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Brenk Sinatra ist immer unzufrieden und will mehr

Brenk Sinatra hat einiges vor und einiges hinter sich—zum Beispiel eine Reise nach Los Angeles. Dabei ist eine Dokumentation entstanden, die wir euch exklusiv zeigen.

Alle Fotos: Alexander Gotter

Der Wiener Beatbastler Brenk Sinatra hat einiges vor. Gerade ist zum Beispiel der Signature Brenk/Gentle Giant Hoodie von LRG erschienen, zusammen mit einem Gratis-Mixtape, das einen Überblick über Brenks Diskografie und zusätzlich elf unveröffentlichte Instrumentals und zwei exklusive Rap Features (Waldo The Funk, MC Eiht) enthält. Beides gibt's auf Inflammable.com.

Bevor er all das in Angriff nehmen konnte, war Brenk auch in LA, wo er Westcoast-Veteranen wie B-Real, MC Eiht und Estevan Oriol getroffen hat—er hat also auch einiges hinter sich, wie ihr selbst sehen könnt. Denn an der amerikanischen Westküste ist eine knapp 20-minütige Doku entstanden, die wir euch hier exklusiv präsentieren. Und weil Ende Juli ja auch noch „Chop Chop 2“ kommt, haben wir Brenk zuhause im österreichischem Kaisermühlen besucht, mit ihm erst Apfelsaft und dann Bier getrunken und geredet.

Noisey: Wie hast du deine Reise nach LA empfunden?

Brenk: Hat mich natürlich gefreut. Ich war mit 18 schon LRG Fan und hab jetzt meinen eigenen Hoodie, der zum Release vom Mixtape mit neuen Beats raus kommt. Das find ich ziemlich großartig. Andererseits bemerke ich solche Sachen auch nicht so sehr, weil ich selten darüber reflektiere und mir nie denke: „Wow, ich habe jetzt das und das erreicht”. Sondern ich bin immer unzufrieden und will mehr. Man muss immer weiter machen und sich nicht auf seine Lorbeeren ausruhen. Wenn man das macht, ist es vorbei. Während ich schlafe, macht Oh No fünf Beats und ein anderer Producer zehn. Es fiel mir vor allem auch in LA auf. Dort schlafen die Leute nicht, die machen nicht zwei Beats in einer Woche, sondern sechs am Tag.

Im Video gehts ja vor allem um deinen Trip. War es dein erstes mal in LA?

Ja, es war mein erstes mal in Los Angeles. Eigentlich war es mein erstes mal in Amerika. Der Trip war aber mehr Business. Es ging mehr um das connecten mit Leuten, als dass ich jetzt Strandurlaub mache.

Ich nehme mal an, dass du viele Orte endlich gesehen hast, die du auf eine Art schon jahrelang kennst, aber nie gesehen hast. Was war das für ein Gefühl?

Es war schon interessant, ja. Es wirkte alles sehr familiär. Ich kannte die ganzen Orte irgendwo her, zumeist aus Rapvideos, die ich damals von YO! MTV Raps aufgenommen hatte. Und irgendwann stehst du dann dort. Es war teilweise schon gespenstisch, weil mir jede zweite Ecke bekannt vorkam. Mich hat ja Rapmusik eigentlich erzogen, vor allem mein Englisch, was dann immer zu Problemen mit meiner Englischlehrerin geführt hat, die immer auf das britische Englisch bestand.

War LA das, was du dir erwartet hast?

Die Stadt selbst schon. Ist halt sehr anstrengend, dass man nirgends zu Fuß gehen kann. Beim Business und Kontakte knüpfen ticken die Uhren dort einfach anders. Es wurde alles immer nach hinten verschoben, weil alle erst am letzten Drücker konnten, oder wegen den Reisezeiten von bis zu 2 Stunden das Ganze immer lange planen mussten. Du bist dann irgendwohin zwei Stunden gefahren, hast vier Beats vorgespielt und einen Tee getrunken—und dann war es schon dunkel und du bist heim. Deswegen ging die ersten zwei Wochen nicht viel. Die ganzen Interviews, die Sendung mit B-Real und so passierte alles in der letzten Woche. Das nächste Mal werde ich definitiv einen Monat oder mehr anreisen.

Was wär sonst für dich in den Staaten interessant?

Ich hab schon viel mit Preemo gesprochen wegen New York. Er könnte mich dort auch mit vielen Verknüpfen, weil er kennt ja echt jeden. Aber dummerweise ist ein Flug nach New York halt keine Autofahrt nach Ungarn, und deswegen passiert derweil alles noch per Skype.

Wie schaut es mit weiteren Projekten dieses Jahr aus?

„Chop Shop 2" steht fix an. Außerdem wird es endlich was mit dem Eiht Album. Diesmal ist es ernst. Ich habe schon Papiere und alles bekommen, wegen den Beats und der Production Credits. WC von Westside Connection, B-Real, Outlawz und viele mehr sind als Features dabei. Heuer kommt auch das neue Betty Ford Boys Album, BFB2 raus. Und Gumbo 3 steht auch in Planung für 2015.

Das hier ist ein Auszug aus einem sehr, sehr langen Nachmittag in Kaisermühlen, bei dem wir mit Brenk und—for some reasons—Cid Rim geredet, getrunken, produziert und gerangelt haben. Den Rest gibt es nächste Woche an dieser Stelle zu lesen.

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