Das ist Young Dirty Bastard, der Sohn von Ol' Dirty Bastard

Young Dirty Bastard ist hauptberuflich "Sohn seines Vaters" bis er eigenen Erfolg hat. Und dankbar dafür.

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Sep. 13 2013, 1:05pm

Auch in Welfare" geht es von der ersten Sekunde an um Ol' Dirty Bastard

In die Fußstapfen der Eltern zu treten, ist immer so eine Sache. Vor ein paar Jahren schien das wesentlich einfacher als heute: Der Vater war Schuhmacher, der Sohn wurde Schuhmacher und dessen Sohn wiederum. Immernoch ist diese Möglichkeit für viele ein beliebter Lebensweg, denkt man an Ärzte-Dynastien oder Junior Chefs, die auch noch den Vornamen des Vaters tragen. Ist ja auch nichts dabei. Doch wie schwer wird die Sache mit den Fußstapfen als Kind einer echten HipHop-Legende? Was und vor allem WIE sollst du das nachmachen, wenn dein Vater Mitbegründer des Wu-Tang Clans war, Titel wie „Shimmy Shimmy Ya“ oder „Got Your Money“ auf seine Kappe gehen, er unzählige Male im Gefängnis gelandet und letztendlich an einem Herzinfarkt infolge einer Überdosis gestorben ist? Wenn er niemand anderes als Ol’ Dirty Bastard höchstpersönlich ist?

Mit dem Clan abhängen, Kung-Fu Filme glotzen und das Leben genießen? Living the dream, würde ich im ersten Moment meinen. Aber dem ist nicht so. Der erstgeborene Sohn packt nun aus und erzählt wie es wirklich ist, eines von Ol’ Dirty Bastards 13 (im Ernst?) Kindern zu sein. Im Interview erzählte uns Boy Jones wie sein Leben und die aktuelle Lage der Familie neun Jahre nach dem Tod seines Vaters aussieht—weniger rosig als gedacht.

Zurück bleiben Frau und dreizehn hungrige Kinder. „Scheiße, wir verlieren vielleicht unser Haus“, sagt Young Dirty Bastard. Als erstgeborener Sohn sieht er sich jetzt in der Verantwortung, Geld für die Familie heranzuschaffen und hat, unter dem Schutz des Clans und seines nicht weniger bekannten Onkels RZA, schon viele eigene Songs veröffentlicht. Zum siebten Todestag seines Vaters erschien damals die Single „Welfare“. Und würde er das alles nicht freiwillig machen, würde ihm seine Mutter in den Arsch treten, sagt er.

Bei Wu-Tang darf er oftmals Parts seines verstorbenen Vaters übernehmen. Boy Jones möchte wie sein Vater werden—nur ohne den ganzen Scheiß drum herum. „Ich mache eigentlich genau das Gegenteil von dem, was er gemacht hat. Ich rauche nicht, ich trinke nicht und ich habe auch gelernt, wie man weniger Kinder bekommt als er“, sagt Dirty Bastard Junior. Viel Glück dafür! Dass der Senior für Auftritte jetzt auch wieder zum Leben aufersteht, macht die Sache mit der eigenen Identität als Rapper natürlich auch nicht wirklich einfacher. Boy Jones stört das aber erstmal nicht, wie er uns erzählt. Seine Hauptaufgabe liege darin, das Erbe weiterzuführen. „Früher oder später werden die Leute dann schon checken, dass ich auch gute Musik mache“.

Früher oder später wird sich also zeigen, ob Young Dirty Bastard, Ol’ Dirty Bastards Sohn (wie es in jedem Video, auf Twitter, Facebook und Wikipedia nochmals erwähnt wird), das Zeug zum eigenen großen Erfolg hat. Bis dahin ist er hauptberuflich als „Sohn seines Vaters“ unterwegs und dafür auch dankbar.

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