Rihanna hat eine Mission: uns zum Satanismus verführen

Dank Rihanna können jetzt endlich auch missmutige Teufelsanbeter Spaß haben.

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11 Mai 2016, 10:06am

Die mit Abstand besten Menschen im Internet sind jene, die ihre wirren Kommentare (BRD GmbH/Bilderberger/Außerirdische) mit dem schönen Zusatz „Und das ist Fakt!!1!!11!!“ versehen. Von allen belächelt, bewegen sie sich in den abstrusesten Foren, die das World Wide Web so zu bieten hat und übertreffen sich gegenseitig mit den neuesten Theorien. Entertainment pur. Ich entschuldige mich im vornherein bei allen, die tatsächlich aufgedeckt haben, dass die Mossad-Aliens mithilfe von Lady Gaga unser Trinkwasser vergiften. Man wird euch in ferner Zukunft ein Denkmal errichten. Aber im Moment seid ihr leider nur ein Haufen bemitleidenswerter Freaks.

Dabei sind Freaks eigentlich etwas sehr Schönes, aber die selbsternannten „Truther“ schaffen es, selbst diese wunderbare Spezies Mensch in ein schlechtes Licht zu rücken. Und das ohne, dass man sie überhaupt zu Gesicht bekommt. Wer in der Fußgängerzone derartige Dinge äußert, muss eigentlich damit rechnen, eingehend untersucht zu werden. Im Internet jedoch findet jeder Topf sein Deckelchen, hier bestätigen sich die Erleuchteten gegenseitig.

Eine weitere Gruppierung, die eher weniger durch soziale Kompetenz und Fröhlichkeit von sich reden macht und die man sicherlich nie freudestrahlend auf einem Holi-Festival sieht, sind Satanisten. Zu Tode jauchzend, himmelhoch betrübt, trotten sie durchs Leben, immer nah am Suizid. Die schweren, klobigen Stiefel ziehen auch die Mundwinkel nach unten und zum Geburtstag bekommen sie eine schwarz verbrannte Torte ohne Zuckerguss, so erzählte es mir zumindest meine Großmutter. Aber Hilfe ist in Sicht.

Musste man früher noch auf Friedhöfen herum streunen oder den Dorfmetzger um etwas Schweineblut für die Rituale im Kinderzimmer bitten, geht es jetzt viel einfacher: Man besucht ein Rihanna-Konzert. Zumindest wenn es nach den lustigen Gestalten geht, die sich ausgiebig damit beschäftigen, welcher Star wahlweise ein Reptiloid, Illuminati oder Teufelanbeter ist. Riri hat besonderes Glück: Bei ihr trifft einfach alles auf einmal zu. Bekannterweise hat ja z.b. Kanye West seine Mutter als Blutopfer an die Illus verkauft (und wir reden hier nicht von diesen Senioren-Zeitschriften) und Haftbefehl wusste schon vorher vom German Wings-Absturz. Rihanna aber ist der Super-Gau in der Verschwörungsszene.

Begonnen hat alles mit ihrem Falkentattoo in Pistolenform. Und auch wenn das auf der Weirdo-Plattform als „selbsterklärend“ bezeichnet wir, helfen wir euch etwas auf die Sprünge. Der Falke stammt aus der ägyptischen Illuminaten-Mythologie. Ob es bereits davor Falken gab, ist irrellevant. Das Tier ist unmittelbat verbunden mit Re, dem Sonnengott und Sokar, dem ägypischen Totengott. Das alles deutet auf den Osiris-Kult hin. Axel Stoll Voice: „Muss man wissen“. Das ist natürlich schon ziemlich verdächtig, aber es wird noch viel schlimmer.

Weiter heisst es, dass Rihannas Texte—subliminal ausgewertet—die Botschaft, „I love Satan“ enthalte, „Sublimal ausgewertet“, bedeutet in diesem Fall, dass ein pickliger Junge Stunden damit verbracht hat, sich Songs wie „Work“ rückwarts und verzerrt anzuhören, bis er irgendwann das Wort „Devil“ zu erkennen glaubte. Dabei macht es in diesem speziellen Fall gar keinen Unterschied, ob man das Lied vorwörts oder rückwärts spielt, man versteht eh nichts. Da der Großteil unseres Gehirns von unseren Ur-Ahnen—den Reptiloiden, na klar—stammt, sind wir besonders empfänglich für ihre frevelhaften Botschaften. Das wiederum kann man nur bestätigen, wenn man sich eine beliebige Großraumdisko anschaut, in der ein Rihanna-Song läuft. Willig und wie die Lemminge rennen die Mädels mit den bauchfreien Tops und den Deichmann-High-Heels auf die Tanzfläche, zucken ekstatisch und sprechen in fremden Zungen.

Jetzt wird es leider etwas traurig, denn zum Leidwesen der Rihanna-Theoretiker werden die „Satanisten-Illuminaten-Bräute“ wie Madonna, Lady Gaga, Kate Perry, Beyonce, Rihanna u.a. niemals bei den jährlichen Satanistentreffen der Illuminaten und One World Politiker (wo auch Menschen und Kinder symbolisch oder echt geopfert werden oder wurden) ihre Lieder präsentieren. Fuck! Dabei wäre das wirklich der ultimative Beweis für all die unzähligen Theorien. Glücklicherweise hat dann doch noch jemand den finalen Todesstoß veröffentlicht: Dieses Foto, auf dem glasklar zu sehen ist: Rihanna ist ein Krokodil!

Jetzt also, wo klar ist, dass es sich bei unserem Lieblingspartygirl eigentlich auch nur um die ultimative Hohepriesterin des Satanismus handelt, können sich alle ewig düsteren Gothics endlich ein bisschen Glitzer ins Gesicht schmieren und zum Schnäppchenpreis von 111,60€ eine öffentliche Messe feiern, ohne dass sie sich dafür im Stall der Nachbarn oder dem Keller der Tante treffen müssen. Es darf gelacht und gezappelt werden, ein paar blinkende Teufelshörner sind sicherlich auch noch im Rahmen des Budgets. Wieder ein Problem gelöst, ihr dürft mir dann in ferner Zukunft ein Denkmal bauen.