust zu. Wir wollen uns an niemandem hochziehen und wollen nicht, dass sich jemand an uns hochzieht. Wenn wir Rockfestivals spielen, merkt man, dass es sehr familiär ist, dass wir uns alle mögen, Spaß haben und zusammen einen trinken.
Christoph: Sobald die Rapper da sind, nervt es. (lacht)
Jennifer: Ja, dann ist immer schlechtes Gefühl und Stimmung.
Christoph: Bei der Bass Sultan Hengzt-Geschichte war es auch ein bisschen Quatsch, sich darauf einzulassen. Dass wir drauf eingegangen sind, war der einzige Grund, warum der ein bisschen Promo zu seinem Album hatte.
Jennifer: Ansonsten hat der ja einfach nur schlechte Songs. Wenn der live spielt, spielt er zwei Mal den Song – was unser Song ist.

Hattet ihr jemals daran gedacht, dass gerade er auf "Hengstin" anspringen wird?
Christoph:
Überhaupt nicht. Als jemand meinte, dass der darauf eingegangen ist, dachte ich, er sei über seinen Schatten gesprungen und macht einen Pro-Song.
Jennifer: Dachten wir, ohne Scheiß! Wir kannten den ja und auf einmal kam sowas. Ich habe den dann auch privat angeschrieben.
Christoph: Er hat dich doch angeschrieben, ob du das Video nicht teilen kannst.
Jennifer: Genau. Ist das dein beschissener Ernst, Alter? Er so: Jenni, ganz ehrlich, wenn du Battle-Rap machen willst, dann musst du mit sowas leben. Wer hat dir denn erzählt, dass ich Battle-Rap mache!? Das Witzige ist ja, dass wir schon immer ein bisschen HipHop-angehauchte Songs gemacht haben – auf jedem Album. Und auf einmal bringst du einen Song wie "Hengstin" raus, der ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommt, und alle denken: Ach, jetzt haben die angefangen zu rappen, weil das so populär ist! Dann fühlen die sich in ihrer komischen HipHopper-Ehre angegriffen oder so. Ich rappe, weil ich rappen kann und schreie, weil ich schreien kann. Das ist ein Stilelement.

Aber hat es echt nicht hart in den Fingern gejuckt, da irgendwie zu reagieren, als das rauskam?
Jennifer:
Klar.
Christoph: Haben wir ja. Wir haben von dem "Neider machen Leute" nochmal eine neue Version aufgenommen. Aber sonst, nee, das macht keinen Spaß. Das ist ein ewiges Hin und Her und am Ende hat keiner was davon. Das wirkt so, als würden wir ihn belehren. Das spielt ja nur in seine Karten, uns kann es ja egal sein.

Klar, für ihn war es super Promo.
Jennifer:
Genau. Weil er der Einzige von allen Rappern auf der ganzen Welt ist, dessen Album nicht auf Platz eins, sondern fünf gelandet ist.
Christoph: Das muss man 2017 erstmal schaffen.

Aber Shitstorms gab es bei euch über die Jahre ja immer wieder mal. Ist das so, weil ihr eben eine Band seid, die Diskussionen anregen will?
Jennifer:
Wir setzen uns halt für viele Sachen ein und haben eine Meinung, die wir auch nach außen tragen wollen. Wir nutzen die Plattform, die wir haben, um auf bestimmte Sachen aufmerksam zu machen.
Christoph: Wir wollen ja auch nicht nur irgendwelche Leute beleidigen. Wenn man sich bei der AfD-Sache als intellektuell privilegierterer Typ im Internet über die Rechtschreibfehler von den Leuten lustig macht, bringt das ja nichts. Unser Ansatz war, zumindest mal einen Diskurs zu schaffen. Man sagt Leuten, die auf der Kippe stehen, was die Fakten sind und dass die gar nicht das repräsentieren, was ihr eigentlich wollt. Hat aber auch nicht funktioniert.
Jennifer: Oder auch bei "Hengstin" – manchmal check ich's auch einfach nicht. Ich bin in jedem Video schon halbnackt gewesen und niemanden interessiert's. Dann machst du ein Ding wie "Hengstin", wo es um Feminismus und starke Frauen im Showgeschäft geht und da sieht man nix anderes. Wenn du mich im Prinzip am Strand siehst, sehe ich genauso aus. Dann wird eine riesen Diskussion daraus gemacht, das kann man im Vorhinein gar nicht absehen.
Christoph: Alter, vor über 20 Jahren sind Blink 182 nackt durchs Video gerannt und das hat keine Sau interessiert.
Jennifer: Aber wenn die Jennifer das macht, gibt es natürlich gleich wieder eine Debatte, ob das noch Feminismus ist – oder ob genau das Gegenteil Feminismus ist. Was total bescheuert ist.

Nach der AfD-Sache gab es ja diesen Brief. War das nicht ein komisches Gefühl, dass die wussten, wo du wohnst?
Jennifer:
Klar, natürlich, ich bin umgezogen. Die kannten meine Adresse, meine Telefonnummer, ich habe Morddrohungen bekommen.

Das ist krass.
Ja, so ist das dann.

Auch, dass man das alles herausfinden kann.
Ja, ging ziemlich fix irgendwie. Aber ich habe meine Telefonnummer auch seit 15 Jahren oder so. Auch scheißegal, ich habe meine Nummer nicht gewechselt. Ruf mich doch an, wenn du mir irgendwas zu sagen hast.

Es war schon so, dass ich dadurch natürlich auch Angst hatte, nach Hause zu kommen. Ich habe aber in einer sehr sehr linken Gegend gewohnt, in der Rigaer Straße, habe meinen ganzen Nachbarn da Bescheid gesagt und die waren alle so: Mach dir keine Sorgen. Die standen alle auf meiner Seite. Aber trotzdem. Du kommst nach Hause und guckst unters Bett, weil du Angst hast, dass doch jemand in deiner Wohnung ist. Ich habe im Altbau gewohnt, erste Etage, so schwer ist es nicht, da einzubrechen. Deswegen musste ich umziehen, es gab keine andere Möglichkeit für mich.

Hart, wenn das Internet plötzlich ins reale Leben schwappt.
Christoph:
Das war das erste Mal. Sonst kann man das immer abtun, lass die Idioten da rumwichsen wie sie wollen. Aber stimmt, das war krass.

Habt ihr denn wegen des Songs später nochmal persönlich von AfD-Anhängern Anfeindungen erlebt?
Jennifer:
Ich sage auf der Bühne IMMER was gegen die AfD. Bei jedem scheiß Konzert. Es sollte neulich eine Demonstration geben, als wir gespielt haben. Wir sind da natürlich vorsichtiger und gucken, wie viele das angemeldet haben und kommen werden, ob wir mehr Security brauchen …
Christoph: Irgendeine Tageszeitung aus dem Ort hat gepostet, "Blablabbla kündigen Demo gegen Jennifer Rostock an". Dann konnte man aus den Kommentaren rauslesen, dass das halt die drei Montagsdemonstranten von da sind. So war es dann auch, von den dreien ist einer gekommen.
Jennifer: Wir haben einen Typen mit Frei.Wild-Shirt einsam wo stehen sehen. Ah, das muss er sein, der AfD-Wähler.

Apropos: Vor ein paar Jahren hattet ihr doch die Ansage gemacht, dass ihr keine Shirts von Böhse Onkelz oder Frei.Wild auf euren Konzerten sehen wollt.
Christoph: Das war unser erster Shitstorm!
Jennifer: Unser allererster! Das hat Spaß gemacht. (lacht)

Steht ihr immer noch dazu?
Christoph
: Zu der Frei.Wild-Sache stehen wir auf jeden Fall weiterhin … Ich hatte letztens Mal eine kleine Konfrontation mit einem von den Onkelz und habe versehentlich länger mit dem geredet.

Versehentlich?
Christoph: Wir waren auf einer Veranstaltung irgendwo in Berlin und da war auch einer von den Onkelz da. Wir waren schon ein bisschen betrunken und einer ist hin, um ein Selfie zu machen. Auf einmal hat er den mit angeschleppt: "Das ist der von Jennifer Rostock, der ist von den Onkelz: Viel Spaß euch beiden." Das war der Weidner, der eher Intellektuelle aus der Band. Dann haben wir drei Stunden diskutiert und da habe ich gemerkt, dass der Typ nicht so das krasse Feindbild ist, was ich hatte. Auch weil er total gegen Frei.Wild gebasht hat …
Jennifer: … Gut, aber da schiebt sich das eine dem anderen zu: "Wir nicht! Aber Frei.Wild schon, da habt ihr recht!"
Christoph: Da muss man schon ein bisschen differenzieren. Frei.Wild ist das Schlimmere, da stehen wir noch hundertprozentig zu.
Jennifer: Christopher und ich legen ja auch auf und haben es ganz oft erlebt, dass uns Leute angesprochen haben und meinten: "Ich war Frei.Wild-Fan, dann habe ich mich mit der ganzen Sache auseinandergesetzt. Vielen Dank, dass ihr mich darauf gestoßen habt, guckt hier, ich hatte sogar ein Frei.Wild-Tattoo, das habe ich mir jetzt wegmachen lassen."
Christoph: Ähnlich wie mit Leuten, die die AfD wählen, weil sie denken, die tun ihnen was Gutes, aber gar nicht rechts sind, ist das bei Musik genauso. Es gibt Leute, die hören gerne Deutschrock, die beschäftigen sich überhaupt nicht mit der politischen Komponente davon. Was man ihnen auch nicht vorwerfen kann. Es gibt eben Leute, die gehen nicht so tief an das Thema ran. Ist schade, aber auch verständlich. Dann ist es geil, wenn man ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten kann.
Jennifer: Es ist ganz oft so, dass man mit Menschen unter vier oder sechs Augen ins Gespräch kommt und richtig was bewirken kann.
Christoph: Im Internet zu diskutieren bewirkt nichts. Wir haben das über Jahre auch probiert und ich habe auf unserer Seite angefangen, mit Leuten rumzudiskutieren. Vergiss es, die Fronten sind so verhärtet.
Jennifer: Ich mache es immer noch, so bei Top-Kommentaren antworte ich da schon drauf. Ob das nun ein positiver oder negativer Kommentar ist. Und meistens entschuldigen sich die Leute bei mir. Nicht öffentlich, aber privat. "Ey sorry, das war dumm von mir, ich habe diese Anonymität des Internets genutzt, so hätte ich das in einem Zweiergespräch wahrscheinlich nie zu dir gesagt."

Wir hatten mal einen Artikel: "Die (scheinbar) beschissensten Jobs in der Musikwelt" [z.B. Bassist bei Jennifer Rostock] …
Christoph:
… Dafür hass' ich euch bis heute. Ihr verfickten Idioten!
Jennifer: Ihr Arschlöcher. Wichser, Wichser, Wichser!
Christoph: Ich habe deswegen eine Zeit lang einen Internetkrieg mit Noisey angefangen, aber ihr seid immer nicht so richtig darauf eingegangen, das war ein bisschen schade.

Aber du hast da doch mitgemacht. Wusstest du das nicht?
Christoph:
Ich wurde von euch in eine Falle gelockt. Ein Kumpel von mir meinte, dass Noisey gerade jemanden für die beschissensten Jobs in der Musikindustrie suchen würde, und eine Kategorie davon ist Bassist. Ich dachte, OK, ganz witzig und habe ein bisschen was erzählt. Dann kam der Artikel raus und es hieß: "Bassist von Jennifer Rostock". Das war vorher nicht abgequatscht und da war ich drei Jahre sauer auf euch. Bin es noch ein bisschen bis heute.

Ja, das ist dann ziemlich link.
Jennifer: Ja, schreib das ruhig mit rein…
Christoph: … Dass ihr manchmal ganz schöne Fotzen seid.

OK. Im Namen der Kollegen: Es tut mir leid.

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The Worst of Jennifer Rostock erscheint am 29. September. Hier könnt ihr es bestellen.

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