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Eine kurzer Abriss der bekanntesten Inzestfälle in der Popmusik

Der Rapper Kevin Gates steht auf die Pussy seiner Cousine—damit hat er schon mal was mit Johann Sebastian Bach gemeinsam. Hier sind noch ein paar Inzestfälle aus der Welt der Musik.


Foto © Bobby Viteri

Wenn Prostitution das älteste Gewerbe der Menschheit ist, ist Inzest wohl ihre älteste Perversion. Auch wenn es eines der Tabus ist, die sich tief und nachhaltig in das Gehirn unserer Spezies eingebrannt haben, vögeln Menschen ihre Blutsverwandten seit Anbeginn der Zeit, von den Pharaonen über das Viktorianische Zeitalter bis heute. Die gekrönten Häupter Europas hatten kein Problem damit, alles innerhalb der Familie und damit ihre Blutlinien „rein“ zu halten—auch wenn das in gefährlichen genetischen Störungen oder zumindest eher unschönen Merkmalen wie dem Habsburg-Kiefer endete—, was auch für ihre afrikanischen und asiatischen Gegenstücke gilt. Das Internet ekelt sich immer noch ein bisschen vor diesem Artikel hier, aber insgesamt ist das nichts, was wir nicht schon gehört hätten. Die Geschichte der Menschheit ist voll von Inzest-Paaren, und es scheint so als würde uns das Ganze noch ein bisschen begleiten.

Kevin Gates ist ein Beweis dafür. In einem Video, das der auf seinem Instagram-Account postet, gestand der Rapper, dass er zwischen 2006 und 2008 mehrfach Sex mit seiner Cousine hatte. Der Fairness halber sollte man erwähnen, dass er sich nicht bewusst war, dass es seine Cousine war, bevor seine Großmutter die familiäre Bande öffentlich machte—und dass die Frau auch noch relativ weit weg wohnte. Es war also ein Fehler, der vielen hätte passieren können, deren Familie groß und weit verteilt ist. Andererseits scheint er sich der Problematik der Geschichte nicht wirklich bewusst zu sein. Er hat auch danach noch Dates mit seiner Cousine und gab zu Protokoll, dass „the pussy good“ sei. Auch wenn man davon ausgeht, dass sich eigentlich genug junge, heterosexuelle Frauen auch außerhalb von Gates Familienstammbaum bereit erklären würden, ihm Zugang zu ihren Vaginas zu gewähren, überrascht die Sicherheit, die er angesichts seiner Entscheidung versprüht, doch etwas.

Kevin Gates ist weit davon entfernt, der einzige Musiker zu sein, der sich öffentlich als eher Inzest-freundlich zu orten. The Doors hatten es mit Oedipus, Pearl Jam starteten eine Triologie mit dem Thema, bei Rammstein wurde es natürlich relativ widerlich und explizit, der Song „Lemon Incest“ war ein bizarr großer Hit in Frankreich. Einige der folgenden Fälle passierten zwischen Erwachsenen, die wussten was sie tun; bei einigen ging es um Cousins und Cousinen; bei viel zu vielen war aber Vergewaltigung oder Zwang im Spiel. Manche der Fälle sind ziemlich übel, wir würden also nicht raten, das hier mit einem leeren Magen anzugehen.


Hier sind also ein paar der bekanntesten Inzest-Fälle der populären Musik.

JOHANN SEBASTIAN BACH HEIRATET SEINE COUSINE


Bach it to me, baby.

OK—in der Zeit von Bach waren interfamiliäre Beziehungen nicht wirklich selten, solange ein paar Grade dazwischen waren. Als der Komponist 1707 seine Cousine zweiten Grades Maria Barbara Bach heirate, hat das nicht wirklich jemanden interessiert. Sie hatten zusammen sieben gesunde Kinder, und nachdem sie 1720 starb, wurde Bach einer der bekanntesten und respektiertesten Komponisten seiner Zeit. Alles im Rahmen, würde ich mal sagen.

Um ehrlich zu sein, wollte ich die Liste auch nur mit etwas beginnen, das noch halbwegs Klasse hat. Denn ab jetzt wird es leider richtig übel.

JERRY LEE LEWIS HEIRATET SEINE 13-JÄHRIGE (!) COUSINE

Elvis hatte etwas für sehr junge Mädchen übrig: Das Mädchen, das er später heiratete, war 14, als sie sich das erst Mal trafen. Jerry Lee Lewis hat mehr oder weniger dasselbe getan. Weil diese 13-Jährige auch noch seine Cousine war, setzt Jerry Lee Lewis den traurigen Goldstandard in Sachen Rock’n’Roll-Inzest. Die Hochzeit beendete allerdings immerhin seine Karriere—die Musikindustrie wendete sich mit Ekel von ihm ab. Die Verwandtschaft wäre schon genug gewesen, aber die Tatsache, dass er 22 und sie 13 Jahre alt war, war selbst für eine Skandale gewöhnte Industrie zu viel. Das Ganze war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, und nach dreizehn Jahren und zwei Kindern ließen sie sich scheiden. Damit war es die zweitlängste der sieben Ehen von Lewis. Ein spätes Interview mit Myra, seiner Ex-Frau, zeigte aber, dass sie immerhin ihren Frieden mit Jerry und der Tatsache, dass sie bis ans Ende ihrer Tage als seine Kindfrau bekannt sein würde, gemacht hatte:

„Das Ganze ging niemanden etwas an. Ok, es ging schon manche Leute etwas an, aber sicher nicht alle, die sich zu Wort meldeten. Nur meine Familie, Jerry und mich. Wenn man mir heute sagen würde: ‚Hey, da ist eine 13-jährige, die heiraten möchte!‘, würde ich sagen: auf keinen Fall, Mädchen. Geh zur Schule, sorg dich um deine Ausbildung. Aber es war eine andere Zeit. Dinge haben sich in den letzten 50 Jahren so sehr geändert, das man sich sowas heute nicht mehr vorstellen kann.“

THE MAMAS AND THE PAPAS’ „PAPA JOHN“ WIRD BESCHULDIGT, SEINE TOCHTER VERGEWALTIGT ZU HABEN

Eine bestimmte Generation kennt John „Papa John“ Phillips als den Bandleader der 60er-Folk-Band The Mamas and Papas. Internet-User kennen John „Papa John“ Phillips als das erste Ergebnis, das auf Google kommt, wenn man „rock star inzest“ eingibt. Acht Jahre nach seinem Tod (Philipps verstarb 2011), veröffentlichte seine Tochter—die Schauspielerin MacKenzie Phillips—ihre Memoiren mit dem Titel „High on Arrival“. Darin wirft sie ihrem Vater vor, sie ab dem Alter von 18 Jahren regelmäßig vergewaltigt zu haben. Das Ganze resultierte in mindestens einer Abtreibung und einer schweren Drogensucht. Sie behauptete, die Beziehung beendet zu haben, nachdem sie schwanger wurde und sie sich nicht sicher war, ob das Kind von ihm war. Jedenfalls habe er für die Abtreibung bezahlt. Andere Familienmitglieder bestritten die Vorwürfe, auch Michelle Phillips, MacKenzies Stiefmutter und Johns ehemalige Bandpartnerin. Sie wies auf MacKenzies schwere Drogensucht und die damit verbundenen mentalen Störungen hin. Andere Familienmitglieder unterstützen die Vorwürfe. Phillips ist nicht mehr da, um die Geschichte zu erzählen. Die Details bleiben im Dunkeln.

ASWAD AYINDE SITZT IM GEFÄNGNIS, WEIL ER SEINE TÖCHTER GESCHLAGEN, VERGEWALTIGT UND GESCHWÄNGERT HAT


Photo by Galasso/The Record of Bergen County

OK, das hier ist wirklich bestialisch. 2013 wurde Aswad Ayinde (aka Charles McGill), der Regisseur einiger weltbekannter Musikvideos (darunter „Killing Me Softly“ von The Fugees), zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er fünf seiner sieben Töchter geschlagen, vergewaltigt und geschwängert hat. Dieser Mensch—es fällt schwer, ihn so zu nennen—hat sechs Kinder mit seinen eigenen Kindern. Er glaubte von sich ein Prophet zu sein und wollte eine „reine Blutlinie“ erschaffen—ein Motiv, dass in der Geschichte des Inzests öfter auftaucht. Ayinde regierte zuhause mit eiserner Faust. Seine damalige Frau Beverly behauptete, er hätte gedroht, seine Töchter zu ermorden, sollte sie zur Polizei gehen. Eine seiner Töchter war erst acht Jahre alt, als ihr 30-jähriges Märtyrium begann. Das Ganze flog auf, als die Töchter entdeckten, dass Ayinde auch Kinder mit anderen Frauen hatte und um deren Sicherheit besorgt waren. 2006 fanden sie die Kraft zur Polizei zu gehen. Die Kinder, die tatsächlich zur Welt kamen, leiden heute unter schweren genetischen Krankheiten. Man kann nur hoffen, dass dieses Monster den Rest seines Lebens gepeinigt wird.

LILY ALLEN SCHLÄGT EINE TV-ROLLE AUS, WEIL SIE IHR BRUDER BEGRABSCHEN MÜSSTE

Die britische Sängerin Lilly Allen würde euch gerne wissen lassen, dass sie NICHT im Team Inzest mitspielt. So sehr nicht, dass sie eine „Game of Thrones“-Rolle abgelehnt hat, in der ihr biologischer Bruder Alfie sie streicheln sollte. Das klingt zuerst einmal realistisch: Wenn es eines gibt, was wir aus dem Zuschauen des Fantasy Fickfestes gelernt haben, dann dass die Macher von GOT kaum Angst vor ein bisschen Inzest haben. Wie sich herausstellte, hat Allen sich alles ausgedacht. Trotzdem: Zumindest wissen wir dass sie keine Angst hat, vor einer mutigen Anti-Bruder-Fick-Haltung.

DAS TEEN MAG BESCHULDIGT WILLOW AND JADEN SMITH, INZEST-LYRICS ZU SCHREIBEN

Ein fürchterlicher und schrecklich unangebrachter Artikel auf Teen.com hat ohne mit der Wimper zu zucken auf den angeblich inzestuösen Text der beiden Geschwister in ihrem Song „5“ angespielt. Und mit anspielen meine ich, dass sie geradeaus sagen, dass der Text inzestuös ist. Das ist auf so vielen Ebenen so beschissen, dass ich unbedingt herausstreichen muss wie beschissen es ist: sehr. Teenager grundlos des Inzests zu beschuldigen ist mies. Sogar nach den Standards von Boulevardmagazinen.


Kim Kelly will nach dieser Recherche das Wort „Inzest“ nie wieder irgendwo eingeben. Sie ist auf Twitter.

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