"Den packe ich mir auf meine Sommerplaylist" – Major Lazer über die deutschen Sommerhits 2017

Wir haben Jillionaire von Major Lazer Videos von Marteria, DCVDNS, SXTN und Raf Camora & Bonez MC gezeigt und er war überrascht.

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30 Mai 2017, 10:22am

Foto: Screenshots von YouTube aus den Videos "Das Geld muss weg" von GREEN BERLIN | "Kontrollieren" von Crhyme TV | "Er will Sex" von SXTN | Imago

Rum und die Karibik gehören zusammen wie Major Lazer und der Festivalsommer. Geht auch ohne, aber erst die Kombination sorgt für den richtigen Vibe und verschwitzte Nächte. Irgendwie naheliegend, dass sich die DJs Jillionaire aus Trinidad, Walshy Fire aus Jamaika und Diplo aus Südflorida (zusammen Major Lazer) mit dem karibischen Rum-Hersteller Bacardi zusammengetan haben, um mit der "Sound of Rum"-Kampagne durchzustarten und dafür einen Song zu produzieren, der noch diese Woche erscheinen soll. Wie sagt Jillionaire doch im Gespräch so schön: "In Trinidad ist Rum immer dabei, wenn man rumhängt – das Einzige, worin wir wirklich gut sind."

Und da der DJ und Produzent schonmal in der Stadt war, habe ich mich mit ihm getroffen, über Partys in der Karibik gesprochen und ihn seinen persönlichen deutschen Sommerhits 2017 auswählen lassen:

Inwiefern unterscheiden sich die Partys in der Karibik von denen im Rest der Welt?
Intimität. Du würdest nicht fremde Leute in dein Haus einladen. Vielleicht schon, aber es ist eine andere Art der Interaktion. Wir können entweder riesige Festivals mit 80.000 Leuten bespielen oder kleine Räume mit maximal 500 Leuten.

Was magst du mehr? Riesige Partys oder eher die kleinen, intimen?
Gerade eben die intimen. Beide haben eine andere Art der Energie. Wenn du mit einer riesigen Crowd umgehen musst, erreichst du viel mehr Menschen, projizierst Energie und spürst, wie sie wiederkommt. Aber in einem kleinen Raum kannst du besser improvisieren und dich ausprobieren. Die Leute wollen eben schwitzen und eine gute Zeit haben.


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Dem Klischee nach sind die Deutschen eher zurückhaltend, wenn es ums Tanzen geht. Wie schätzt du das ein?
Wir haben ein paar Festivals hier in Deutschland gespielt. Zum Beispiel an diesem Wiedervereinigungstag. Die Shows waren immer ziemlich verrückt, etwa die Afterparty im Bootshaus. Es geht mehr darum, wie du die Musik kommunizierst und mit der Crowd interagierst. Wenn du ihnen Energie gibts, bekommst du das auch zurück.

Letztes Jahr wurde hierzulande eine Rapcrew sehr erfolgreich, die in ihrer Musik auch karibische Einflüsse wie Dancehall einfließen lassen.
Es gibt viel Reggae und Dancehall hier in Deutschland. Einige der größten Soundsysteme kommen derzeit von hierher. Einer aus unserer Produktion kommt aus Hamburg.

Bonez MC & Raf Camora feat. Maxwell & Gzuz – "Kontrollieren"

Alles klar, dann zeig ich dir doch gleich mal die letzte Single von Raf Camora aus Wien & Bonez MC aus Hamburg. Das haben sie in Tokyo gedreht:

Video läuft.

Was denkst du?
Das ist tight … Das sind Deutsche?

Ja. Wie gesagt, zurzeit sind sie extrem erfolgreich, haben eine Platinplatte und alles.
Oh shit.

Aber siehst du, was ich meine? Sie nehmen sich verschiedene Einflüsse und bauen sie in ihren Sound ein.
Ja, das hier ist ziemlich afrikanisch … Tight, zeig' mir das nächste.

DCVDNS – "Neuer alter Savas"

Alles klar. Vielleicht wird der hier ja deine deutsche Sommerhymne 2017. Das ist ein Rapper aus Südwest-Deutschland: DCVDNS.

Video läuft.

[Grinst] Damn, diese Videos sind echt tight.

Ich liebe diese Drei-Gläser-Sonnenbrille.
Ja!

DCVDNS springt mit dem Skateboard über eine Frau

Woah.

Was denkst du?
Ich mag das Video. Es ist eben europäischer Boombap-Rap. Lass mal das nächste gucken.

SXTN – "Er will Sex"

OK, dann kommen jetzt zwei Rapperinnen aus Berlin: SXTN.

Video läuft.

Lass das nächste gucken.

Jetzt schon? Die Hook kommt ziemlich unerwartet.
Yeah? Das Video ist schrecklich. Sie ist eben ein Rapper und sie sind die ganze Zeit nur an einem Pool. Zeig mal das nächste.

Marteria – "Das Geld muss weg"

Dann kommt jetzt Marteria. Er ist nach Südafrika geflogen, um alle Videos für das neue Album zu drehen und nebenbei noch einen Sci-Fi-Film zu machen.
Er macht keine halben Sachen.

Video läuft.

Er singt darüber, wie er all sein Geld einfach raushaut.
Das ist das Beste von allen. Wir sind fertig, haha.

Du magst es?
Ja, total. Aber alle klangen gut – außer der Boombap-Typ.

Ich dachte, der war tight?
Ja, aber ist halt … Boombap.

Also wird Marteria dein Sommerhit 2017.
Den packe ich mir auf meine Sommerplaylist und höre ihn, während ich Rum trinke.

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