Beyoncé ist zu perfekt, um ein Mensch zu sein—wir haben eine Erklärung

Sobald „der Klon“ die echte Beyoncé ersetzt hatte, leistete er sich immer wieder kleine Fehltritte. Diese Fehler verleihen der alternativen Beyoncé-Story Glaubwürdigkeit.

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07 Juni 2016, 9:12am

Man könnte meinen, Beyoncé wäre immer schon da gewesen. Ihre Stimme erklang aus den Boxen, als du auf der Abschlussfeier der Klassenfahrt zu „Survivor“ versuchtest, jegliche Interaktion mit dem anderen Geschlecht zu vermeiden; mit „Crazy in Love“ lieferte sie den passenden Soundtrack zur naiven Euphorie deines ersten Verknalltseins und mit „Listen“ war sie zur Stelle, um alle gebrochenen Herzen zu flicken. Mit „Who Run The World? (Girls)“ half sie schließlich Frauen auf der ganzen Welt dabei, ihrem Selbstbewusstsein und Unabhängigkeitsgefühl einen ordentlichen Schub zu verpassen.

Zwanzig Jahre später und Beyoncé ist immer noch da, veröffentlicht immer noch Alben, geht immer noch auf Tour und ist immer noch Beyoncé. Wenn man bedenkt, wie lange Beyoncès fast makellose Karriere schon läuft, wie ihr Talent und ihre Lebensdauer niemals zu verblassen scheinen, drängt sich immer wieder dieser eine Gedanke auf: „Einfach unmenschlich!“—als wäre sie nicht normal gezeugt worden, sondern unter strengen Laborbedingungen in einem Reagenzglas. Mit dem erklärten Ziel, möglichst viel Fame zu generieren. Und wenn man außerdem bedenkt, dass die Beyoncé von Survivor eine ganz andere Beyoncè ist als die von Lemonade, drängt sich noch stärker der Gedanke auf, dass es sich bei ihr um kein fühlendes Lebewesen handelt, sondern um eine kunstvolle Anordnung von Molekülen—darauf ausgelegt, den unverwüstlichen Popstar zu formen. Denk nur mal drüber nach: Ihr unfassbar wandelbares Talent ist einfach zu perfekt, um natürlichen Ursprungs zu sein.

Wir müssen uns der Wahrheit stellen. Wir müssen unsere eigene Unterlegenheit akzeptieren. Wir müssen akzeptieren, dass Beyoncé kein menschliches Wesen ist. Genau wie der fleischfressende Tyrannosaurus in Jurassic Park, Dolly das Schaf und Avril Lavigne ist Beyoncé ein Klon. Sie ist nicht Beyoncé Giselle Knowles-Carter, sie ist ein ausgeklügeltes Konstrukt aus Premium-Stammzellen.

Ich weiß, dass das jetzt ein ziemlicher Brocken ist. Aber immer mit der Ruhe, ich werde dir alles haargenau erlären. Diese Geschichte hat nämlich mehr Ebenen als jede ausschweifende Lemonade-Interpretation ...

Beyoncès Talent war zu wertvoll, um es zu verlieren

Verlässlichen und seriösen Quellen wie WTF WAKE THE FREEDOM zufolge (in Deutschland ist das Video natürlich gesperrt. Verdächtig!) lief Beyoncés Karriere in den 00er Jahren so reibungslos, dass das Produzententeam hinter der Sängerin den Entschluss fasste, es sei nur schlau und logisch, einige ihrer Stammzellen zu extrahieren und einzufrieren. Auf diese Weise könnte in einem Notfall sofort ein Beyoncé-Klon erschaffen werden.

Ein paar Jahre verweilte das Klon-einen-Popstar-Projekt ohne weitere Vorkommnisse in dem vollverglasten Büro eines Plattenbosses in einem Minikühlschrank. 2010 aber trat der Worst-Case ein: Beyoncé starb. Natürlich gibt es im Internet kaum Informationen darüber, wie sie genau gestorben ist. Die Einzelheiten wurden mit ziemlicher Sicherheit verschlüsselt, auf einem USB-Stick gespeichert, der dann in einen schweren Stahltresor eingeschlossen und auf den Meeresgrund versenkt, nur um dann stückweise von unabhängigen und etwas eigenwilligen YouTube-Accounts an die Öffentlichkeit gebracht zu werden. Wie auch immer, Beyoncé ist nicht mehr unter uns. Sie wurde nie wieder gesehen, noch nicht mal an Weihnachten.

Der Beyoncé-Klon—nennen wir ihn einfach „der Klon“—trat nach ihrem Ableben nahtlos in Erscheinung und nahm die Rolle der makellosen Beyoncè an. Für das ungeübte Auge hatte „der Klon“ Beyoncé so gut kopiert, dass es unmöglich war, den Unterschied zwischen „dem Klon“, der „Who Run The World“ sang und Beyoncé zu sehen, deren lebloser Körper derweil irgendwo auf diesem Planeten in einem namenlosen Grab verweste. Allerdings war es das doch. Sobald „der Klon“ nämlich Beyoncé ersetzt hatte, ließ er hier und da Hinweise fallen und leistete sich immer wieder kleine aber merkliche Fehltritte. Und diese kleinen Fehlfunktionen sind es, die der alternativen Beyoncé-Story Glaubwürdigkeit verleihen. Den ersten Beweis dafür, dass Beyoncé von einem hypermodernen Klon ersetzt wurde, haben wir hier:

Sasha Fierce tritt auf den Plan

Kann es wirklich Zufall sein, dass Beyoncé etwa zur gleichen Zeit damit anfing, von ihrem Alter-Ego „Sasha Fierce“ zu sprechen, als sie gestorben und von einem Hochstapler-Klon ersetzt worden war? Wie die hochinformative Website Now The End Begins uns aufklärt, hat Beyoncé selbst gesagt: „Ich habe jemand anderes, der übernimmt, wenn ich arbeiten muss und auf der Bühne stehe—dieses Alter-Ego, das ich erschaffen habe, beschützt mich und das, was ich wirklich bin, in gewisser Weise.“

„Alter Ego“ oder sollten wir vielleicht nicht besser sagen EINE VOLLKOMMEN ANDERE PERSON?! Ich denke, die Antwort darauf kennen wir alle, aber für den Fall, dass du noch nicht ganz überzeugt bist, hier ist Beweisstück #2:

Ihr Gesicht hat sich mit der Zeit verändert

Falls es nicht eh schon klar ist: Die Beyoncé links ist Beyoncé Giselle Knowles-Carter. Die Beyoncé rechts ist eine künstlich erschaffene Molekülanordnung. Warum? Weil Beyoncé 2010 gelächelt hat, aber sechs Jahre später schon viel weniger lächelt. Das ist ungeheuer suspekt. Wie wir alle wissen, ist so ein Lächeln unglaublich konstant und beständig.

Immer noch nicht so wirklich überzeugt? Nun, dann bedenk bitte, dass die Beyoncé von 2010 Seitenscheitel trägt, wohingegen die Beyoncé von 2016 Mittelscheitel trägt. Keine Frage: Ein weiterer, eindeutiger Hinweis darauf, dass es sich um zwei verschiedene Menschen handeln muss. Wir wissen alle, dass du, sobald du einen Scheitel gewählt hast, diesen auch bis ans Ende deines Lebens behalten musst. Ja, auch bei einer Flechtfrisur. Du kannst nicht einfach so deine Meinung ändern. Damit wären wir dann auch bei Beweisstück #3:

Sie hat ihre Schwangerschaft nur vorgetäuscht

Im Sommer 2011 verkündete Beyoncé der Welt, dass sie schwanger ist, und trat damit eine Lawine rotbackiger Auftritte auf dem roten Teppich und öffentlicher Turteleinlagen mit Jay Z los. Allerdings unterliefen ihr dabei kleine Fehler, wegen denen Menschen (allen voran TV-Moderatorin Wendy Williams) vermuteten, dass ihre Schwangerschaft nur vorgetäuscht war.

Zuerst einmal brachte sie ständig die Daten durcheinander. In einem Interview gab sie bekannt, dass sie ihr Baby im Februar erwartet, obwohl sie in einem früheren Video noch behauptet hatte, dass es im Januar kommt. Natürlich vergessen echte, nichtgeklonte Menschen niemals irgendetwas. Echte, nichtgeklonte Menschen erinnern sich an bestimmte Monate und Daten, als wären sie ihnen mit einem metaphorischen Messer ins Gedächtnis geschnitzt worden.

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Dann war da noch ihr berüchtigter Auftritt in der australischen Sendung Sunday Night, wo ihr „schwangerer“ Bauch in sich zusammenfiel wie ein Windbeutel, den man zu früh aus dem Ofen geholt hatte. „Faltet sich Stoff etwa nicht?“, fragte sie in einem lächerlichen Versuch einer Erklärung. Ähm ja, Klon-Frau, ABER SCHWANGERE BÄUCHE NICHT! Schwangere Bäuche sind wie ein gigantischer Findling, der von mehreren Schichten Stahl umfasst wird.

„Aber warum sollte sie denn eine Schwangerschaft vortäuschen?“, höre ich dich fragen. Nun, es heißt, dass aufmerksame Fans langsam begannen, die Existenz „des Klons“ zu erahnen. Gäbe es denn eine bessere Methode, „den Klon“ realer und menschlicher aussehen zu lassen, als ihn plötzlich schwanger auftreten zu lassen? Auch wenn wir Menschen klonen können, ist die Technologie noch nicht so weit fortgeschritten, dass wir auch die Körperteile mitklonen können, die weitere Menschen hervorbringen. Es wurde also einfach aus heiterem Himmel eine Schwangerschaft vorgetäuscht, um vom eigentlichen Drama abzulenken: Die Musikindustrie hatte einen verdammten Popstar geklont! Was? Immer noch nicht überzeugt? Bitteschön, liebe Leserinnen und Leser, hier ist Beweisstück #4:

Sie ist beinahe beim Super Bowl hingefallen

Beyoncés Halbzeitauftritt beim diesjährigen Super Bowl war unglaublich, wenn auch nicht wirklich ~fehlerlos~, denn an einer Stelle wäre die Sängerin fast hingefallen, bevor sie sich retten konnte und wieder ihre Balance fand. Die Sache ist halt die ... Wäre die echte Beyoncé bei ihrer eigenen Choreographie fast hingefallen? Höchst unwahrscheinlich, würde ich meinen, schließlich fällt Beyoncé nie hin—das ist Fakt. Es bleibt also keine andere Erklärung: Die neue, tollpatschige Beyoncé ist ein Klon. Du findest das ein bisschen unfair? Hier geht es nicht um Fairness. Hier geht es um eindeutige Fakten und unumstößliche Wahrheiten!

Aber gut, ein letztes, vernichtendes Beweisstück haben wir noch. Nach Beweisstück #5 werden dann auch die letzten Zweifler überzeugt sein.

Sie ist immer noch mit Jay Z verheiratet, obwohl der sich mittlerweile wie irgendein Onkel kleidet


Foto: Michael Whitney | Flickr | CC BY 2.0

Von all den Beweisen, die euch gerade präsentiert wurden, ist der hier der wahrscheinlich erdrückendste. Ja, Jay Z ist einer der erfolgreichsten Künstler aller Zeiten und ja, er ist wahrscheinlich auch ein netter Kerl, aber schau dir nur mal dieses Foto an . Er trägt ein kariertes Cowboyhemd, das er so weit aufgeknöpft hat, dass darunter ein weißes T-Shirt mit V-Ausschnitt zum Vorschein kommt. Sein Gesichtsausdruck, der nichts als friedliche Genugtuung ausstrahlt, ist der deines Onkels, wenn du ihm erzählst, dass du das ganze Wochenende damit verbracht hast, dich für BWL-Kurse zu bewerben, obwohl du in Wahrheit nichts anderes getan hast, als Unmengen MDMA in dich hineinzuschaufeln, nur um dann in einem überwältigendem Anflug von Nächstenliebe bei deinen Nachbarn einzubrechen, um ihre DVDs alphabetisch zu ordnen.

Denk bitte genau über diese Frage nach und antworte mir dann ehrlich: Würde die echte Beyoncé mit jemandem zusammen sein, der eine Brille trägt, die dem Begriff „Augengläser“ mehr als gerecht wird? Würde eine echte Beyoncé—die ein dermaßen symmetrisches Gesicht hat, dass du es wie eine Rad um 360 Grad drehen könntest und es trotzdem von allen Seiten gleich aussehen würde—jemals einen Mann finden können, der ihr das Wasser reichen kann? Nein, das würde sie nicht, und demenentsprechend lautet das Geheimnis ihrer 15 Jahre währenden Beziehung nicht Liebe und Kompromisse, sondern Lügen und Täuschungen. Die Beyoncé nämlich, die immer noch mit Jay Z verheiratet ist, ist eigentlich ein Klon und dem Klon macht es nichts aus, sich mit jemandem unter seinem Niveau abzugeben. Denk nur mal drüber nach und du wirst sehen, wie sich die einzelnen Teile vor deinen Augen zusammenfügen.

Hier hast du ihn also, den absoluten und abschließenden Bewies dafür, dass die Beyoncè, die wir kennen und lieben in Wirklichkeit ein Klon ist. Ich bin mir darüber im Klaren, dass das Anerkennen dieser Theorie die Grundfesten jeden irdischen Daseins in Frage stellt, aber manchmal ist die Wahrheit eben Millionen mal wirrer als jede Lüge. Manchmal findet sich die Wahrheit nicht in akademischen Aufsätzen oder wissenschaftlichen Untersuchungen, sondern in YouTube-Videos, die jemand mit seiner antiken und niedrigauflösenden Webcam gefilmt und mit Powerpoint zusammengestellt hat. Manchmal musst du akzeptieren, dass Beyoncé zu talentiert und unverwüstlich erscheint, um ein Mensch zu sein, was daran liegt, dass sie keiner ist. Wir können nie wie Beyoncé werden, weil sie geklont wurde. Who Runs The World? Nein, nicht Girls: Klone!