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Videoansage: David Hasselhoff will die Berliner Mauer retten

Erst brachte er sie zum Einsturz, jetzt will er sie retten. Die Berliner Mauer und David Hasselhoff: eine außergewöhnliche Liebesgeschichte.

Noisey Staff

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Screenshot von YouTube aus dem Video "David Hasselhoff Nachricht an Berlins Bürgermeister Michael Müller" von Change.org Deutschland

Es ist eine typische Romcom-Szenerie: Zwei Menschen treffen aufeinander, die sich überhaupt nicht ausstehen können. Was dem Zuschauer von Anfang an klar ist, entwickelt sich im Laufe des Films zur Realität. Die beiden sind füreinander bestimmt und das, was sie anfangs am anderen zu bekämpfen versuchten, stellt sich schlussendlich als die eine Sache heraus, die sie am meisten lieben. Genau so geht es David Hasselhoff mit Deutschland.

Während er 1989 noch die Berliner Mauer mit der Macht der Musik zum Einsturz brachte (das behaupteten zumindest seine Fans), versucht er sie nun mit einem Ansagevideo an den Berliner Bürgermeister Michael Müller zu retten. Zumindest den längsten am Stück erhaltene Teil der Berliner Mauer, den es noch gibt: die East Side Gallery.

"Baut keine weiteren Häuser mehr an der Berliner Mauer", sagt Hasselhoff mit erhobenem Zeigefinger in dem Video, das diese Woche auf der Petitionsplattform change.org vom "Bündnis East Side Gallery Retten" veröffentlicht wurde. Die Initiative setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt der East Side Gallery und deren Erinnerungskultur ein. Des Weiteren kündigt (oder sollten wir lieber sagen, droht?) er seinen nächsten Berlin-Besuch an, um die Proteste gegen die Bebauung des ehemaligen Todesstreifens zu unterstützen.

Die East Side Gallery ist mit 1316 Metern Länge das längste noch erhaltene Stück Berliner Mauer, das heute existiert. Früher trennte sie den Ostberliner Teil Friedrichshain von dem Westberliner Stadtteil Kreuzberg. Heute ist der Abschnitt nicht nur die längste Freiluftgalerie und einer der meist besuchtesten Orte Deutschlands, sondern auch attraktive Baufläche für Investoren wie beispielsweise Maik Uwe Hinkel, der dort 2013 Teile der Eastside Gallery für seinen Luxuswohnturm "Living Levels" abreißen ließ – obwohl das das Denkmalschutz-Gesetz verletzte, unter dem die Eastside Gallery damals stand und immer noch steht.

Ähnliches droht nun erneut durch ein weiteres Großbauprojekt, dem Luxushotel "Pier 61|63", ein "120 Meter langes und 9 Stockwerke hohes Betonmonster", wie das Bündnis die Immobilie, die im ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer entstehen soll, beschreibt. Also natürlich nur, falls David Hasselhoff dieses Mal nicht rechtzeitig einschreiten und den Bau stoppen kann. 2014 scheiterte er (und das "Bündnis East Side Gallery Retten) leider mit diesem Vorhaben an "Living Levels". Aber wer weiß: Vielleicht hat das Ganze diesmal ein Happy End, wie es sich für eine richtige Romcom gehört!

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