Ghostemane ist die Antwort darauf, wie man 2018 Metalcore mit Rap verbindet

Neues krankes Video, neues ultra-düsteres Album: Der Rapper Ghostemane hat eure Blutrituale erhört.

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Okt. 10 2018, 4:11pm

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der Wiener Redaktion.

Mit seinem neuen Video "Flesh" macht Ghostemane klar, dass es längst eine neue Strömung im Rap gibt. Eine Strömung, in der Slipknot neben Young Thug existieren und deswegen umso härter abgegangen wird. Im mit psychedelisch-okkulten Effekten gespickten Clip rastet Ghostemane deswegen vor nur 50 Die-Hard-Fans aus – in einem abgelegenen Haus, das Leatherface ziemlich gut gefallen hätte.

Die Leute springen wie wild durch einen abgefuckten Raum, lassen sich zum stürmenden Beat-Gewitter von der Decke hängen und treiben gemeinsam die inneren Dämonen aus. Wer sich da als Hobby-Exorzist an die alten Videos von Fugazi-Konzerten erinnert fühlt, darf gerne triumphierend seinen Bildschirm anbrüllen.

Lange Haare, Tattoos, Metal-Merch – optisch erinnert alles an Ghostemane an verzerrte Gitarrenmusik und böses Rumgeschreie. Musikalisch macht der ehemalige Punk-Gitarrist allerdings Rap – auch mit derart fieser Metalcore-Kante. Ein Mix, wie man ihn heutzutage kaum origineller hört.

Eigentlich heißt der 27-jährige Ghostemane Eric Whitney und studierte Astrophysik. Seine Musik fasst deine schlimmsten Albträume in einem eruptiven Bad Trip zusammen.

Mit Liedern über Depression, existenzielle Krisen und einen alles durchdringenden Selbsthass verpackt Ghostemane das Ganze in übersteuerten Beats, die sich zwischen Metalcore, Industrial, HipHop und Noise nicht entscheiden können. Er selbst gibt auch immer wieder Screams von sich, für die ihn Szene-Bands glatt ans Mic lassen würden.

Früher war Ghostemane mit Lil Peep und JGRXXN in einer Combo namens SchemaPosse, jetzt ist er unterwegs in einer Szene von Künstlern wie den $uicideboy$, die mit schreiend-gurgelnder Lo-Fi-Musik zu Internet-Stars aufstiegen – oder er ist auf Tour mit echten Hardcore-und Metalcore-Bands wie Code Orange oder Vein.

Am Mittwoch erschien Ghostemanes neues Album N/O/I/S/E, das zehnte Album innerhalb von nur vier Jahren. Insgesamt zwölf Songs, die allesamt ein schwarzes Loch in deinen Gehörgängen aufreißen, um sie mit seiner Vision der kompletten Genre-Verschmelzung zu füllen.

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