Das erste Date mit ... Cro

Nina Damsch

„Fall bitte nicht runter. Du darfst alles machen, auch mit mir, außer runterfallen.“

In unserer Reihe „Das erste Date mit …" gehen wir mit Musikern auf ein erstes Date, um ihnen unangenehme Fragen zu stellen, die man bei einem ersten Date so abfrühstückt, und ihnen eine Chance zu geben, sich möglichst von der besten Seite zu zeigen—genau wie bei einem ersten Date.

Das erste Date mit Cro war besonders aufregend, weil es nicht nur ein erstes Date, sondern gleichzeitig ja auch noch ein Blind Date war—als ob es nicht schon seltsam genug wäre, einem fremden Menschen zum ersten Mal zu begegnen! Also entschlossen Cro und ich uns dazu, aus der Not eine Tugend zu machen und unser Treffen maximal seltsam zu gestalten: In einem Ehebett, einer Badewanne und auf einem Fensterbrett eines Luxusapartments des noblen Soho House in Berlin. Stellt sich heraus: Die Seltsamen sind eben doch die besten, sowohl Menschen als auch Dates.

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Noisey: Schick hast du's hier. Super fancy.
Cro: Ja, oder? Dabei bin ich eigentlich nicht besonders fancy. Eigentlich bin ich ultra anti-fancy.

Möchtest du mich nicht rumführen? So MTV Cribs mäßig? Ich möchte ja sehen, welches Leben mich eventuell erwartet ...
[Voller Elan und Freude] JA! Komm ich zeig dir alles! Also hier ist deine Küche, da ziehst du ja dann ein. [Lacht] Nein, natürlich nicht! Hier kannst du hin und wieder mit den Fingern über die sauberen Flächen drüberwischen und über das Leben nachdenken.

Richtiges Silberbesteck!
Natürlich nur richtiges Silber!


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Kannst du kochen?
Ähm ... so, dass man nicht verhungert.

Also nein.
Doch, doch! Wenn ich koche, kriege ich sogar Hochzeitsangebote! Wenn ich meinen mexikanischen Tag habe. Ich kann sehr gut mexikanisch kochen! [Beginnt zu freestylen] „Mexiko, ich hab 'nen sexy Flow/ Du bist eine sexy Hoe"—haha, nein!

Ich muss doch sehr bitten! Aber mit mexikanisch kannst du auf jeden Fall punkten. Womit punktet man bei dir?
Mit lustig und fröhlich sein. Ich finde nichts schlimmer, als wenn man so nebeneinander sitzt und nicht mehr weiß, was man mit dem anderen anfangen soll. So Langeweile.

Passiert dir das oft?
Na klar, eigentlich immer. Fast jedes Mädchen in Deutschland ist langweilig.

Wie bitte?!
Jaaaa?

Es ist nicht jedes Mädchen in Deutschland langweilig!
Doooooch! [Lacht]

In deinem Film fällt dazu auch ein toller Satz. „Du willst gar nicht, dass ich dich kennenlerne. Du willst, dass ich dich toll finde."
Ja. Der ist gut, oder?

Ich finde, er ist sehr wahr. Kam der von dir?
Natürlich! Das ist es aber auch: Man muss nicht immer unbedingt versuchen, jemandem zu gefallen. Vielleicht reichen ja auch einfach deine frechen Augen.

Freche Augen? Au weia. Du meintest vorher, du seist nicht fancy. Aber das hier gefällt dir doch schon, oder?
Ich bin aufgewachsen als kleiner Gauner, dreckig in der Pfütze, barfuß den ganzen Tag und Regenwürmer in der Hand. Aber ich find das hier klar auch schön. Es ist beides. Ich sitz dann immer weinend in der Badewanne und mach den teuren Conditioner in die Haare und denk mir [schluchzt] „Es ist soooo schön! Aber ich will auch dreckig sein!" [Wir lachen]. Nein, es ist beides cool. Wenn ich mal in so 'nem Bett liege wie hier und man sich so quer in die Mitte legt und da ist keine Rille und alles ist so weich, dann ist das schon auch geil und ich denk mir, „Boah, krass".

Zeig mir dieses Bett!
Ja, komm, wir gucken das Bett an!

Wir gehen in den nächsten Raum und dort steht tatsächlich das größte Bett, das ich je gesehen habe. Mit meinen 1,60 habe ich Sorgen, ohne eine kleine Trittleiter überhaupt da raufzukommen.

Boah, ist das groß!
Du musst 'ne Arschbombe reinmachen. Los spring rein! [Anfeuernd] Spring rein!

Ic h nehme Anlauf, hebe elegant ab und lande anmutig wie eine Feder auf der alabasterfarbenen ägyptischen Bettwäsche.

Ist es weich?

Es ist riesig! Es ist noch größer, wenn man drin ist!
Ja, da können wir uns drin verlieren. [Setzt sich mit ins Bett].

Ich schwöre, das geht normalerweise nicht so schnell! Hast du hier drin geschlafen?
Nein. Hier hängen wir nur ab.

So sieht das dann also aus mit dir. Ist ja nicht schlecht zu wissen bei einem Date. Bin mir aber nicht sicher, ob ich da Bock drauf hätte.
Wie meinst du? Warum?

Naja, erstmal bist du nie da. Zweitens wohnst du in Stuttgart! Und was genau ist in deinen DMs los?
DMs? Was ist das?

Na, deine Privatnachrichten.
Würde dich das interessieren, was da drin steht?

[Erfürchtig hauchend] Oh ja!
Ähm, es ist tatsächlich krass unspektakulär. Aber lustige Namen, xpanda_love oder sowas, xxxlisa98. [Mit Nachdruck] 98! Die Mädchen, die 98 geboren wurden sind 18! Das musst du dir mal geben!

Ja, wir sind alt. Wir sind ja der gleiche Jahrgang.
Überkrass.

Wie warst du mit 18?
Genau gleich. Ich wurde vielleicht ein kleines bisschen abgeklärter. Ich war immer der Kleine. Ich war nie so das Alpha-Männchen. Jetzt bin ich's auf einmal. Komisch.

Und wie fühlt es sich an?
Ich kämpf eigentlich dagegen. Es ist mehr so, dass andere auf Anweisung von mir warten, als dass ich rumkommandieren würde. „Was machen wir jetzt? Wo gehen wir hin? Bam Bam Bam". Man, ist mir doch egal, macht was ihr wollt!

I st ja auch gut zu wissen. Ob du mich später dann rumkommandieren wirst.
Nein, ich würde dich nie rumkommandieren. Wir können machen, was wir wollen! Und wenn du meinst, ich wär nie da, dann stimmt das nicht, weil du könntest überall dabei sein.

Aber hat man denn da Bock drauf? Dass die Freundin immer dabei ist?
Ich finde, das hat viel mehr Qualität, wenn deine Freundin dabei ist, mit ihr wegzugehen und so. Dann ist alles auf einmal so high Class. Man hat seine eigenen Witze, die Unterhaltungen sind deeper. Wenn man mit irgendwelchen Schlampen feiert, dann ist alles so oberflächlich wack. So sinnlos. Man redet nicht die Wahrheit, es ist einfach blablabla, ciao. Ich finde, mit Freunden, Bruder, Schwester oder eben der Freundin Dinge machen, ist sehr viel wertvoller.

Gehst du denn noch viel feiern? Mit Schlampen? Und ohne?
Haha, ja klar, NUR mit Schlampen, hallo? Nee, da hat man schnell die Schnauze voll. Also nee, mach ich nicht so gerne.

Also hat es sich für dich eher verkompliziert Frauen kennenzulernen? Also vordergründig erleichtert, aber hinsichtlich Realness-Faktor erschwert?
Stimmt. Das würde ich genau so stehen lassen. Einerseits erleichtert, andererseits ist es schwerer, den Wald vor lauter Bäumen und Häusern und Flugzeugen und sonst was zu erkennen.

Bist du misstrauisch geworden?
Nee, nee, nee. Ich kann Menschen gut einschätzen. Es reicht ein Satz, eine Begrüßung und ich weiß ganz genau, was abgeht. Ob die mich kennt, ob sie so tut, als würde sie mich nicht kennen, „Ach echt???" Weißt du? So. Ich check das sofort aus.

Hängst du denn auch mit Mädchen rum? Oder eher mit Jungs?
Nee, eher Jungs. Ich hab generell nur ganz wenige Freunde, also die ganz nah an mir dran sind, drei, vier. Ich bin nicht der Typ, der 100 Jungs den ganzen Tag schreibt so „Eyyyy, was geht!?". Das nimmt viel zu viel Zeit. Der kleine Kreis ist wichtig. Das war aber schon immer so. Es gibt schon ein paar Mädchen, die cool sind und mit denen ich chill, aber nee, so beste Freundin ... Geht das überhaupt?



Dass Männer und Frauen nur Freunde sein können?
Ich weiß es nicht. Es geht vermutlich schon, man muss nur so ein paar Faktoren rausstreichen. Man sollte sich nicht unbedingt heiß finden. Ich würde nicht mal sagen, weil Typen prinzipiell zu 'ner heißen Frau nie nein sagen würden. Bei Frauen ist das genau so.

Wobei Anziehung ja sehr viel mehr beinhaltet als optische Schönheit.
Haha, uhh, deep. Aber ja, stimmt, [haucht] „Ich finde dich wunderschön und dein Aussehen ist mir dabei egal" [lacht].

Wenn du das so sagst, klingt das natürlich kacke. Geht ja auch andersrum.
Ja, klar! Das ist mein Alltag! Mega hübsche Frauen, die sich zur Schau stellen und dann kommt ein Wort—Boom, am Arsch.

Darf ich mal die Maske aufziehen? Sind wir schon soweit?
Du bist ein Frechdachs. Aber ja, du darfst. Die stinkt aber etwas. Sie war in einem Lederrucksack. Aber du hast 'nen Dutt, yo. Das geht gar nicht. Du musst jetzt so langsam deine Haare schütteln, wie im Film. Schüttel dein Haar für mich!

Ich finde das komisch.
Ja ja, es ist ja auch komisch.

In deinem Film wird auch gesagt, dass Leute ehrlicher sind, wenn sie eine Maske tragen, weil sie sich sicherer fühlen.
Ja, das stimmt. Das ist von Oscar Wilde yo. Der hat das gesagt. Wollen wir vielleicht einen Kaffee trinken und eine rauchen gehen?

Nichts lieber als das! Auf dem Fensterbrett?
Fall bitte nicht runter. Du darfst alles machen, auch mit mir, außer runterfallen.

Du bist so ein positiver Mensch. Ich war mir am Anfang nicht ganz sicher ...
[Fällt mir ins Wort] ... „Wie ich damit umgehen soll? Oh Gott, der ist immer so fröhlich!"

Halt echt! Gibt es nicht auch Dinge, die du hasst? Lass uns ein bisschen hassen!
Woah ja, Hass! Was hass ich ... [muss wirklich überlegen] Ah ja, genau man! Wenn es regnet man. Da kotz ich ab! Ich hatte so einen krassen Sommer. Jeden Tag Sonne—ich war ja auf Tour und wirklich jeden Tag war geiles Wetter, als wenn die Sonne uns hinterherreisen würde. Und dann gestern hatte ich den ersten regnerischen Tag zu Hause, steh vor meiner großen Scheibe und gucke runter in den Nebel, der mich auslacht: „Fick dich und deinen Regenschirm, du wirst trotzdem nass! Um dich rum, von oben und unten, ins Ohr. Jetzt ist es vorbei."

OK, diese Hass-Anekdote sagt einiges über dich aus. In deinem Film gibt es ja eine Zukunftsvision von dir. Wie würdest du tatsächlich später gerne sein?
Ich denke immer, was man sich vorstellt, das passiert dann auch. So ist es bei mir immer gewesen. Ich hab immer das Gefühl, das was ich denke und auch was ich schreibe in Texten, das passiert dann. Es ist irre.

Du meinst wie so eine Art self-fulfilling Prophecy?
Ja. So damals als ich mit 16 Tracks geschrieben hab, ich hab genau das so beschrieben, was dann auch passiert ist. Aber OK, die Zukunft: Es gibt ein paar Optionen, was passieren könnte. Die eine—die schöne, wie im Märchen—wäre eine wunderschöne Frau, aber ihr Aussehen ist mir egal [lacht], schöne Kinder, zwei Mädchen, zwei Jungs, Hunde, Tiere, Esel! Ich will einen Esel!

Ja, ich will auch Hunde!
Ja? OK, was noch? Pferde? Hühner? Chinchillas?

Hühner ja, Pferde nein. OK, das ist die eine Option. Und die andere?
Genau: Also einmal Märchen mit Familie, Zoo in einer Finca und alle hängen ab und wir haben einen See und Boote und Quads und haben Spaß und sind gesund und glücklich. Option Nummer zwei: Drogenende irgendwo in irgendeinem reichen Hotelzimmer mit 20 Nutten. Völlig ruiniert alles, aber viel Geld, dafür Werte, Menschlichkeit, alles im Arsch. Stirbt. Ich bervorzuge eigentlich Option eins. Ich glaube die wird's auch.

Du glaubst also an Schicksal?
Nein, ich glaube daran, dass man seine Zukunft selber bestimmen kann. Du kannst machen, was du willst. Was du denkst, passiert. Es ist tatsächlich erschreckend bei mir, wie krass das zutrifft. Ich stell mir was vor, und es wird so.

Überwältigt es dich manchmal, wie gut alles geklappt hat? Das hört sich nämlich gerade so an.
Ja, voll. Ich find's überkrass. Immer noch.

Und es steigt dir nicht zu Kopfe?
Die Maske hilft wirklich. Ich steh vorm Club und komm nicht rein.

Passiert das wirklich?
Ja klar! [Flehend] „Ich schwör ich bin's! Guck, ich hab hier ein Tattoo, ich bin's wirklich!" Auch auf dem Splash. Jedes Mal wenn ich in den Backstage wollte, hat mich so eine aufgehalten und wollte mich nicht reinlassen, weil ich das Bändchen auch nicht anhatte. Ich mag diese Festivalbändchen nicht. Die hat mich echt aufgeregt.

Festivalbändchen sind kacke, aber ich sehe, du trägst da eine schöne Goldkette.
Ja, ich bin jetzt ein Gypsy.

Das ist ja dann doch noch ein Rap-Attribut, das du dir bewahrt hast, nachdem du ja sehr poppig geworden bist.
Halt die Fresse, yo! [Lacht] Ich bin durch und durch Rap, schon von klein auf auf der Rückbank und der Bass wummert durch den Bauch. Ich glaube, das haben viele gar nicht auf dem Schirm, dass ich [nach jedem Wort eine kleine Pause einlegend] der Inbegriff von Rap bin!

Wo siehst du dich dann heute im Deutschrap?
Nee, da seh ich mich ... Guck mal, das ist so, dass mir das eigentlich scheißegal ist. Was will ich mich mit den Idioten da draußen über Realness bekämpfen? [Grunzend] „Öhhh, ich bin so real!" Boah, dann so über schlechte Videos vor so 'nem geilen Auto stehend und dann noch so 'ne Schlampe in 'nem String, die da so rumtanzt und so ... Wow, über geschmacklos, fickt euch. Von da komm ich nicht man. Ich bin eher Basketball und auf den kleinen Bruder aufpassen.

Mit diesem ganzen Szene-Gerede kannst du nichts anfangen?
Nee, deswegen halte ich mich da raus. Spielt ihr in eurer Billig-Glitzer-Fake-Goldketten-Quatsch-Welt euren Film. Ich bin hier oben.

Wortwörtlich! Wollen wir vielleicht mal runter von dem Fensterbrett und den Rest der Wohnung angucken? Das Bad hab ich noch nicht gesehen.
[ Verschwörerisch raunend] Ohhhhhh ... können wir die Kamera mitnehmen?

Ach, hör doch auf!

Wir öffnen eine Tür, die jedoch nicht zum Bad führt

Oh, das ist ein Kleiderschrank. Da musst du höllisch aufpassen, dass ich nicht so eine Boris Becker-Nummer mit dir abziehe. So schnell geht das.
Das war aber eine Besenkammer und kein Kleiderschrank.

Cro öffnet die andere Tür zum heftigsten Bad, das ich je gesehen habe

Woooooooow!
Da sagst du wow, oder? Ich hatte es auch noch gar nicht gesehen.

Wir setzen uns in die Badewanne, die bei Cros Größe für zwei doch recht klein ist.

Stört es dich, wenn mein Fuß hier an deinen Po gequetscht ist?
Nö, gar nicht.

Was ist das Extravaganteste, was du bisher in deinem Leben erlebt hast?
Letztens sind wir mit drei Privatjets von Hamburg nach Norderney geflogen, so in 'ner Staffel. Das war ziemlich krass. Aber: das war so billiger, als für alle 'nen Flug zu buchen. Entschuldigung, ich streck mich auch ein bisschen, stört dich mein Fuß da hinten? Pass auf! Vielleicht kann ich ja mit meinen Zehen BHs öffnen!

Nein, ist schon ok. Geht ja wohl nicht anders.
Nein, es gibt schon viele dekadente, krasse Sachen, die wir erleben. Deswegen versuch ich dann umgekehrt immer das Gegenteil auch zu fahren. Ich male zum Beispiel echt viel wenn ich zu Hause bin. Ich bin immer der mit den dreckigen Fingern und Hosen.

Du hast auch schon einen Mercedes angemalt. Was wiederum recht dekadent ist.
Hast du auf Instagram gesehen, hm?

Ja. Aber du scheinst nicht so mega fleißig bei Instagram und sowas zu sein. Also in dem Sinne, dass du nicht wahnsinnig viele private Einblicke teilst.
Nee, überhaupt nicht. Ich find das scheiße. Ich find das viel interessanter, wenn man nicht so viel zeigt. Wenn man einmal anfängt, seinen privaten Scheiß zu zeigen, dann musst du dabei bleiben. So ein Freund von mir hat sich sogar eine Freundin herausgesucht anhand von Reichweite. Irre, oder?

Es gibt ja Typen, die eher eingeschüchtert sind, wenn ihre Freundin „krasser" ist als sie selbst.
Versteh ich nicht. Ich würd das feiern. Eine Exfreundin meinte auch mal zu mir, es kotzt sie an, weil ich alles kann. Ich würde voll gern eine Frau kennenlernen, die alles kann und ich den ganzen Tag denke, „Wooow, was kann die denn alles?!" [lacht].

Was bewunderst du denn an Frauen?
Wenn die was können HAHA! Nee, ich mag das, wenn jemand so 'nen Eigenantrieb hat und genau weiß, was sie will. Auch scheißegal, ob man das jetzt gut macht, sondern einfach machen. Das mag ich generell an Menschen.

Irgendjemand behauptete kürzlich, Frauen hätten keine Hobbies.
Das stimmt ein bisschen. So schön zu Hause liegen mit der Katze auf dem Bauch und so 'nen Tee und noch eine Folge gucken im Pyjama, und dann schläft man ein bisschen [wir lachen]. Aber das ist auch geil. Ich will auch mal chillen. Es ist die Mische, wie immer. Aber das mit dem Antrieb ist tatsächlich oft so. Wir haben Zuhause eine kleine Villa Kunterbunt und da wohnen alle, und jeder, der Bock hat, darf kommen und da passiert oft einfach so vieles. Rechts unten Fotoshooting, links wird ein Video geschnitten, eins drüber wird gemalt, daneben ist das Studio und die anderen hängen ab und philosophieren über irgendwas und echt jeder, der da ist, ist irgendwie ein spezieller Mensch und krass für sich. Und dann sind halt manchmal irgendwelche Mädels da [alle lachen]. Und denen ist dann langweilig. Und die sitzen daneben rum und ich seh dann immer schon wie sie denken, „Ich muss jetzt auch irgendwas krasses machen". Eigentlich ganz süß. Ich beobachte das dann [in einer geschäftigen Mädchenstimme sprechend], „Ja, ich mach jetzt auch was, soooo ...", und dann nimmt sie irgendwas in die Hand und fängt an, was zu bauen. Aber das ist cool, versucht's halt.

Du hörst dich an, als wärst du ein sehr großzügiger Mensch. Ist das ein Wert, der dir wichtig ist?
Ja. Ich muss mich da auch manchmal echt selber bremsen. Aber es ist auch gut, weil alles kommt immer zurück. Wenn ich in zehn Jahren nicht mehr großzügig sein können sollte, dann erinnern sich die Leute, die damals dabei waren ja daran und geben zurück. Oder sie sind weg im schlechteren Fall.

Gibt es auch Eigenschaften an dir, die du nicht so gerne magst? Ist ja nicht schlecht zu wissen bei einem Date.
Ich rede echt viel, falls dir das noch nicht aufgefallen ist [lacht]. Und ich widerspreche manchmal einfach grundlos. Obwohl die Meinung richtig ist, muss ich dann irgendwie dazufügen, „aber vielleicht könnt's ja auch anders sein!?". So dumm. Und dazu noch die ganze Zeit die Klappe auf.

Cro fuchtelt mit seinen Füßen rum und schaltet dabei aus Versehen das Wasser an.

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