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Was dein Lieblingsalbum 2017 über dich aussagt

Von Bushido, Rin oder Trettmann bis Code Orange und Migos: Dein diesjähriges Musik-Highlight sagt mehr über dich aus, als dir vielleicht lieb ist.

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Dez. 7 2017, 1:57pm

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Am Ende des Jahres versuchen alle Musikmagazine und Freunde euch zu erklären, was das beste Album des Jahres war und warum. Das wird mal anhand von Zahlen akribisch vorgerechnet, mal wird man einfach nur als Hurensohn beschimpft, weil man anderer Meinung ist. Nicht bei uns!

Wir werden nicht feststellen, welche Alben die besten des Jahres waren und welches ergo euer Lieblingsalbum sein sollte. Was eure Lieblingsplatte jedoch über euren Charakter, Geschmack und Penislänge aussagt, das können wir sehr gut analysieren (was wir die letzten Jahre auch schon hinlänglich bewiesen haben). Hier kommt euer musikalisches Jahreshoroskop, professionell erstellt von den Noisey-Redaktionen Deutschland, Österreich und Schweiz. Gern geschehen.


Noisey-Video: "Kitschkrieg übernimmt":


Jay-Z – 4:44

Kennt ihr diese Freunde, die schon mit 20 so richtig erwachsene Wohnungen haben? Mit ordentlicher Einrichtung und zusammen passendem Besteck? Die Rotwein trinken und selbst nach dem Ausrasten im Club ohne Flecken auf dem Hemd nach Hause gehen? Geschweige denn mit einem zerrissenen Hemd, es ist ja auch keins von Zara oder H&M. Nein? Ist klar, denn du bist dieser Freund.

Code Orange – Forever

Du bist inaktives Ehrenmitglied des Anti-Social-Dancing-Clubs. Auf Shows warst du früher noch jedes Mal im Pit, heute stehst du lieber weit hinten und schaust mit verschränkten Armen der Band zu. Zu viele Breakdowns, zu wenig Wut. Aber als du Forever gehört hast, ist die Mauer der abgeklärten Apathie plötzlich zusammengebrochen. Seitdem kannst du dich zu dieser Platte nur noch moshend durchs Zimmer bewegen und auch auf Konzerten springst du jetzt nach zwei aufwärmenden Bieren in den Pit. Freidrehen, verschwitzte Leiber wegfegen, aus voller Kehle die Texte mitschreien: Auf-die-Fresse-Musik macht dir plötzlich wieder Spaß.

SXTN – Leben am Limit

Du magst ein bisschen prollig und stumpf sein, aber du hast ein Herz aus Gold und Ellenbogen aus Stahl. Beides brauchst du auch, wenn du mal wieder den Dancefloor zum Kriegsgebiet erklärst, sobald der Beat von "Von Party zu Party" droppt und du anschließend deiner besten Freundin auf Klo die Haare hältst und gut zuredest. Es ist nun mal ein Leben am Limit.

Linkin Park – One More Light

Du hast den schockierenden Tod von Chester Bennington noch nicht verkraftet und redest dir ein, dass dir dieses Album gefällt. Wir verstehen das, der Text von "Heavy" geht auch uns wirklich nahe, vor allem in Anbetracht der Todesumstände – aber könntest du bitte trotzdem die Musik leiser machen? Hier, ein paar Kopfhörer.

Frauenarzt und Taktloss – Gott

Du hast schon deine paar Jahre auf dem Buckel und der Druck auf deinem Bassboxxx-T-Shirt sieht langsam aus wie der Boden in der afrikanischen Savanne nach monatelanger Dürre. Dennoch hast du es im Gegensatz zu dem T-Shirt geschafft, frisch und unzerknittert zu bleiben. Und das ganz ohne Botox, lediglich mit etwas Autotune. Natürlich gefällt das manchen Altersgenossen nicht, die schimpfend von ihrem Fenster aus Falschparker beschimpfen. Mit denen hast du aber nichts gemein, außer die Vorliebe für Schimpfwörter.

Migos – Culture

Du mit Kopfhörern in der Bahn: "RAINDROPS! DROPTOPS!!" Alte Dame gegenüber: "Junger Mann, ginge das auch etwas leiser?" Du:

Casper – Lang lebe der Tod

Du hattest Angst. Angst, dass Casper an der Aufgabe zerbricht, auch ein drittes Mal all deine verborgenen Gefühle und inneren Kämpfe auf die Silbe genau in seinen Texten Ausdruck zu verleihen. Du hattest den Tattoo-Termin für deine nächste Lieblingsline schon gemacht, doch dann wurde das Album auf unbestimmte Zeit verschoben. Fast ein Jahr orientierungsloses Bangen, dann war es endlich da und lieferte wieder Zeilen für deinen Insta-Feed: "Ich fühl’ mich, wie ich fühl’, weil ich nix mehr fühl’.” Ja, verdammt – we feel you!

Kendrick Lamar – Damn.

Du bist Humble. Setzt dich hin. Bist humble. Setzt dich hin. Bist humble. Setzt dich hin. Bist humble. Setzt dich hin. Bist … ICH WILL ENDLICH GOOD KID M.A.A.D. City Pt.2, verdammt! Kein Bock mehr hier!

RAF Camora – Anthrazit

Richtiger Gangsterrap ist dir irgendwie nicht geheuer, du distanzierst dich von den klassischen Beats, wie zum Beispiel von Kollegah und Farid Bang. Weil du ein Tänzer bist. Du bist das wahrgewordene ADHS, immer auf der Suche nach Bewegung und Aufmerksamkeit. Dir ist es wichtig, dass du zu Drogen- und Gangster-Zeilen richtig tanzen und nicht nur wippen kannst. Trotzdem bist der größte Fan von den Instagram-Storys aller Mitglieder der 187 Strassenbande und du findest, dass RAF Camora wahrscheinlich der coolste Mann der Welt ist. Außerdem stehst du auf alle Künstler, die auf dem Album gefeatured sind oder auch generell jemals RAF Camora gefeatured haben. Ufo361 und Trettmann sprechen deine bewegliche Seele an, du trägst fast ausschließlich Nike-Klamotten und du kannst im Streit explodieren. Dein Instagram-Account ist on Fleek (sagt man aber nicht mehr) und dein Fantum zeigst du gerne auf Snapchat, wo du Boxen unboxt, obwohl du eh einen Spotify-Account hast. Musik ist für dich nicht einfach Musik – es ist ein gesamter Lifestyle, samt Kleidung, Präsentation deiner selbst und Sprache. Deine Zeit ist die Zukunft und die Vergangenheit interessiert dich so wenig, dass du richtig schlechte Noten in Geschichte hast oder hattest.

XXXTentacion – 17

Du bist sehr gut darin, unangenehme Details auszublenden. Etwa, dass XXXTentacion vorgeworfen wird, seine schwangere Ex-Freundin verprügelt zu haben. Und dass sie diese mutmaßliche Misshandlung schmerzhaft detailliert zu Protokoll gegeben hat. Aber da lautet dein Grundsatz: unschuldig bis zur nachgewiesenen Schuld. Und scheiße, wer soll sich denn durch so viel Protokoll-Text kämpfen!? Stattdessen lässt du dich lieber von der zerbrechlichen Stimme in eine Welt voller Depressionen ziehen und wippst nachdenklich mit dem Kopf. Falls dann mal jemand fragt, warum du dir dieses deprimierende Gejaule antust, drehst du triumphierend "Look At Me" auf, räusperst dich und hältst einen schwärmenden Vortrag, wie vielseitig dieser Künstler doch ist.

Rin – Eros

Du hast eigentlich nur die Singles gehört. Beim Intro des Albums hast du nach ein paar Ekelschauern verstört zu "Blackout" geskippt. Dann hat das Molly gekickt und alles verschwamm zu einem überstylten Turnup.

Mavi Phoenix – Young Prophet

Du wirst zu gleichen Teilen bewundert und beneidet. Du nimmst kein Blatt vor den Mund, bist talentiert und dabei auch noch klug. Dein Lieblingsspielzeug ist der Baseballschläger, mit dem du gern Instagram-Stories machst, weil er einen so schönen Kontrast zu deiner zarten Erscheinung bildet. Hauptsächlich bist du mit älteren Leuten unterwegs, für die du auch wirklich dankbar bist, weil sie dir die Richtung weisen und das ist irgendwie so schön entspannend. Mavi ist der perfekte Soundtrack für dein Leben und bei jedem ihrer Konzerte denkst du dir, dass du irgendwann berühmter sein wirst als sie, aber nicht vergessen wirst, sie als Inspiration zu nennen.

Being As An Ocean – Waiting for Morning to Come

Du hast die YouTube-Kanäle Dreambound und Audiotree Live abonniert, und kennst dort absolut jedes Video. In den Kommentaren findet man dich leicht. Du trägst dein Herz auf den Fingerkuppen und tippst Sachen wie "This song saved my life". Being As An Ocean bezeichnest du als "Poetcore", über das neue Album erzählst du gerne, es sei eigentlich das biografische Meisterwerk deiner eigenen Seele.

Kollegah & Farid Bang – JBG3

Du bist dieser eine Typ, der damals in der Schule von allen bewundert und gefürchtet wurde. Wir geben es zu: Auch wir haben bestürzt gekichert, als du Charlotte den verschimmelten Saft, den du monatelang in deinem Spind mit Spucke und Essensresten angereichert hattest, über den Kopf gegossen hast, als sie dich Hurensohn nannte. Sie war halt eben auch eine Petze und hat nie jemanden abschreiben lassen. Außerdem verlieh es einem Macht und Ansehen, sich in deinem Kreis zu bewegen – auch wenn die Angst, selbst in den Fokus deiner Späße zu geraten, nie ganz weg ging. Wir haben dich neulich mal wieder beim Bäcker gesehen. Du hast jetzt Geheimratsecken und schreist Servicekräfte an.

Bushido – Black Friday

Du bist Bushido.

SZA – Ctrl

Du hast viele Gefühle. Viele haben mit Liebe zu tun. Die Liebe zu dir selbst, zu Männern, Frauen und dem Leben an sich. Manchmal ist dein vorherrschendes Gefühl allerdings ein schlichtes, aber umso lauteres "Fick dich". An die Fuckboys, die plötzlich aufhören sich zu melden und auch nicht das Gefühl zu haben scheinen, dir eine Erklärung schuldig zu sein. Manchmal auch an dich selbst, wenn du dich selbst ein bisschen so benimmst.

Brand New – Science Fiction

Kann man seine Lieblingsband noch mögen, wenn der Sänger sich zwar öffentlich für die Folgen seiner Sexsucht entschuldigt hat, aber nicht auf die Vorwürfe einer damals 15-Jährigen eingeht, die bis heute schweißgebadet aufwacht, weil er sie vor 15 Jahren sexuell belästigt haben soll? Wenn er sein Statement auch noch mit einem relativierenden "Ich bin nicht ohne Tadel, niemand sollte das sein" enden lässt? Als Reaktion auf diese moralische Frage drehst du die Lautstärke voll auf und lässt "Same Logic / Teeth" durch dein Hirn dröhnen. Schließlich ist das Brand News letztes Album und du lässt dich schmerzerfüllt lächelnd von jeder nostalgischen Welle tiefer in den inneren Abgrund ziehen. Schließlich hast du dir nicht aus Spaß "Failure By Design" auf deine Haut tätowiert. Das ist keine Phase, das ist dein verdammtes Leben.

Fler & Jalil – Epic

Du hast uns vermutlich bei Twitter blockiert.

Stormzy – Gang Signs & Prayer

Du hast abgeschlossen mit der deutschen Großstadt, deutschsprachigem Straßenrap und den ganzen Hampelmännern, die mit ihren tiefergelegten AMGs Bottrop-Kirchhellen unsicher machen. Geht alle weg, denkst du dir, während du deinen Koffer für dein Au-Pair-Jahr in London packst. Denn da muss man hin, nach London, der letzten Stadt, in der noch echte Storys mit echtem und aufwühlendem Asphalt-Blues erzählt werden. Da wird sich auch nicht wie in den USA mit Hustensaft überschüttet und das Licht ausgemacht, bevor man in die Booth schunkelt. Alles Lappen! Alle! All diese Pfeifen sind way too big für ihre boots und würden von King Stormzy mit nur anderthalb Lines aus der Cypher geboxt werden. Du fliegst allein nach London, denn niemand in deinem Lauch-Freundeskreis hört Stormzy. Obwohl er so verdammt gut ist!

Cro – tru.

Du hast sehnsüchtig darauf gewartet, dass auch hierzulande endlich jemand den Sound von Chance The Rapper einfängt und noch eine eigenständige Note draufsetzt. Dass das ausgerechnet Raoper Cro sein würde, hat dich zwar überrascht, dir aber gleichzeitig auch imponiert. Jetzt konntest du jedem erzählen, zu welchem eigenständigen Künstler sich der einstige Hipster-Teenie-Star doch entwickelt hat. Die ganze Sexismus-Debatte darüber, dass Cro eine Frau als "Slut" beschimpft, nur weil sie sofort mit ihm schlafen will, hast du ein beherztes "Cro hat einen über 12 Minuten langen Track gemacht, für den selbst Daft Punk töten würden!" entgegen geschrien. Jetzt stehst du plötzlich alleine auf der Party, bei der du vor Kurzem noch fröhlich mit allen zu "Easy" abgegangen bist. Der Gin-Tonic ist leer, betont lässig gehst du auf Toilette, ziehst dein Ding durch und leckst das Handy ab. Älter werden ist beschissen.

Vince Staples – Big Fish Theory

Tyler, the Creator ist dir zu mainstreamig geworden und Chance The Rapper zu christlich. Du bist quasi perfekt, wir würden dich sofort heiraten! Aber du hast halt leider keine Kohle.

Yung Hurn – Love Hotel

Du hast einen verdammt verknallten Frühling gehabt. Vielleicht bist du deswegen auch einer der wenigen, der behauptet, dass Love Hotel voll das gute Album war. "Also bitte: 'Diamant' ist ja wohl der beste Popsong des Jahres!", wirst du erwidern. Mag sein. Du warst aber auch die Hälfte der Zeit vom Kopfteil deines Bettes bewusstlos geschlagen.

Lil Peep – Come Over When You're Sober

Du bist Emo. Du bist Rap-Fan. Du hörst Punk. Du magst Metal. Du stehst auf Pop. Scheiße, du bist offen für alles, solange es Salz in deine inneren Wunden streut. Lil Peep war dann genau das, was du dir immer gewünscht hast. Teen-Angst-Musik, wie sie 2017 zu klingen hat. Rap-Attitüde gepaart mit depressiver Selbstzerstörung, Sound-Referenzen an deine gute alte MySpace-Zeit und derart offensiven Emo-Texten, dass dagegen deine eigenen Beziehungskisten aussahen wie von IKEA designt. Umso beschissener, dass dieses Licht am Ende des unkreativen Horizonts, der die musikalischen Jahre deines Erwachsenseins markierte, so schnell wieder ausgeknipst wurde. Vielleicht tröstet dich Brennan Savage ja.

Trettmann – DIY

Du bist der Konsens – was dem Album jedoch keineswegs einen Abbruch tut. Trettmann zu feiern ist 2017 allerdings so, wie stolz zu erklären, dass man Sneaker von Nike trägt. Gutes setzt sich eben glücklicherweise früher oder später durch, fragt Steve Jobs!

Suicide Silence – Suicide Silence

Du bist der erhobene Zeigefinger auf jeder Party, der Nichtraucher in der Raucherpause, der Club- Mate-Besteller in der Kneipe, kurz: Du liebst es, nicht dazuzugehören. Genau deswegen vergötterst du auch Suicide Silence so sehr. Ein Album voller Deathcore-Songs, für die sich Deathcore-Fans beschämt an den Tunneln kratzen. Du hingegen saugst die schmutzig verwaschene Produktion auf und empfindest warmes Bauchkribbeln bei der kopfstimmigen Teehee-Hook von "Doris" So muss für dich 2017 kompromissloser Metal klingen, alles andere ist pure Fan-Befriedigung und damit unkreativer Ausverkauf. Dass du damit ein bisschen Recht hast, wärmt dich in den dunklen Stunden, wenn du mit Zucchini-Risotto zur Grillparty kommst und nur verächtliche Blicke erntest.

Kraftklub – Keine Nacht für Niemand

Du bist treuer Kunde vom Merchversand Krasser Stoff. Keine Liebe-Hoodie, Casper-Cap und Kraftklub-Turnbeutel – kein Tag ohne deine liebsten Künstler. Es war dir auch von vornherein klar, dass die Chemnitzer wieder Songs für den Sommer des Lebens liefern, aber versprochen "Chemie Chemie Ya" ist für immer die Hymne deiner Gang. Du bist zwar dieses Jahr für dein Studium als einziger nach Berlin gezogen und vermisst deine alten Freunde, aber dafür gehst du jetzt öfters mit deinen Kommilitonen feiern. Nächstes Wochenende geht's ins Sisyphos, das wird bestimmt super.

Gerard – AAA

Du kennst Gerard seit "Lissabon" und stehst auf deepen Welt- und Liebesschmerz. Deine beste Freundin hasst alle Partner, die 2017 passiert sind und dein bester Kumpel geht mit dir gerne in hippe Läden, die ein bisschen abgefuckt wirken wollen, es aber mit ihren zehn Euro Gin Tonics mit Rhabarber-Stangen offensichtlich nicht sind. Du shoppst am liebsten im Internet, hast eine romantische und artistische Seele und stehst auf jeden Sound, der melancholisch bis langsam ist. Du bist der ruhige Gast auf der Party. Du schaust, dass du maximal ein Mal im Jahr – nach einer schlimmen Trennung – über die Stränge schlägst. Du ernährst dich gesund und machst jeden Januar Sober January. Yung Hurn und Trap findest du generell nervig, dir sind auch Großevents überhaupt nicht geheuer, du gehst höchstens auf hippe, kleine Festivals in der Nähe deines Heimatortes, der grundsätzlich nicht die Hauptstadt ist. Ein Vorort-Kind im Herzen, mit viel Liebe für die Liebe und die Melodramatik. Beschimpfungen wie "Arschloch" oder "Schlampe" sind auf jeden Fall Schlussmachgründe für dich. Deine Familie steht an erster Stelle und auch sonst hast du einfach sehr viel Glück im Leben gehabt. Bei ehemaligen Problemkindern bist du deshalb unbeliebt und obwohl du niemals jemanden abwerten wollen würdest, deine bloße Präsenz reicht oft, um sich so richtig beschissen zu fühlen.

Ankathie Koi – I Hate The Way You Chew

Bei der letzten Rhinoplastik hast du dein Gspusi kennengelernt und gerade seid ihr dabei, ein Date auszumachen, bei dem ihr die Ehe für Alle feiern wollt. Essen gehen werdet ihr aber eher nicht, weil deine Misophonie größer ist als jede Liebe dieser Welt und wenn dein Gspusi zu laut kaut, musst du leider alleine nachhause gehen. Du bist ein kreativer Mensch, der sich zum Ausgehen gern in einem selbstgenähten Gewand zeigt und für dessen Make-up mindestens zwei Farbpaletten draufgegangen sind. Du liebst es, zu tanzen, zu lachen und bist deshalb auch immer der Mittelpunkt jeder Party.


Gutlauninger – Hektische Liebe

Wenn du auch eine dieser Personen warst, die Hektische Liebe diesen Sommer auf und ab gehört haben, dann bist du wahrscheinlich auch so ein heimlicher Groschen-Poet mit gutem Humor. Während sich alle auf Lieblingsbands wie Wanda oder Bilderbuch gestürzt haben, hast du dich auf gute Synthie-Sounds und Falco-Grönemeyer-Singsang mit kecken und denglischsprachigen Lyrics berufen. Retro ist deine Passion würde deine gesamte Spotify-Bibliothek auf einer Audiokassette passen, würdest du dich noch immer mit einem classy Walkman durch das Publikum in den Öffis durchtanzen. Du bist so selbstbewusst, du brauchst keinen Floor zum Dancen. Mit dem richtigen Sound ist für dich die ganze Welt ein Dancefloor. Zu deinen Skills gehört es, Stranger Things zu schauen, Chokers mit Würde tragen und nur Band-Shirts anzuziehen von Bands, die du auch wirklich kennst und hörst.

Mile Me Deaf – Alien Age

Spätestens im Jahr 2017 hast du verstanden, dass diese Welt nichts mehr wird. Die Politik hat dich im Stich gelassen, die Gesellschaft ist dir lästig wie ein Kaugummi, der sich in deinem Haar verfangen hat und dein Instagram-Handle ist "@CyberpunkDeusEx". Dein Wesen ist dennoch versöhnlich und eigentlich willst du nur, dass endlich diese verdammten Aliens kommen und diese versiffte, ruinierte Erde aufräumen und die Trumps und Putins mit einem übergroßen Staubsauger aufsaugen. Während du dir all das ausmalst, lässt du im Hintergrund Alien Age laufen und deine strapazierten Nerven von Wolfgang Möstls Zen-Stimme beruhigen.

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Nostalgisch geworden? Sieh dir hier unsere Analysen der letzten Jahre an:

Was dein Lieblingsalbum 2016 über dich aussagt
Was dein Lieblingsalbum 2015 über dich aussagt
Was dein Lieblingsalbum 2014 über dich aussagt

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