Die 9 wahnsinnigsten Sachen, die Menschen im Moshpit abgezogen haben

Ein Typ hat jetzt versucht, eine Schüssel Cornflakes im Pit zu essen. Wirkt gegen den kranken Scheiß, den andere Leute abgezogen haben, schon fast wieder schlau.

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Juli 13 2018, 9:16am

Foto: Screenshot via YouTube aus dem Video "No Cereal in the Mosh Pit" von ViralHog

Dieser Artikel ist Teil des VICE Guides für Festivals , alle Texte findet ihr hier.

Der Moshpit ist ein Ort der stummen Übereinkunft. Wir boxen jetzt alle der Luft auf die Fresse, treten ihr dann nochmal gegen Stirn, Niere und rechte Kniescheibe. Falls jemand dabei hinfällt, helfen wir ihm hoch. Alle zusammen gegen den erklärten unsichtbaren Feind. Erst recht, wenn die Band da vorne zu einer Wall Of Death oder zum Circle Pit aufruft. Dann ziehen wir gemeinsam in die Schlacht. Funktioniert seit Jahrzehnten. Aber es gibt immer wieder Zuschauer, denen das alles schlichtweg scheißegal ist oder die die Regeln so weit ausreizen, dass wir nur verwundert daneben stehen und uns fragen, ob nicht wir die Deppen sind und die ganze Sache falsch angehen.

Hier die absurdesten Sachen, die Zuschauer in den letzten Jahren im Pit getrieben haben:

Eine Schüssel Cornflakes im Pit essen

Einen Bierbecher mit in den Pit zu nehmen, ist schon eine ziemliche Ansage. Man wird es eh nicht trinken können, sondern eher sich selbst und ein paar Mitmenschen vollspritzen. Ein Typ hat während des Warped Tou r-Auftritts von Chelsea Grin in Denver (Colorado) das Verschütten jedoch auf die Spitze getrieben. Er ist mit einer riesigen Schüssel Cornflakes in den Deathcore-Pit gelaufen und hat versucht, seinen Snack auszulöffeln – völlig unbeeindruckt von den tanzenden Leuten um sich herum. Ging natürlich alles daneben und er irgendwann auch zu Boden. Bleibt die Frage, was die ganze Aktion, die schon immer zum Scheitern verurteilt war, überhaupt sollte? Vielleicht war das Ziel, uns einfach für 40 Sekunden aufzuheitern. Hat er geschafft.

Sich für den Circle Pit selbst anzünden

Shows moderner Rap-Acts sind lit, das Konzert von Take Offense in der Slowakei 2016 war litter. Das ist nicht nur als freshes Wortspiel zu verstehen, nein, da sind wirklich zwei Typen rumgerannt, die wortwörtlich brannten. Beide trugen weite, rote Mäntel, deren Rücken komplett in Flammen stand. Ein paar Runden im Pit schafften sie, dann mussten sie sich ihres Feuers entledigen. Und ihr fühlt euch cool, wenn ihr Bengalos zündet?

Einen Heiratsantrag wagen

Heiratsanträge auf Konzerten sind schwierig. Überlegt mal, ihr überrascht euren hoffentlich baldigen Ehemann damit, dass ihr ihn auf die Bühne bittet und vor tausenden Menschen und seiner Lieblingsband um seine Hand anhaltet. Eine freie Entscheidung sieht anders aus. Da ist uns das Pärchen viel lieber, dass sich im Mai 2017 während des Sets von Power Trip verlobte. Mitten im Moshpit! Während um sie herum Mosher durchs Panorama stampften, wurde sich verliebt in die Augen geguckt – bis sie von der nächsten Wall of Death wahrscheinlich für immer weggespült wurden.

Den Kinderwagen in den Circle Pit schieben

Babys auf Konzerte mitschleppen – ja oder nein? Die Diskussion machen wir hier erst gar nicht auf, soll doch jeder machen, was er will. Eine frische Mutter wollte es während der Warped Tour-Show von Fit For A King wohl allen übervorsorglichen Kritikern zeigen und schob ihr Kind im Kinderwagen einfach den Circle Pit entlang. Das Kind hat das (wahrscheinlich) unbeschadet eh alles verpennt, kann später aber damit angeben, schon als Baby im Pit gewesen zu sein.

Als Mülltonne verkleidet moshen

Wieder Warped Tour, wieder Fit For a King, diesmal aber ohne Mutter. Dafür mit einem Typen, der seinen Kopf und Oberkörper kurzerhand in eine große Mülltonne steckte und so moshend um sich trat. Sein seltsames Abenteuer wurde jäh unterbrochen, als ihn ein wohl missgünstiger Zuschauer gnadenlos umtrat. Die Tonne hat das aber unbeschadet überstanden.

Als Nackedei crowdkillen

Es war ein Konzert von Varials im Mai 2015, als sich John aus Boyerstown (Pennsylvania) dazu entschloss, so in den Pit zu stürmen, wie wir alle unter der Dusche stehen. Also nackt. Dann schlug er in fieser Crowdkiller-Manier auf alles und jeden ein. Niemand schlug zurück, uns erzählte er damals, dass es viele eher witzig fanden. Na dann. Was die Band von der Aktion hielt? "Sie haben es geliebt."

Eine Ziege in die erste Reihe lassen

Es war einmal in der französischen Kleinstadt Mauriac, in der eine Ziege namens Biquette lebte. Biquette liebte Grindcore – offensichtlich. Immerhin gingen 2012 Fotos viral, in der sie seelenruhig dem Set von Wormrot zuschaute. Zwei Jahre später verstarb sie, im Alter von zehn Jahren. Fünf davon hatte sie auf dem Gelände der Underground-Venue verbracht und zahllose Bands spielen sehen. Wer auch immer erstmalig die Idee hatte, sie doch mal in den Konzertraum zu lassen, damit sie in der ersten Reihe zugucken kann: Dankeschön.

Im Sitzkreis eine Runde Karten kloppen

Foto: Vincent Grundke

Als beim diesjährigen Impericon Festival in Leipzig gerade Knocked Loose spielten und für einen außergewöhnlich harten Pit sorgten, saßen vier junge Herren mitten im Chaos und spielten Karten. Ob sie so der Band zeigen wollten, wie wenig sie von deren Musik halten, sie eine kreative Pause vom Tanzen brauchten oder einfach nur austesten wollten, wie lange sie zocken können, bevor der erste durch ein verirrtes Knie umgetreten wird, wissen wir leider nicht. Falls ihr jetzt schon mit glänzenden Augen auf euer Monopoly guckt: Lasst es bitte zu Hause.

In den eigenen Mund pinkeln

Foto: Reddit | Adon1kam

Während eines Konzerts von Trash Talk in Melbourne im Jahr 2014 passierte etwas, was für ordentlich Redebedarf auf Reddit sorgte. Dort wurde nämlich ein Foto hochgeladen, auf dem man einen langhaarigen Typen sieht, der sich mit starkem Strahl selbst in den geöffneten Mund pinkelt. Um ihn herum halten die restlichen Zuschauer einen gebührenden Sicherheitsabstand. Aus Gründen.

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