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Welcher Musiker sollte Papst werden?

von Joe Bishop & Ayke Süthoff

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So Leute, hier sind wir. Das Ende einer Ära. Ein Paradigmenwechsel. Papst Benedikt XVI hat sein Amt als Oberhaupt der katholischen Kirche abgelegt und reicht den gruseligen veralteten Hirtenstab an den nächsten weißen Mann weiter, der einer Horde sterbender Afrikaner erzählen wird, dass ihre sexuelle Emanzipation gegen das Wort Gottes ist. Bah!

Da es unser Job ist—nein, unser Recht, ach, was sag ich, unsere PFLICHT—die Art von Entscheidungen, die Millionen Menschenleben auf der ganzen Welt betreffen werden, zu trivialisieren, wollten wir uns mal in der Musikwelt umschauen, wer ein passender Kirchenmonarch sein könnte. Wem würde der vergoldete Talar des höchstens Ordens im Vatikan am besten passen, und wer könnte am besten vorgeben, dass Legionen von kniffligen Priestern letztendlich falsch verstandene Jungfrauen mittleren Alters sind, die einfach nur einen Tapetenwechsel brauchen.

Thomas D

Erstens: Thomas D kommt aus Deutschland. Und wenn der erste deutsche Papst seit ein paar hundert Jahren freiwillig (!) seinen Hut/Bommelmütze/Piloelus zieht, dann sollte doch bitteschön Wert darauf gelegt werden, dass der Heilige Stuhl in deutscher Hand bleibt.

Zweitens: Thomas D bietet sich wirklich an, er kennt sich in Geistesfragen bestens aus, ist schon jetzt spiritueller Anführer von Millionen Legionen und er macht sich Gedanken über die Welt , das Leben und die Richtung, die das alles so nimmt. Thomas D würde als Pontifex nicht nur die Trennung zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche wieder aufheben, sondern gleich die Konflikte zwischen sämtlichen Religionen klären, um dann innerhalb seiner mindestens 50-jährigen Regentschaft eine Superkirche aus allen Glaubensströmen der Welt zu gründen. Damit wäre der Weltfrieden gesichert.

Drittens: Thomas D ist Vegetarier und Tierfreund, was einem Papst wirklich gut zu Gesicht stünde.

Madonna
 
 
Sie hat schon allein mit dem Namen die Hälfte des Weges hinter sich gebracht und den trägt sie schon eine ganze Weile. Man sollte also meinen, dass die Königin des Pop inzwischen ein weiteres Stück des Weges hinter sich gebracht hat und damit ein ziemlicher Favorit auf den Thron des katholischen Kirchenoberhaupts ist. Noch dazu ist sie bereits ein geübter Störenfried, was afrikanische Angelegenheiten angeht. Sie wird die erfolgreiche Arbeit von Benedikt weiterführen und den Leuten stets einbläuen, dass Kondome der Heiden Mantel sind, sozusagen die Socke des Teufels. Mutmaßlich wird sie das tun, um eine größere Auswahl vorzufinden, wenn sie das nächste Mal in Kenia einkaufen geht.
 
Helge Schneider
 
 
Helge ist ein Heiliger. Niemand, wirklich niemand kann diesem Mann ans Bein pissen. Er ist alt genug, hat selbst darauf hingewiesen, dass er sich inzwischen gut als Papst machen würde und Helge besitzt genug Kreativität, um die Kirche, den Vatikan, ganz Rom und die halbe Welt neu zu gestalten. Außerdem hätten wir bei Helge erstmals richtig Bock auf den Urbi et Orbi-Segen zu Ostern.
 
Waka Flocka Flame
 
 
Wenn Juaquin Malphurs nicht die Sorte von Name ist, die einige römische Ziffern am Ende haben sollte, dann weiß ich nicht mehr weiter (vielleicht sollte es die alphanumerische Version seien Bandnamens 1017 sein—oder MXVII). Reden vom Balkon des Vatikans aus würden mit ihm einen wahren Boom erleben, Mikros wären nicht nötig und würden mit Adlibs verdorben: „Ich liebe dich, oh Gott, meine Kraft *SQUAD*. Der Herr ist mein Fels, meine Festung und mein Erlöser *FLOCKA*; mein Gott ist mein Fels, bei dem ich Zuflucht finde *BRICKSQUAD*.“ Wir würden das Papamobil nicht länger brauchen, da Waka diesen Kugeln ausweichen würde, wie in diesem Video für seinen Song Bustin’ At Em. Dieser Plexiglaskasten kann stattdessen dazu verwendet werden, wenigstens einen Besucher einer amerikanischen Schule vor dem unausweichlichen Gewehrmassaker zu bewahren.
 
Cro
 
 
Hahaha, stellt euch mal vor, der Papst würde eine PANDAMASKE tragen! 
 
Morrissey
 
 
Allein schon weil er tatsächlich der unausstehlichste Arsch im gesamten Solarsystem wäre. Stellt euch mal Morrissey auf dieser päpstlichen Plattform vor, mit all dem verfickten Scheiß den er von sich geben würde. Zum Beispiel Predigten mit eingewobener veganer Propaganda, oder aber er würde Ostasien als unerwünschten Kontinent erklären, vielleicht sogar einen neuen Weltkrieg entfachen. Ich glaube, dass der Ex-Frontmann der Smiths eine Wirkung allergrößten Übels hätte, und viel schlimmer noch, er könnte Joey Barton zum Diözesanbischof ernennen, der Philosophie an Legionen von Bewunderern mit erbsengroßen Hirnen austeilen würde, während er seinen Kritikern mit einem rostigen Teppichmesser die Achillesferse durchschneidet. Immerhin würde die Haltung der Kirche gegenüber der homosexuellen Ehe ein bisschen lockerer werden.
 
Joe bei Twitter @joe_bish Ayke bei Twitter @tamidemusic
 

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