Noiseyhttps://noisey.vice.com/alpsRSS feed for https://noisey.vice.comdeFri, 14 Dec 2018 17:01:46 +0000<![CDATA['Dogs of Berlin' ist das absurdeste Stück TV-Geschichte und jetzt schon Kult]]>https://noisey.vice.com/alps/article/d3beg7/dogs-of-berlin-stream-netflix-cast-staffel-trailer-kritik-fahri-yardim-felix-kramer-rapperFri, 14 Dec 2018 17:01:46 +0000Die Werbung ist so groß wie die ganze Hausfassade. Seit einer Woche hängt sie jetzt schon gegenüber meiner Wohnung. Eine Woche, in der ich sowohl der Werbung als auch der dazugehörigen Sendung nicht entfliehen konnte. Dogs of Berlin steht auf dem monströsen Plakat. Und "Die Stadt ist ein Pulverfass". Das "ein" ist rot markiert. Damit klar ist, dass es nicht mehrere Pulverfässer sind. Dabei wäre das viel treffender.

Denn Dogs of Berlin, eine neue Netflix-Serie, die im kriminellen Berlin spielt, ist mehr als ein Pulverfass. Es ist eine Lagerhalle für Feuerwerk, in die man eine panische Katze wirft, an deren Pfoten brennende Streichhölzer befestigt wurden.

Diese Katze springt dann wie besessen durch die Halle und entzündet bei ihrem ekstatischen Befreiungskampf Lunte um Lunte. Wild und hysterisch, unkoordiniert und unüberlegt. Und während sie versucht, vor den sich anbahnenden Explosionen zu fliehen, startet sie bereits die nächste Katastrophe. Ein solches Schauspiel ist zugegebenermaßen ein Genuss für jeden Menschen mit einem Funken Schadenfreude im Leib. So ein Mensch bin ich. Hätte die Katze einen Namen, er würde Christian Alvart lauten.

Alvart ist Autor und Regisseur der Serie. In der Vergangenheit hat er unter anderem die Tatort-Folgen für Til Schweiger inszeniert und geschrieben. Mit Dogs of Berlin ist ihm ein unfreiwillig komisches Meisterwerk gelungen. Ein Machwerk, wie es Deutschland verdient hat. Das jedem Marsmenschen vorgeführt werden sollte, der wissen möchte, was im deutschen Film so alles schief läuft. Dogs of Berlin vereint alle Berlin-Klischees, die es gibt: Punker, Araber-Clans, Neonazis, Bullen und Prenzlauer-Berg-Muttis. Um nur ein paar zu nennen. An Klischees sei immer etwas Wahres dran, sagt man. Und dennoch gibt es hier nichts, was es wirklich gibt. Das muss man erstmal schaffen.

Ein unfreiwillig komisches Meisterwerk.

Aber der Reihe nach: Angeblich geht es in Dogs of Berlin um den Mord an einem Fußballer, doch relativ schnell wird klar, dass das niemanden interessiert. Weder die Schauspieler noch den Regisseur oder gar die Zuschauer. Drauf geschissen, so wie die Hunde, die dauernd auftauchen und in der Postproduktion bearbeitete, dampfende Hundehaufen in der Stadt verteilen.

Man könnte zum Beispiel beginnen, über die unglaublichen Dialoge zu sprechen. So antwortet Hauptdarsteller Fahri Yardim beispielsweise, während er in einem schwulen Technoclub abzappelt, auf die Frage "Hast du was?" mit "Musik ist meine Droge!". Dann wendet er sich ab und tanzt weiter.

In besagtem Technoclub hängen übrigens auch die arabischen Clan-Mitglieder ab, während der Rest der Gäste oberkörperfrei zu elektronischer Musik stampft. Wer kennt es nicht: Montagmorgens zur Afterhour ins Berghain und erstmal Ex-Bushido-Beschützer Arafat im Darkroom treffen. Alles ganz normal in Berlin. Denn hier sind alle so unglaublich verwegen und crazy.


Vice-Video: Zu Besuch bei Deutschlands einzigem Grillz-Hersteller


Oder man beschäftigt sich mit den Rappern, die in dieser Serie mitspielen dürfen, müssen, wollten. Etwa Sinan-G, der den Paten von Berlin mimen darf und dabei die Strahlkraft eines lethargischen Schulhofschlägers entwickelt. Da kann man ihm noch so viele Maschinengewehre in die Hand drücken. Wenn die Rolle nicht über die Eindimensionalität eines Jersey-Shore-Prolls hinauskommt, bringt das alles nichts. Sinan-G taumelt dementsprechend zehn Folgen lang durch Berlin, immer auf der Suche nach einem weiteren Sandsack, der von sich behauptet, Schauspieler zu sein, um ihn anzubrüllen.

Auch Sänger Yonii darf ab und zu mal besorgt in die Kamera schauen. Die übrigens jedes Mal unglaublich schnell auf die Gesichter zoomt, sobald jemand Neues die Szenerie betritt. Das ist nicht etwa Guy Ritchie für Arme, sondern Guy Ritchie für obdachlose, taubstumme, arme Analphabeten.

Kommen wir zu den Neonazis, die natürlich alle Springerstiefel und Glatze tragen und eigentlich nichts machen, außer Fußball zu gucken und im Vereinsheim abzuhängen. Und wenn sie dann doch mal aus Berlin-Marzahn losziehen, um "Kuffnucken" zu jagen (jetzt schon das Jugendwort 2019), dann steht jemand an einer Baseballschläger-Ausgabestelle und verteilt Knüppel an die wütend grölende Horde. Das ist so schlecht schön, dass es einem die Tränen in die Augen treibt.

Das Schlechteste, was ich je gesehen habe – und genau deshalb liebe ich es jetzt schon.

Die vermeintlichen Feinde der Neonazis leben in "Kaiserwarte". Das soll irgendwie Kreuzberg oder Neukölln sein. Nur halt ohne Gentrifizierung, Hipster, nette Cafés, Second-Hand-Shops und Spätis. Stattdessen prangen in Kaiserwarte überall monströse arabische Schriftzeichen an der Wand. Und natürlich ist der Bezirk eine "No-Go-Area" für die Polizei. Damit wir das alle verstehen, wurde per Sprühdose eine rote Linie auf dem Boden gezogen. Polizisten und Polizistinnen dürfen diese Linie nicht übertreten und halten sich (vorläufig) auch daran. Wenn man den Bezirk als SEK-Beamter betritt, muss man damit rechnen, dass die bösen Araber ein Loch in den Boden gehauen und einen Teppich darübergelegt haben. Da tritt man dann drauf, fällt hinunter und hat multiple Knochenbrüche.

Und weil das alles nicht absurd und überflüssig genug ist, hat man noch ein paar weitere Handlungsstränge hinzugefügt: die kroatische Wettmafia, ein paar "Hells Angels" (die nicht Hells Angels heißen), den Deutschen Fußball-Bund (der auch nicht so heißen darf), einen Jungen, der Rapper werden will (und deswegen Haftbefehl in dessen Studio "Digga Sounds" vollquatscht), eine kleine Punkerin, die in der gesamten Staffel keine sinnvolle Funktion übernimmt oder die Geschichte voranbringt, und lauter Bullen, die sich alle gegenseitig abwechselnd scheiße oder cool finden. Und Titten. Jede Menge überflüssiger Titten, die vollkommen sinnlos in der Gegend herumbaumeln.

Wenn man das alles in einen sehr teuren Netflix-Mixer drückt und kräftig durchrührt – so wahrscheinlich die Vermutung der Produzenten –, dann wird da schon was bei rauskommen. Und es ist ja auch was bei rausgekommen: das absurdeste Stück TV-Geschichte, das dieses Land jemals gesehen hat. Und ich möchte ausdrücklich daran erinnern, dass es Hai-Alarm auf Mallorca und Helden – Wenn dein Land dich braucht gab.

In Deutschland werden Filme oder Serien, die unglaublich schlecht, aber dennoch unterhaltsam sind, gerne als "Kult" betitelt. Dogs of Berlin hat alles, um dieses Prädikat verliehen zu bekommen. Mein bisheriger Lieblingsfilm des Segments "Kult" ist Bushidos Zeiten ändern dich. Und es tut weh, zugeben zu müssen, dass es einen neuen Boss im Game gibt. Dogs of Berlin ist das Schlechteste, was ich je gesehen habe – und genau deshalb liebe ich es jetzt schon.

**

Mehr zum Thema:

Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.

]]>
d3beg7Juri SternburgClaus SchwartauBerlinFeaturesNETFLIXentertainmentrapneonazisClansGewaltdogs of berlin
<![CDATA[Diese Österreicher hätten 2018 einen Disstrack verdient]]>https://noisey.vice.com/alps/article/59vqwa/diese-osterreicher-hatten-2018-einen-disstrack-verdientFri, 14 Dec 2018 12:56:24 +0000Es gibt Leute, die sich das ganze Jahr benehmen, sich für andere Menschen einsetzen und für andere immer ein Lächeln übrig haben. Diese Leute müssen wir vergessen. Zumindest für einen kurzen Moment. Denn wer es bis in diesen Artikel geschafft hat, deckt keine dieser Eigenschaften ab.

Die Rapper Kid Pex und Kroko Jack haben uns mit ihrem Disstrack gegen die schwarz-blaue Regierung inspiriert. Weil sie in ihrem Song aber nur gegen Strache, Kickl, Kurz und Gabalier wettern, haben wir uns dazu entschieden, die Liste zu erweitern. Es gibt einfach zu viele Personen, die 2018 einen Disstrack verdient hätten.

Jeannée

Bernhard Heinzlmaier Jugendforscher tfactory-Trendagentur
Foto: Screenshot aus dem Video "Videokommentar von Bernhard Heinzlmaier Bundespräsidentenwahl 2016 - die Frustwahl der Jugend" von tfactory Trendagentur

Bernhard Heinzlmaier mag keine Menschen. Sie seien ihm zu kompliziert. Darum hat sich der selbsternannte Prolet vor vielen Jahren ein Twitter-Profil zugelegt, um auf nonverbaler Ebene gegen alles und jeden in den Kampf zu ziehen. Wer nicht, wie er, vom Fass der goldenen Weisheit getrunken hat, wird von ihm geblockt – oder gleich verklagt.

Heinzlmaier ist damit so etwas wie der Silberrücken unter den alten, weißen Männern, die sich ins Internet verirrt haben, um uns dort von der "infamen Logik der postmodernen Linken" zu warnen, während sie mit ihren hellhäutigen Fäusten gegen ihre Brust trommeln.

Übrigens: Brüllt Heinzlmaier nicht gerade seiner Twitter-Gefolgschaft zu, betätigt er sich als Sozialwissenschafter und geifert gegen die Jugend. Sie sei zu angepasst, zu egoistisch, zu bequem. Und früher sei ohnehin alles besser gewesen. Also, ihr jungen Mitläufer, zeigt dem Mann mit einem Disstrack, was ihr könnt!

Alle 5.919.345 Personen, die nicht beim Frauenvolksbegehren unterschrieben haben

Ihr seid’s ganz einfach Wappler.


Vice-Video: Fish Sauce Chicken Wings


**

Mehr zum Thema:

Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.

]]>
59vqwaChristoph BenkeserLaura HimmelreichFeaturesÖsterreichPolitikJahresrückblickPolitikerdisstrackMenschen
<![CDATA[Was ihr wirklich übers Feiern während eures Auslandssemesters wissen müsst]]>https://noisey.vice.com/alps/article/8xpkkg/erasmus-auslandsjahr-erfahrungen-uni-studenten-tipps-feiern-party-alkoholFri, 14 Dec 2018 10:25:07 +0000Es ist 11:00 Uhr. Ich wache langsam auf. Ist das meine Wohnung? Ich bin total verwirrt. Woher kommt dieses laute französische Gerede? Und warum zur Hölle bin ich von oben bis unten mit Glitzer bedeckt?!

Ach ja … in Wien bin ich schon seit einem Monat nicht mehr. Sondern im schönen Litauen. An meine französischen WG-Kolleginnen sollte ich mich mittlerweile gewöhnt haben. Und an die alkoholgetränkten Gedanken genauso. Welcome to Erasmus!

Was in verwackelten Videos auf YouTube wie das Disneyland für Studenten wirkt, ist im Grunde "nur" das Uni-Austauschprogramm für Europas Elite. Also eh Disneyland, nur nicht ganz so jugendfrei. Seit 1987 pilgern via Erasmus tausende Studierende in die Hochburg der feuchten Studententräume.

Denn wer bis jetzt der Meinung war, dass sich hier jährlich der fleißige Akademiker-Nachwuchs trifft, den muss ich leider enttäuschen.

Erasmus ist ein Tempel der Exzesse, gefüllt mit Studierenden aus aller Welt. Das klingt nach verbotener Frucht und von der will jeder abbeißen. Bevor ihr aber regelmäßig mit Spaniern, Franzosen und Italienern eure Gehirnzellen mit Schnaps und anderen Giften auslöscht, lasst euch ein paar hilfreiche Tipps von jemandem geben, der die ganze Scheiße schon durch hat. Und sein Erasmus-Semester vielleicht auch ein bisschen vermisst. Spaß! (Kein Spaß … )

Euer Alkoholkonsum steigt dramatisch an

Nun wird man berechtigt feststellen: Studenten saufen? No shit, Sherlock! Dennoch: Für viele ist Erasmus die Gipfelspitze auf dem Berg der eigenen Alkoholexzesse. Als würde man akribisch versuchen, das komplette Guinness World Records Buch umzuwalzen. Oder vielleicht nimmt man die "Geil, keiner kennt mich!"-Mentalität an manchen Stellen ein bisschen zu ernst. Endlich ist Zeit, um sich mit fremden Leuten hemmungslos zu betrinken. Party on!

Auf Erasmus wird gesoffen – so far so grenzwertig. Doch selbst wenn ihr um 10 Uhr morgens wie ein überfahrenes Eichhörnchen im Bett liegt und versucht den gestrigen Abend zu rekonstruieren: Es wird immer jemanden geben, der schon wieder (oder noch immer) am Start ist. Ihr solltet euch allein schon eurer Gesundheit (oder Würde) wegen nicht jedem sinnlosen Trinkgelage hingeben. Auch wenn ihr es in 90 Prozent der Fälle trotzdem tun werdet … Die restlichen 10 Prozent zerfließt ihr in Seminaren wie ein Gemälde von Salvador Dali.

Trash-Partys werden zu eurem persönlichen Mekka

Hier bereits die erste überlebenswichtige Weisheit: Haltet euer "Also ich geh ja nur in gute Clubs"-Gerede ein bisschen in Grenzen. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich mit meinen "internationals" zu "Wannabe" von den Spice Girls abgegangen bin. Schäme ich mich dafür? Definitiv. Habe ich irgendwann damit aufgehört? Nein.

Auch wenn man sich jedes Mal vornimmt, heute mal im angesagten Club bei feinstem Techno seine Würde wiederherzustellen, wird euch immer jemand mit breitem Grinsen und Billigfusel in der Hand zur nächsten Party mit Spotify-Playlist schleppen. Partys, die jeden Tag von übermotivierten ESN-Leuten (Erasmus Student Network) in irgendeiner abgeranzten Absteige organisiert werden. In manchen Momenten ist man sich nicht sicher, ob man sich vielleicht doch nicht einfach nur ins Loco verlaufen hat. "Despacito" it is!


VICE-Video – Bewegung und Party: Das Skate-Life in Zürich


Ihr braucht Strategien um gierigen Fotografen zu entkommen. Immer und überall

Fotografen auf Partys findet jeder nervig. Eigentlich sollte das komplett verboten werden. Die Sensationsgier überwiegt dann doch und die Abgründe der Menschheit sind am einfachsten im Club vorzufinden. Dieses Problem dupliziert sich auf Erasmus nochmal.

Manche verstecken sich beispielsweise hinter einer völlig deplatzierten Plastikpalme im Club und warten auf den richtigen Moment, um euch in einem möglichst unwürdigen Zustand abzulichten. Darum: Wenn ihr euren Kontrollverlust nicht am nächsten Tag auf Facebook dokumentiert haben wollt, solltet ihr euch Masken kaufen oder eure Hände möglichst häufig schützend vor's Gesicht halten. Mit steigendem Alkoholpegel wird jedoch auch das immer schwieriger, deswegen kommt man um das ein oder andere Foto nicht rum. Aber hey, gut für's eigene Bilderbuch!

Es erwartet euch ein Massengrab an schlechten Motto-Partys

Um nur ein paar Namen der glorreichen Einfälle der Clubbetreiber zu nennen: "Notte Italiana", "Election of Miss & Mr Eraxsmuss" (sic!), "Eraxsmuss Sushi Party" (sic!). Bevor jemand fragt: Ja, auf der Sushi-Party gab es gratis Sushi und das ist gar nichtmal so geil, wie man sich das vorstellt.

Die Motto-Partys auf Erasmus kennen keine Grenzen der Kreativität – sofern Kreativität hier überhaupt das richtige Wort ist. Das Ganze ist meistens ziemlich lame. Aber anstatt euch darüber aufzuregen, gönnt euch doch einfach! Wer kann schließlich von sich behaupten, stockbesoffen auf einer Sushi-Party die ganzen Avocado-Makis weggefressen zu haben?

Einheimische Studenten sind ein Vorteil. Gerade beim Feiern

Auch beim Feiern gilt: Habt ihr Leute, die wissen wo’s lang geht, habt ihr gewonnen. Deswegen: Lasst die Erasmus Bubble der international students das ein oder andere Mal platzen und wagt euch an die einheimischen Studenten ran. Newsflash: Die freuen sich darüber in den meisten Fällen ziemlich! Und vielleicht könnt ihr euch dann von der 90ies-Trash-Party schleichen und ein paar andere Heiligtümer der Clubkultur austesten. In meinem Fall hat sich das sogar mehr als nur gelohnt. Aber pssst!

Andere Länder, anderes Trinkverhalten

Wo wir gerade bei Landsleuten sind: Die weltweite Volksdroge Nr.1 hat bereits die weirdesten Leute vereint und gerade auf Erasmus findet ihr dadurch viele beste "Freunde". Zwar nur für einen Abend, aber das ist auch OK. Hier jedoch eine kleine Warnung: Andere Länder heißt auch: anderes Trink- und Partyverhalten.

In meinem Fall war das Land Litauen und die Überraschung umso größer, denn Litauen hat mitunter den höchsten Alkoholkonsum weltweit. Eigentlich eine traurige Sache. Allerdings schreckt das Erasmus-Studierende nicht davon ab (surprise!), die Landessitten innerhalb kürzester Zeit für sich zu entdecken. Warum das so einfach ist? In Litauen ist die Abteilung für Vodka (Ja, das gibt es!) gleich groß wie die Gemüseabteilung. Kein Witz.

Das Zelebrieren der "besten Zeit des Lebens" sei euch natürlich gegönnt. In den wenigen klaren Momenten eures Auslandssemesters solltet ihr euch aber in Erinnerung rufen, dass es ein echtes Privileg ist, eine Zeit lang ohne Probleme in einem fremden Land leben zu dürfen. Da lohnt es sich auch mal bei klarem Verstand zu sein.

Sogar im kleinsten Städtchen am Rande von Europa gibt es unendlich viel zu sehen und zu erleben. Bunkert euch also nicht nur in dunklen Clubs ein, sondern interessiert euch gefälligst für das Land, das euch beherbergt und benehmt euch – zumindest manchmal. Alles andere grenzt nämlich an Dekadenz und einen zweiten Ballermann braucht auch keiner. Ansonsten dürft ihr natürlich reisen, euch lieb haben und sorglos eskalieren. In diesem Sinne: Cheers!

**

Mehr zum Thema:

Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.

]]>
8xpkkgPatricia BartosChristoph BenkeserClaus SchwartauPartyFeaturesAlkoholUniversitätStudentenReisenratgeberErasmus
<![CDATA[6 Dinge, die im Deutschrap 2019 dringend aufhören müssen]]>https://noisey.vice.com/alps/article/qvqnw5/deutschrap-2019-vorschau-kollegah-serien-4blocks-afrotrap-interviews-manuellsen-spotify-playlistThu, 13 Dec 2018 16:37:31 +0000Das Jahr ist beinah um. Ein Jahr, in dem sich der Deutschrap-Zirkus mal wieder die Taschen vollgestopft hat. Vielleicht sogar mehr als jemals zuvor. Und wenn man ehrlich ist, hat sich nicht viel verändert. Innovationen waren 2018 leider Fehlanzeige. Ein paar überflüssige Erscheinungen sind allerdings mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden, immerhin. Endlose, nervige YouTube-Blogs etwa. Oder 17-Minuten-Disstracks. Interessiert einfach niemanden mehr so richtig. Sorry, PA Sports.

Und weil wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass auch weitere Schandflecke der Rap-Industrie einfach so im Treibsand der Spotify-Playlisten versacken, haben wir im Folgenden sechs weitere Vorschläge, was 2019 im Deutschrap ebenfalls gerne verschwinden darf. Denn was für Kool Savas gilt, gilt auch für Rap allgemein: Wir kritisieren ja nur, weil wir euch eigentlich lieben.

Pseudo-Latinos und -Latinas

Wir geben zu, das ist ein eher männliches Phänomen. Ähnlich wie die ganze Szene natürlich, aber trotzdem. 2018 war das Jahr, in dem viele Rapper, die einst unbedingt Bushido sein wollten, plötzlich sprachen wie Ricky Martin. Oder Enrique Iglesias. Oder eine Mischung aus beiden, plus Pitbull.

Alle tanzen jetzt unter der Sonne, haben ein Motorboot gemietet und erzählen den geneigten Hörern und Hörerinnen etwas von Acapulco, den Bahamas und Kolumbien. Die Fans wiederum sitzen währenddessen in Shisha-Bars oder im heimischen Kinderzimmer und träumen sich an den Strand. Vorbei die Zeiten, als man zum Videodreh in irgendwelchen vollgepissten Tiefgaragen in Berlin-Neukölln abhing und für die Atmosphäre den alten VW von seinem Manager abfackeln musste.

Das kann man natürlich positiv sehen, aber die Ergebnisse sprechen leider gegen diesen Trend. Heutzutage wird ein 17-Euro-Flugticket nach Mallorca gebucht, eine AirBnB-Hütte mit Meerblick reserviert und via Instagram die ein oder andere Dorfschönheit für die Animationstänze angefragt. Den halbwegs talentierten "Video-Regisseur" packt man ins Handgepäck und dann wird den Kids was von "Olé Olé" und Koksdeals in Rio de Janeiro erzählt. Das Ganze macht man dann 30 Mal. Bis man endlich ein One Hit-Wonder ist. Oder eben weiterhin nur der Star auf dem eigenen Schulhof. Kann man so machen. Aber dann ist man halt einfallslos und scheiße.

Rapper in Serien

Schon 2018 baten wir darum und wir sind uns nicht zu schade, es noch mal zu tun: Hört auf damit! Ja, Veysel und Massiv waren eine super Besetzung für die erste Staffel von 4 Blocks, mittlerweile die Blaupause der deutschen Gangster-Serien. Wir haben alle applaudiert. Das ist aber kein Grund, jetzt jeden Rapper dieses Landes in irgendein Netflix-Format oder Kinofilm zu packen.

So gut Capital Bra oder SSIO in ihrem Metier auch sind – in Detlev Bucks Asphaltgorillas wirken sie wie die leicht verhaltensauffälligen kleinen Brüder mit dem Pflaster auf dem linken Brillenglas, die man zur Party mitnehmen muss, weil die Mama es befohlen hat.

Die "Mama" sind in dem Fall irgendwelche Produzenten, die der Meinung sind, dass sie sich mit solchen Künstlern etwas Realität in ihre schlechten Drehbücher holen. Die Regisseure spielen derweil brav mit. Spoiler: Funktioniert nicht! Eure Drehbücher bleiben trotzdem miserabel. Und aus einem Tatort-Regisseur wird nicht Martin Scorsese, nur weil sein Hauptdarsteller schon mal mit Gras gedealt hat.

Egal ob Yonii (übrigens der tantrische Begriff für die weiblichen Genitalien), Sinan G in Dogs of Berlin (der trotz seines Knast-Backgrounds auf der Leinwand so gefährlich wirkt wie eine in der Wäscheleine verhedderte Katze), oder auch GZUZ in der zweiten Staffel von 4 Blocks (der hoffentlich genug Kohle dafür bekommen hat, viermal böse zu gucken): Keiner der drei schafft es, auch nur annähernd schauspielerisches Potential zu entfalten. Und somit hat niemand was davon.

Ein sinnlos herumbrüllender Sinan G bleibt ein sinnlos herumbrüllender Sinan G. Und wird nie der Pate von Berlin, egal wie viele Maschinengewehre man ihm in die Hand drückt.


i-D-Video – Der Einfluss von Gangs und K-Pop auf koreanische Schönheitsideale


Interviews ohne Manuellsen

Glätten wir erst mal die Wogen. Ja, Fler, auch deine Interviews sind immer noch ein Genuss. Und MC Bogy hat natürlich sowieso einen ganz besonderen Platz in unserem Herzen. Aber es ist unbestreitbar, dass 2018 das Interview-Jahr des Mannes aus NRW war.

Ob seine grandiose und durchaus nachvollziehbare Nachbarschafts-Story oder die Geschichte, wie er im eigenen Backstage einen Möchtegern-Gangster vor der totalen Blamage bewahrte: Der "König im Schatten" ist endgültig zum besten Geschichtenerzähler des Landes gereift.

Und deshalb soll es jetzt ausnahmsweise mal darum gehen, was wir uns für 2019 wünschen. Einen Podcast! Und zwar einen Podcast, in dem Manuellsen redet. Worüber ist uns vollkommen egal. Mit wem eigentlich auch. Eventuell nicht mit Rooz, der hat nämlich beim letzten Manuellsen-Interview vor allem auf sein Handy gestarrt, geseufzt, oder sich gleich komplett abgewendet. Aber von mir aus kann sich der gute Mann auch mit seinem Postboten oder Veronica Ferres unterhalten. Hauptsache ihr lasst ihn ausreden.

Also, ihr Firmen: Statt den zwanzigsten langweiligen Sex-Podcast zu signen oder verzweifelt eine Nachfolge-Visa-Vie nach der anderen zu verbrennen: Holt euch Manuellsen! Der Dude weiß wie man redet. Und dass er noch besser rappen als reden kann, ist auch längst kein Geheimnis mehr. Spotify, ich guck dich an! (Wir sprechen uns gleich eh noch).

Mode-Events mit Szene-Rappern

"Hey, Rin spielt heute, lass mal Karten besorgen!" Things Berliners never say. Aber der Reihe nach.

Ja, wir wissen, dass alle Berliner in einer krassen Blase leben. Und ja, in dieser Blase gibt es noch eine Blase, die aus Journalisten, Hipstern, Trendsettern, Bloggern, Industrie-Menschen und ein paar Schnorrern besteht, die einfach nur den kostenlosen Alkohol auf diesen ganzen schrecklichen Berlin-Events abgreifen wollen. Fast all diese Events werden von Modemarken oder der Musikindustrie gesponsort.

Das ist an sich ja schlimm genug. Wir fühlen uns auch total schlecht, während wir umsonst Sneaker einsacken und Freedrinks schlürfen. Viel schlimmer ist aber noch, dass man nicht nur die immer gleichen Menschen im Publikum trifft, sondern auch auf der Bühne. Yung Hurn, Haiyti, Rin, Bausa, Hayiti, Yung Hurn, Bausa, Yung Hurn, Rin, Hayiti. So lesen sich die Einladungen der meisten Veranstaltungen. Manchmal tauchen dann noch Kelvyn Colt oder Mavi Phoenix auf. Hilft aber alles nichts.

Die Partys sind immer die gleichen und die Gesichter der Künstler wirken bei jedem Event lustloser. Also bitte, liebe Firmen und Eventmanager, erlöst uns alle von dieser Qual. Vor allem die Künstler. Denn die haben ja offenbar auch keine Lust auf diese Club-Gigs vor Instagram-Sternchen und ehemaligen SPEX-Redakteuren.

Bucht doch stattdessen einfach Acts, die wir alle sehen wollen und die auch Bock haben, zu performen. Wie wäre es denn beispielsweise mit einem Kakerlakenrennen auf dem nächsten Blogger-Event? Oder Fips Asmussen? Das sind die Acts, die Menschen wirklich sehen wollen, wenn sie sich gerade 26 Gin Tonic auf eure Kosten in den Rachen geschüttet haben. Dankt uns später!

Kollegah

Der Autor dieses Artikels hat leider öffentlich auf Twitter geschworen, keinen Text mehr über Kollegah zu schreiben. Deshalb nur ganz kurz und in unter 280 Zeichen: Kollegah muss 2019 aufhören. Bitte! Danke.

Spotify-Playlists

Wir alle wissen, dass das sehr praktisch ist mit diesen Streaming-Diensten. Ein Klick und los geht's. Und früher oder später werden uns diese Plattformen hoffentlich auch die unsäglichen DeLuxe-Boxen mit ihren schwachsinnigen Gimmicks ersparen. Aber wenn die Playlist die Schlange ist, die die nervigen Mäuse gefressen hat, dann warten wir jetzt alle sehnsüchtig auf den Adler, der sich die Schlange schnappt.

Denn das Problem der Listen ist folgendes: Aus Vielfalt ist Einfalt geworden. Wo man anfangs dachte, hier wäre nun ein Medium, in dem Gerechtigkeit herrscht, hat nun die Eintönigkeit und das Diktat des Mainstreams Einzug erhalten. Die Rap-Playlists entscheiden, wer gehört wird. Ja sogar, wer ein Star wird. Und die meisten Künstler passen sich dem geforderten Sound an.

Heraus kommt ein Einheitsbrei aus Tausenden gleich klingenden Rappern und Sängern, die in die angesagten Listen kommen wollen. Das frühere Diktat des Radios wurde also einfach ins Internet verlegt. Aber alles hat irgendwann ein Ende. Und so warten und hoffen wir darauf, dass die Playlist-Blase platzt. So wie alles irgendwann platzt. Der Massive Töne-Hype, die Dipset-Ära, bekloppte VBT-Battles für Internet-Kids oder der Bizeps von Massiv.

Bis dahin spekulieren wir darauf, dass es auch Künstler in euren Gehörgang schaffen, die sich nicht zum Ziel gesetzt haben, der Spotify-King zu werden. Denn versteckt zwischen den übermächtigen Playlists, finden sich natürlich immer noch ganz wunderbare Schätze.

2019 kann vieles besser werden. Garantiert ist das aber nicht. Denn wir warten erstens schon viel zu lange auf ein Haftbefehl-Album und zweitens ist Veränderung keine Garantie für Verbesserung. Oder anders gesagt: Wir wissen nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird.

Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll. Mic Drop!

**

Mehr zum Thema:

Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Noisey DE.

]]>
qvqnw5Juri SternburgNina DamschClaus SchwartauFeaturesKollegahDeutschrapausblickManuellsenvorschau2019Spotify-Playlists
<![CDATA[Wie ihr eurer Familie an Weihnachten Schweizer Rap 2018 erklärt]]>https://noisey.vice.com/alps/article/bje3yd/schweizer-rap-2018-weihnachten-familie-sos-danitsa-loredana-079Thu, 13 Dec 2018 15:54:06 +0000Endlich wieder Weihnachten! Der Baum glitzert, eckige Päckchen schmücken den Wohnzimmerboden. Und Helene Fischers Weihnachtsplaylist jagt zum zehnten Mal durch das selbstgeschmückte Weihnachtswunderland. Tante und Onkel begrüssen euch mit den spiessigen Drei-Backen-Küsschen und einem etwas arg festen Händedruck.

Wie's im Leben so läuft? Gut. Wie's mit dem Job so läuft? Gut. Wie's allen so geht? Gut, gut, gut. Toll, dann hätten wir den obligatorischen Smalltalk abgehakt. Oma bringt den Fünf-Kilo-Braten und alle quietschen entzückt. Irgendwann stellt sich die unausweichliche Frage nach euren Interessen. "Naja, Schweizer Rap, zum Beispiel", sagt ihr schulterzuckend. "Wollt ihr mal hören?"

Omas Braten plumpst mit einem dumpfen Klatschen auf den roten Teppich. Laufende Gespräche verstummen. Sogar Helene Fischer hört auf zu singen. "Rap an Weihnachten?", haucht Tante Trudi empört. Es ist soweit. Jetzt könnt ihr eurer Familie endlich mal Schweizer Rap erklären. So in etwa könnte das Ganze ablaufen:

Ach kommt, es gibt bestimmt Songs, die ihr auch cool findet!
Mutti: Ja, "078" von Lo & Leduc! Der ist richtig fätzig. Oder wie sagt ihr heutzutage? Catchy?
Alle kleinen Cousins kreischend im Chor: Tütütüt het sie gseit, tütüt!
Oma: Lo und was?


Noisey-Video: The People Vs. Lo & Leduc


Nein, bitte nicht "079". Und schon gar nicht "078". Das ist kein Rap. Obwohl Lo ja ein richtiger Freestyle-Meister ist. Aber da gibt's noch ein paar weitere Namen, die ihr kennen solltet. Habt ihr schon mal von S.O.S gehört?
Vati: Der ABBA-Song? Klar, das war unser Hochzeitslied. Nicht wahr, Liebling?
Mutti: Was bist du wieder ein Charmeur, Markus. Was ist denn S.O.S?

Ich meine nicht den ABBA-Song. S.O.S ist eine Rap-Gruppe aus Bern. Da gehören Nativ, Dawill und Produzent Questbeatz dazu. Und neuerdings arbeitet auch Newcomer Cobee mit ihnen. Die haben dieses Jahr alle richtig gute Alben rausgebracht.
Onkel Tom: Worüber rappen die denn? Es gibt doch gar nicht viel zu sagen hier. Die sind ja nicht wie Eminem super arm aufgewachsen, sondern haben wahrscheinlich alle studiert und wohnen noch Zuhause.

Es gibt hier ganz viel zu sagen, Onkel Tom. Nativ, zum Beispiel, ist auf seinem Album Baobab so politisch wie noch nie. Etwa in diesem Song:

In "Nicce" geht's darum, wie ignorant und zerrüttet die Schweizer Gesellschaft ist.
Oma: Macht der denn auch glückliche Lieder? Ist doch deprimierend, so was an Weihnachten zu hören! Dann lieber zurück zu Helene Fischer.

Nein, wartet! Klar macht der auch glückliche Songs! Mit Buds Penseur, zum Beispiel. Die nennen sich zusammen psycho'n'odds. In "Koolae" rappen sie über ihre gute Laune. Hört mal:

Opa: Toll, das gefällt mir! Da können sogar meine alten Hüften noch bisschen mitwackeln. Ich wusste gar nicht, dass Bud Spencer Musik macht.

Fast, Opa. Buds Penseur gehört zur Bieler Rapgruppe La Base. Er ist der Bruder von Pegasus-Sänger und -Gitarrist Noah Veraguth, so nebenbei. Der, mit den Locken.
Kleine Schwester Lisa: Ach, der mit den Locken ist ja auch soooo hübsch!
Oma: So viele Gruppen! Da hat man ja gar keinen Überblick mehr! Sind die denn nett zueinander? Oder machen sie Lieder, in denen sie – böse Dinge sagen?

Nein, die sind nett. Die Szene ist ja klein, da muss man einander aushelfen. Nicht wie in den USA oder Deutschland, wo die sich gegenseitig mit Disstracks statt mit Weihnachtsgeschenken überhäufen.
Oma: Und Frauen gibt's wohl keine, was? HippieHop, oder wie auch immer das heisst, ist ja schon eher eine Männer-Sache.

HipHop heisst das Ding, Oma. Eine Männer-Sache? Gar nicht! Klar gibt's da auch Frauen. Kennt ihr Danitsa? Sie lebt in Genf. Ihre Musik hört sich etwa so an:

Mutti: Und die ist wirklich aus der Schweiz? Sie klingt, als sei sie aus Jamaica oder so. Ich finde, ihre Stimme würde super zu einem Reggae-Lied passen.

Ja, ist sie. Tatsächlich hat sie Wurzeln in Kongo, Chad, Serbien, Spanien und Frankreich. Ihr Vater ist Produzent für das Reggae-Label Skankytone. Daher kommt auch ihr Reggae-Flow. Den hört man in ihrem letzten Album Ego ganz deutlich.
Opa: Schön, da spürt man schon fast die warmen Sonnenstrahlen auf den Wangen.

Das ist wohl der Rotwein, Opa. Dann gibt's da auch noch KT Gorique aus Sion. Sie rappt auf Französisch und hat 2012 den Weltmeistertitel von End Of The Weak im Freestyle Rap gewonnen. Und Nicky B Fly, die mit ihrem Song "Mischling" über ihren Nationalitätenmix rappt. Und Loredana aus Luzern, die kam aus dem nichts und ist in Deutschland und in der Schweiz in die Charts. Seht ihr? Ganz viele Frauen.
Vati: Mir fehlt da einfach die Melodie. Es macht ja wirklich einfach nur "bumbumbum" und irgendjemand redet etwas schneller als gewohnt.
Tante Trudi: Ja, finde ich auch. Mir ist das alles viel zu hart. Ich höre da lieber 80er-Pop oder so. Hach ja, das war noch richtige Musik. Da hat man auch immer gleich gute Laune.
Onkel Tom: Ausserdem passt Schweizerdeutsch einfach nicht zu Rap. Oder zumindest die meisten Dialekte nicht. Lieber wie Eminem: Englisch.

Ja, Onkel, wir wissen, wie sehr du Eminem liebst. Für dich gibt's heute EAZ und Xen vom Zürcher Label Physical Shock. In "Nasty Girl" rappen sie in drei Sprachen. Inklusive Albanisch und sogar Englisch!
Onkel Tom: OK, nicht schlecht. Du hast wohl auf alles eine Antwort, was?
Tante Trudi: Wie wär's mal mit etwas Gefühlvollem? Wo's um Liebe geht? Wie in den 80ern?

Ganz viele Newcomer rappen über Gefühle. Im Angebot haben wir Landros Album Nostalgia, "Call" von Jamal und Cobees neues Album Chaos. Es geht zwar nicht in erster Linie um Liebe, aber Herzschmerz ist da reichlich vorhanden. Mit einer grossen Portion Verzweiflung als Beilage? Kommt sofort.

Mutti: Och, was ist denn mit den armen Jungen passiert? Das ist ja richtig traurig. Und ziemlich düster, finde ich. Aber ich mag die beiden. Sie singen ja auch ganz viel – so kommt wieder etwas Melodie rein. Hast du noch mehr davon?
Oma: Sind wir schon durch? Wann hören wir wieder Helene Fischer?

Bald, Oma. Aber wenn ich hier erstmal durch bin, wollt ihr vermutlich gar keine Helene Fischer mehr hören. Und ja, ich hab noch mehr davon. Und zwar Akira und P Vlex vom Zürcher Künstlerkollektiv Babylon Music. Melodisch, melancholisch und düster.

Vati: Toll, jetzt hören wir hier nur noch trauriges Zeugs. Und das zu Weihnachten. Vielen Dank auch.

Ach was, ich hab euch ja jetzt eine ganze Palette Schweizer Rap geliefert. Und das waren ja auch bloss einige wenige Namen, die ihr kennen müsst. Es gibt noch ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viele andere.

Seht ihr, es hat für alle was dabei. Das ist mein Weihnachtsgeschenk an euch: gute Musik. So, habt ihr auch Hunger? Wo bleibt denn der Braten?

**

Mehr zum Thema:

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.

Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.

]]>
bje3ydClaire BraunJulian RiegelFeaturesrapWeihnachtenSchweizHelene FischerS.O.S.KT GoriqueloredanaNativDawill2018Lo & LeducPhysical ShockLandroLuukeffeSherry-ouBabylon MusicDanitsaLa BaseBuds Penseurnicky b flyQuestbeatzjamalLafaFamilienessenpsychno'n'odds
<![CDATA[Die Streaming-Ära frisst meine Seele auf]]>https://noisey.vice.com/alps/article/ev3kdw/musik-streaming-spotify-apple-amazon-frisst-seele-hoergewohnheiten-zuviel-psycheThu, 13 Dec 2018 11:08:58 +0000Jedes Jahr um diese Zeit verfolgen sie uns: die Jahresrückblicke. Und dank Algorithmen und digitalem Fußabdruck werden wir immer persönlicher daran erinnert, was wir in den letzten 12 Monaten so alles erlebt haben und erleben mussten. So beschenkte uns neulich auch Spotify mit einem personalisierten Jahresrückblick auf unsere Hörgewohnheiten 2018. Für viele ein warmes, nostalgisches Nest, in das man sich allzu gern gen Jahresende reinkuschelt. Für mich war es eine Konfrontation damit, was ich dieses Jahr alles verpasst und womit ich meine Zeit verschwendet habe.

Das bunt blinkende Musik-Karussell scheint sich immer schneller und schneller zu drehen. Streamingdienste sind ein Teil davon. 2018 drehte sich das Karussell gefühlt so schnell, dass seine Aberhunderte Lämpchen, Neonröhren und LEDs zu einer einzigen, leuchtenden Regenbogen-Schliere verzerrt wurden. Das ist zwar ziemlich trippy und irgendwie schön – aber macht es einem auch schwer, einzelne Highlights darin zu erspähen. Und das beginnt meine Seele aufzufressen.

Dieser kreiselnde, kreischende und dampfende Licht-Tornado scheint sich so schnell zu drehen, dass ein bloßes Blinzeln bereits Anxiety-Attacken auslösen kann, etwas in der Nanosekunde des Augenschließens zu verpassen. Und 2018 kann man es sich nicht erlauben, etwas zu verpassen – schon gar nicht als Musikjournalistin. Das ist anstrengend. Ja, die Streaming-Ära ist verdammt anstrengend.


VICE-Video – Die digitale Liebesindustrie


2018 wurde Lil Waynes schon mystisch anmutendes Tha Carter V releast. Ich habe es bis jetzt noch nicht zuende gehört. Und bis ich die 25 (!) Tracks von Skorpion noch einmal durchgehört habe, ist Drakes Sohn vermutlich alt genug, um einen eigenen vernichtenden Realtalk-Song gegen seinen Vater aufgenommen zu haben. Den ich dann vermutlich auch nur einmal anhören und dann vergessen werde.

Es geht so weit, dass ich bereits einen Vorab-Stream zum neuen Tua-Album bekommen habe und gerade mal sechs Songs davon gehört habe – was mein 20 Jahre altes Ich vermutlich mit Bambushieben auf die Fußsohlen bestraft hätte. Zu recht!

Die Licht- und Schattenseiten der Technologie

Es scheint, als kämen jede Woche mindestens zwei Alben, zehn Singles und ein Capital-Bra-Song raus, auf die ich mich freue. Und ich komme nicht klar damit.

Jede große Erfindung hat Licht- und Schattenseiten. Christstollen? Rosinen und Marzipan. Instagram? Selbsthass und Internetsucht. Investitionen in deutsche Entertainment-Formate? Dogs of Berlin.

So geben Streamingdienste endlosen Zugriff auf Musik und das innerhalb von Sekunden nach deren Release. Für so gut wie gar kein Geld. Das ist toll. Aber wir können all die Musik nicht mehr verdauen. Es ist komplett paradox.

Ich möchte nicht wie euer Opa klingen, aber früher musste man für Musik arbeiten. Emotional und im eigentlich Sinne des Wortes. Seien das CDs gewesen, die im WOM direkt vergriffen waren und man Tage auf die nächste Lieferung warten musste. Oder Mini Discs, die man eigenhändig bespielen und rumschleppen musste und das trotzdem super komfortabel fand. Oder später MP3-Downloads, die bei jedem Song drohten, den eigenen Computer in einen Atomreaktor kurz vor der Kernschmelze zu verwandeln. Es verlangte Vorbereitung, Konzentration und Risiko, neue Musik zu konsumieren.

Musikhören wird zur Pflicht, die man schnellstmöglich erledigen muss

Heute kann ich das neue OG-Keemo-Mixtape runterladen, während ich den allmonatlichen Schwangerschaftstest in meinen Urin dippe und bete, weil ich schon wieder die Pille verschissen habe. Das ist theoretisch toll. In der Praxis nervt es absurderweise aber brutal.

Denn wenn Musik ein einziges All-You-Can-Eat-Buffet ist, dann ist es klar, dass unsere Generation Nimmersatt sich so vollstopft, dass wir gar keine Zeit mehr haben, die Musik richtig zu verdauen.

Ich hetze mich heute durch Alben, als sei der Leibhaftige persönlich hinter mir her. Wenige schaffen es, über Wochen hinweg weiter gehört zu werden. Was nicht direkt wieder vergessen wird, hat Glück und landet fragmentarisch in einer meiner Playlisten. Ich hasse mich dafür. Meine musikalische To-Do-Liste ist so lang wie der Kassenbeleg eines Wochenendeinkaufs einer alleinerziehenden Mutter mit sechs Kindern. Und mein Nervenkostüm gleicht dem Ihren.

Und das Schlimmste ist, dass wir selbst daran schuld sind.

Die Künstlerinnen und Künstler würden wahrscheinlich nicht so viel Musik veröffentlichen, wenn die Fans (und ihre Vertragspartner) nicht danach verlangen würden. Sie versuchen den ständig wechselnden Anforderungen ihrer Fanbase gerecht zu werden. Einer Fanbase, die wie tollwütige Vogelkinder im Nest sitzt und mit weit aufgerissenen Schnäbeln danach verlangt, noch mehr in den Hals gestopft zu bekommen. Man will schließlich nicht riskieren, der Typ zu sein, über den Noisey irgendwann einen "Was wurde eigentlich aus …"-Artikel schreibt.

Der Druck der Fans und der Industrie lastet vor allem auf den Künstlern

Hinzu kommt, dass sich die Musikindustrie in den letzten paar Jahrzehnten stark gewandelt hat. Um von Musik leben zu können, muss ein Künstler deswegen heute mehr releasen, mehr touren, mehr Präsenz zeigen, von allem mehr, mehr, mehr, um am Ende ein Bruchteil des Geldes zu verdienen, das man früher wahrscheinlich schon mit einer Top-20-Single verdient hat.

Am Ende der Kette stehen wir als Konsumierende, die immer mehr essen wollen, aber dabei das Schmecken verlernt haben.

Dass mit alldem auch ein qualitativer Verlust der Musik unvermeidbar ist, ist wie immer Ansichtssache. Ich für meinen Teil habe mir aber im letzten Jahr öfter die Frage gestellt: Ist Musik, vor allem Deutschrap, wirklich so scheiße geworden oder nur meine Hörgewohnheiten?

Ich liebe Musik. Ich habe ihr meinen Beruf, die Rettung vor Smalltalk und mein Seelenheil zu verdanken. Aber sie fühlt sich mehr und mehr wie eine Pflicht an. Wie Zwangsernährung. Und das hat sie bei Gott nicht verdient. Soulfood serviert man einfach nicht durch einen Schlauch.

Was also tun? Sich damit abfinden, dass man Musik nie wieder so konsumieren wird wie früher? Spotify-Entzugskliniken für Musikjournalisten eröffnen? Oder sich einfach mit dem individuell Schaffbaren anfreunden, auch wenn das bedeutet, dass die eigene Fomo ständig am Ärmel zupft und nach Futter kräht?

Ich weiß es nicht. Vielleicht warten wir einfach mal das neue Haftbefehl-Album ab. Generell ist das eine gute Antwort auf alle unbeantworteten Fragen, die euch 2018 noch so umtreiben sollten. Der hat sich mit Releases in den letzten Jahren nämlich gnädigerweise zurückgehalten. Meine To-Hear-Liste dankt ihm dafür.

**

Mehr zum Thema:

Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Noisey DE.

]]>
ev3kdwNina DamschNoisey StaffMusikstreamingApple MusicMusikindustrieKommentarstreaming dienste
<![CDATA[Ozzy Osbourne trifft auf den wahren Prince of Darkness: Ronald McDonald]]>https://noisey.vice.com/alps/article/gy7kj3/ozzy-osbourne-trifft-coverband-mac-sabbath-mc-donaldsThu, 13 Dec 2018 10:56:46 +0000 Du weisst, du hast es als Musiker geschafft, wenn dir Leute auf völlige absurde Weise huldigen. Die einen tätowieren sich deinen Namen auf die Stirn, die anderen gründen die McDonald's-Coverband Mac Sabbath. Aber funktionieren Black-Sabbath-Songs auch im Kontext von Fastfood? Das durfte Ozzy Osbourne jetzt selbst beurteilen.

In einem frisch veröffentlichten Clip aus der Reality-TV-Sendung Ozzy & Jack's World Detour wollte Ozzys Sohn Jack seinem Vater mit einem Auftritt von Mac Sabbath überraschen. Fast wäre die Aktion aber in die Hose gegangen: "Was ist das für ein Scheiss?", fragt Ozzy und beäugt die Bühnendekoration kritisch. Auch die McDonald's-Maskottchen mit Instrumenten überzeugen den 70-Jährigen nicht.

Erst als Ronald McDonald mit einer brennenden Pfanne auf die Bühne tritt und "I am Frying Pan" (Cover von Sabbaths Hit "Iron Man") ins Mikrofon brüllt, bricht Ozzy in Gelächter aus. Es wäre auch wirklich etwas überraschend gewesen, hätte der Prince of Darkness die ganze Show über mürrisch drein geschaut. Das Konzept von Mac Sabbath geht nämlich voll auf.

Die Coverband hat den ganzen Text von "Iron Man" so umgeschrieben, dass er auf Fastfood passt. Und die berüchtigte Fledermaus-Einlage durfte natürlich auch nicht fehlen – bei Ronald Mac Sabbath kommt das Fledertier aber zwischen ein Burgerbrötchen. Es hätte aber auch gut gepasst, hätte er einem Chicken Nugget den Kopf abgebissen.

"Ozzy warnt die Welt vor dem Bösen, wir warnen die Welt vor dem Bösen des Fastfoods", erklärt der Mac Sabbath Frontmann. Die Message scheint aber an Ozzy vorbeigegangen zu sein. "Ich habe eigentlich nur die Alberei verfolgt", sagt er nach dem Konzert.

**

Mehr zum Thema:

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.

Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.

]]>
gy7kj3Julian RiegelClaus SchwartauvideoBlack Sabbathozzy osbourneMac SabbathparodieCoverbandSehr wichtige Internetvideosfastfood
<![CDATA[Lernt von diesem Trottel und gebt niemals Fremdgeh-Tipps, während eure Freundin neben euch sitzt]]>https://noisey.vice.com/alps/article/3k9j3v/trennung-offset-migos-cardi-fremdgehen-tipp-fail-paarchenstreit-instagramWed, 12 Dec 2018 14:17:50 +0000Am schönsten sind aufschneiderische Internet-Machos, wenn ihre lustigen Clips nach hinten losgehen. So passiert bei diesem Typen hier, der es für eine gute Idee hielt, dem Migos-Rapper Offset Tipps zu geben, wie er Cardi B besser hätte fremdgehen sollen. Während seine persönliche Cardi neben ihm im Auto sitzt!

Zum Kontext: Nachdem Offset gefühlt 1000 Mal Untreue vorgeworfen und teilweise auch nachgewiesen werden konnte, hatte Cardi B neulich wohl endgültig die Faxen dicke und verließ den Vater ihres frisch gebornenen Kindes. Ein Entschuldigungsvideo von der angeblichen Affäre erschien, Cardi tauschte bei einem Auftritt die Lyrics von "Motorsport" zu "I told him the other day yo we're gonna get a divorce" und 50 Cent mischte sich ein. Der übliche Gossip-Strudel eben, der sich nach einer prominenten Trennung so ins Abflussrohr hinabwindet.

Das Beste, was uns vom ganzen Drama bleibt, ist aber mit Abstand der epische Anschiss, den sich unser Beziehungscoach im Video von seiner Freundin abholt. "Wenn ich meiner Freundin fremdgehen würde …", setzt er (noch) lachend an, da unterbricht ihn eine bereits "leicht" angespannte Frauenstimme. "Was zum Teufel soll das heißen: 'Wenn du fremdgehen würdest!?'"

Unbeirrt bittet er sie, ihn doch mal ausreden zu lassen und verrät uns dann seinen Tipp. Man solle lieber mit einer Frau, die die Partnerin "fertig machen könnte" fremdgehen. "Ist das dein Scheiß Ernst?", fragt die beunruhigend ruhige Stimme der Frau. Erneut, nun schon ein wenig verunsicherter, bittet der Parship-Einstein darum, ihn erstmal ausreden zu lassen.

"Jetzt bin ich aber gespannt", antwortet sie immer noch verhältnismäßig ruhig, wiederholt dann etwas energischer: "Na, dann lass mal HÖREN, was für Scheiß du zu sagen hast." Ab diesem Punkt geht es für den Typen nur noch bergab – so wie sein akkurat frisiertes Lippenbärtchen an den Mundwinkeln.

Zuzusehen, wie er von Sekunde zu Sekunde in sich zusammenschrumpft, ist pures Internetgold. Die Augen sind angstgeweitet, die Stimme wird immer kleinlauter, während ihm seine Freundin immer weiter einschenkt.

Wir lernen also: Jungs und Mädels, bescheißt eure Partner und Partnerinnen nicht. Ihr solltet nicht mal hypothetisch darüber fantasieren, erst recht nicht im Beisein eures Partners. Beides ist respektlos und wird leider Konsequenzen nach sich ziehen. Wie zum Beispiel, dass ihr zum Gespött des Internets werdet.

**

Mehr zum Thema:

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.

Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Noisey DE.

]]>
3k9j3vNina DamschClaus SchwartaufansTippsStreitTrennungCardi BfremdgehenSehr wichtige InternetvideosInstragram
<![CDATA[Feuer, Einbruch, Taser, Knast – Cannibal-Corpse-Gitarrist wütet durch sein Kaff]]>https://noisey.vice.com/alps/article/bjep94/cannibal-corpse-gitarrist-pat-obrien-verhaftet-florida-northdale-explosive-munition-kaution-drogentestWed, 12 Dec 2018 11:09:59 +0000Am Montag wurde Cannibal-Corpse-Gitarrist Pat O'Brien wegen Einbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verhaftet. Wie es zur Verhaftung kam, ist wohl das Aufregendste, was in O'Briens Wohnort Northdale in Florida seit IMMER passiert ist.

In der Nacht auf Dienstag wurde die Feuerwehr zum brennenden Haus von Pat O'Brien gerufen. Das Feuer zu löschen, stellte sich für die Einsatzkräfte jedoch als Herausforderung heraus, denn im Haus explodierte haufenweise Munition. Vom Besitzer fehlte jede Spur, bis bei der Polizei ein Anruf wegen eines Einbruchs in ein nah gelegenes Haus einging.

Der mutmassliche Täter stellte sich als der Cannibal-Corpse-Gitarrist heraus. O'Brien soll sich Zugang zum Haus verschafft und es auf Bitten der dort lebenden Familie nicht verlassen haben. Die örtliche Polizei berichtet im Einsatzprotokoll, dass O'Brien eine Bewohnerin umgeschubst haben soll und dann in den Hinterhof geflüchtet sei.

Die Polizisten fanden den 53-Jährigen schliesslich versteckt hinter einem Zaun in der Nähe seines Hauses. Doch statt sich zu stellen, soll sich O'Brien mit einem gezogenen Messer gegen die Verhaftung gewehrt haben. Er wurde schliesslich mit einem Taser auser Gefecht gesetzt.

O'Brien trat am Dienstag in einem sogenannten Anti-Selbstmord-Kittel (anti-suicide smock) vor den Kautionsrichter. Dieser verhängte eine Kaution von 50.000 US-Dollar, sofern er einen Drogentest bestehe.

Der Fall schaffte es natürlich auch ins US-News-TV:

Für Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte liegt das höchste Strafmass in Florida bei bis zu 30 Jahren Haft, für Einbruch in ein bewohntes Haus mit Angriff kann man sogar lebenslänglich eingebuchtet werden.

**

Mehr zum Thema:

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.

Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.

]]>
bjep94Julian RiegelClaus SchwartauFloridadeath metalCannibal CorpseNoisey NewsfeuerEinbruchverhaftetPat O'Brien
<![CDATA[Was dein Lieblingsalbum 2018 über dich aussagt]]>https://noisey.vice.com/alps/article/nep94g/was-dein-lieblings-album-song-2018-aussagt-bedeutung-analyse-jahrescharts-kuechen-psychologieTue, 11 Dec 2018 15:57:37 +0000Das Jahr 2018 ist so gut wie vorbei, was wir vor allem an den Insta-Storys unserer Freunde merken. Da werden liebevoll Cover-Collagen der liebsten Alben des Jahres zusammengestellt, inklusive vieler Feuer-Emojis. Und auch Spotify hat uns daran erinnert, was wir dieses Jahr alles durch unsere Gehörgänge gejagt haben, nebst freundlichen Hinweisen, das doch ebenfalls auf Instagram zu teilen. Vergesst es.

Schließlich verrät man mit einem öffentlich herausposaunten Lieblingsalbum des Jahres mehr, als einem vielleicht lieb ist. Glaubt uns ruhig. Wir wissen nämlich genau, was eure Lieblingsplatten über euren Charakter, Geschmack und Fetisch aussagen.

Hier kommt euer musikalisches Jahreshoroskop, professionell erstellt von den Noisey-Redaktionen Deutschland, Österreich und Schweiz. Gern geschehen.

Raf Camora & Bonez MC – Palmen aus Plastik 2

Deine Welt ist geordnet. Solider Job, schickes Auto und die gleichen Freunde seit der Grundschule. Jedes Wochenende stehst du auf dem Fußballplatz, Kreisklasse. Abends dann ab in die Disko, Vodka-Energie. Und dann wieder von vorn, Alltag. Doch solange am Rückspiegel der Pina-Colada-Duftbaum baumelt und dir Raf Camorra und Bonez mit tiefer Stimme den Rücken massieren, bleibt es: beste Leben.

Eunique – Gift

Du hast Glück gehabt. In einem anderen Universum hätte deine Vorliebe für Selbstoptimierung, Disziplin und natürlich nicht zuletzt Rap einen Kollegah-Fan aus dir machen können. Ein bisschen wie Harry Potter damals, der fast nach Slytherin und nicht Gryffindor geschickt worden wäre. Auch bei dir hat die gute Seite gesiegt. Du wurdest Eunique-Fan. Schlangen findest du aber trotzdem ziemlich nice.


Thump-Video: "Einmal Gabber, immer Gabber"



Capital Bra –
Berlin Lebt

Du bist diese Jugend mit ihren verdammten Skateboards, den viel zu tief sitzenden Hosen und der verblödeten Musik, über die die Leute jenseits der 25 schimpfend die Faust in die Luft recken. Gut, bei uns waren es noch Skateboards und tief sitzende Hosen. Bei euch wurden die durch Hoverboards und Design-Jogginghosen mit viel zu vielen Reißverschlüssen ersetzt – oder? Wir wissen es nicht, sind ja nicht mehr jung.

Aber wenigstens die Dummheit ist unseren beiden Generationen als gemeinsamer Nenner geblieben. Unsererseits, weil wir denselben Fehler wie die Generation vor uns begehen und Künstler und ganze Bewegungen als verblödet abtun, nur weil wir am Rande stehen und niemand uns den Ball zuwerfen möchte. Und eurerseits, weil ihr nun mal jung seid. Und junge Leuten werden immer von den Älteren belächelt – auch wenn deren Ende naht. Lasst uns wenigstens diesen einen Bonus!

Drangsal – Zores

Du bist Sternzeichen "hervorquellende Halsschlagader". Wenn andere im Kino, auf Konzerten oder im Meeting laut auflachen, verziehst du genervt den Mund. Nicht, weil du die Gags nicht witzig findest, sondern weil dich diese gefolgsame Fröhlichkeit anwidert. Reicht ein inneres Nicken, muss man doch bitte nicht wie ein Vollidiot losgackern. Genickt hast du auch, als die erste Single von Drangsals neuem Album rauskam. Klang wie etwas von Die Ärzte. Gut so. Dann erschien Zores, klang aber nicht wie Die Ärzte. Gut so. Statt Blödeltexten eben geballte Faust und Melancholie, das ging dir rein wie eine Salzlakritzstange.

Cardi B – Invasion of Privacy

Du bist diese Frau:

Oder diese Frau:

Und dein Typ sollte verdammt nochmal aufpassen, was er sagt, tut, oder wo er hinschaut. Time's up.

Casper & Marteria – 1982

Du hättest eigentlich lieber ein Solo-Album der beiden gehabt. Statt Songs, die deine Insta-Bio neu definieren, hörst du trotzdem diese leicht verdauliche Kumpelplatte mit den vielen nostalgischen Verweisen auf die graue Vorzeit rauf und runter. War wohl nicht so einfach alles damals, aber heute ist bei denen dank Weißwein und Weed alles paletti in ü30-Hausen. Das nimmt dir ein bisschen die Angst vorm Älterwerden. Umso mehr freust du dich darauf, nächstes Jahr bei deiner Abifeier triumphierend zu "Champion Sound" in den Saal zu schreiten – inklusive Becker-Faust

Tommy Genesis – Tommy Genesis

Ihr seid schon seit ein paar Jahren ein Paar und das ist euer neuer Soundtrack im Schlafzimmer. Deswegen hört ihr das Album auch nirgendwo anders, weil euch spätestens der Track "Daddy" komplett fahrig macht.

Vanessa Mai – Schlager

Niemand weiß es, aber bei diesem Song mit Olexesh fandest du Vanessa Mai viel besser. So. Viel. Besser. Deswegen hast du auch mal in ihr Album reingehört und bist seitdem innerlich zerrissen. Gerne würdest du deinen Freunden erzählen, wie sehr du Songs wie "Stärker" oder "Zauberland" liebst, traust dich aber noch nicht. Die schimpfen ja so endlos, dass Olexesh mit dem Feature seine Wurzeln verraten hätte. Und dann tritt der auch noch bei diesem Schlagerfest auf, nachdem die dusseligen Moderatoren sich mit HipHop-Gesten über ihn lustig gemacht hatten! Du lästerst zum Schein mit, rollst aber in unbeobachteten Momenten mit den Augen. Scheiß auf die! Wahre Freunde erkennt man daran, dass sie in schweren Zeiten zu einem halten. So wie der Privatmodus bei Spotify.

Vein – Errorzone

Veins Debütalbum war nicht nur dein Lieblingsalbum, auch deine Bandkollegen haben den dystopischen Hardcore-Sound komplett gefeiert. Ihr seid mit Converge, Deftones und Slipknot aufgewachsen, kein Wunder, dass euch Errorzone so weggebombt hat. Wäre trotzdem schön, wenn ihr jetzt nicht zur xten Band mutiert, deren Sound man faul als irgendwas zwischen Code Orange, Harm's Way und eben Vein beschreiben kann.

XXXTentacion – ?

Wow, bist du gut darin, zwischen Künstler und Privatperson zu trennen! Wenn dich nicht mal die geleakte Audioaufnahme davon abbringt, begeistert zu "Sad!" zu nicken, dann wird in der Kathedrale deines Herzens eben immer eine Kerze für X brennen.

Bushido – Mythos

Du bist bei Ersguterjunge gesignt.

Eminem – Kamikaze

Wie oft hast du Kamikaze gehört? Nun ja, einmal durchlaufen lassen und dann "Fall" in deine ImTheRealStanShady-Playlist geschoben. Reicht aber trotzdem, um die Platte vehement als Album des Jahres zu verteidigen. Weil alles, was Eminem macht, für dich automatisch das Beste ist. HipHop liegt doch im Koma, ganz allein Em sorgt für ein gleichmäßiges Piepen im EKG. Den Disstrack von Machine Gun Kelly mochtest du aber trotzdem ein bisschen zu sehr und hast dir aus Strafe nach jedem Hören die Hände gebügelt.

Isolation Berlin – Vergifte dich

Man, bist du anstrengend. Während deine Freunde in der Bar auf Sesseln quatschen, lachen und sich gegenseitig auf den Rücken klopfen, stierst du nur in dein Glas. Dort drüben am Tresen, während sich andere genervt an dir vorbei zum Barmann lehnen, um im überfüllten Laden ein bisschen Flüssiggold zu ergattern. Viel zu schnell bist du voll, taumelst zu deinen Leuten, machst verletzende Witze und haust einfach ab. Zuhause angekommen lieber mal ein Näschen nehmen, vielleicht auch zwei und dazu die Flasche Wein deiner Mitbewohnerin aus dem Kühlschrank vernichten. Ekelhafter Grauburgunder, aber bio. Viel zu laut Mucke hören und das Stakkato-Geklopfe der Nachbarn an den Wänden ignorieren. Mit Klamotten ins Bett fallen, mit dem vertrauten, warmen Pochen im Kopf. War wieder ein schöner Abend.

6ix9ine – Dummy Boy

Was sollen wir sagen, merkste ja selbst.

Prezident – Du hast mich schon verstanden

Du solltest dringend diesen Text lesen und aufhören, so viel Zeit auf dubiosen YouTube-Channels zu verbringen. Es ist noch nicht zu spät, Kind. Komm zurück nach Hause. Kriegst 'ne warme Gulaschsuppe und eine herzliche Umarmung und dann siehst du schon ein, dass Mama Recht hatte, als sie sagte, deine neuen Freunde seien nicht gut für dich.

Drake – Scorpion

Du hast bei der "In My Feelings"-Challenge mitgemacht. Hat deine 150 Instagram-Follower leider kein bisschen interessiert.

Die Nerven – FAKE

Dein Lieblingsalbum ist nicht wirklich von Die Nerven, aber das kannst du deinen Kollegen doch nicht sagen. Du arbeitest schließlich in der Redaktion der Visions. Und deren liebste Beschäftigung ist es, sich am Kaffeeautomaten gegenseitig zu versichern, dass gute Rockmusik dank Bands wie Die Nerven zurückkommen wird. HipHop ist doch wirklich am Ende, jetzt, wo schon so lange nicht mal mehr über soziale Brennpunktthemen gerappt wird. Diese Cloud-Rapper: alle total fake. Oh wie gut, dass keiner von denen weiß, dass dein Lieblingsalbum Dummy Boy heißt.

Parkway Drive – Reverence

Du hast dich dieses Jahr beachtlich im Debattieren geschult. Unfreiwillig. Zu oft musstest du dich vor deinen Freunden rechtfertigen, warum Parkway Drive trotz des Stadionmetal-Sounds immer noch deine Metalcore-Lieblinge sind. Und warum du ihre ersten Alben zwar magst, die doch aber nicht an die neuen Sachen heranreichen. Weil sich die Band doch bitte weiterentwickeln darf!? Hier, du hast mal eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet, um die stundenlange Diskussion ein wenig abzukürzen und deine Argumente in einem 12-Punkte-Vortrag darzulegen.

Seitdem darfst du bei der gemeinsamen Autofahrt zu Konzerten nicht mehr ans Aux-Kabel. Drauf geschissen. Beim nächsten Parkway-Drive-Konzert werden deine Leute doch eh wieder mit feuchten Augen und erhobener Faust an dir vorbei in den Pit rennen.

Haiyti – Montenegro Zero

"Gold" war für dich ein dermaßen guter Song, dass er das ganze Album so sehr mitglänzen ließ, dass du stellenweise vielleicht ein bisschen geblendet warst. So warst du unfähig zu erkennen, dass sprichwörtlich leider nicht alles Gold ist, was glänzt und das Album eher zu Haiytis schwächeren Werken zählt. Aber an "Gold" lässt sich nicht rütteln. 1000 Karat pures Edelmetall.

Kanye West & Kid Cudi – Kids See Ghosts

Du bist ein unverbesserlicher Kanye-West-Fan und weigerst dich auch 2018 noch zu akzeptieren, dass Kanye seine besten Jahre vermutlich hinter sich hat. Das ist auch irgendwie OK. Schließlich besteht dieses Album immer noch zu 50 Prozent aus Kid Cudi und hat selbstverständlich auch tolle Momente. Plus: Dass Kanye Graduation und My Beautiful Dark Twisted Fantasy in sich hatte und rausknallen konnte, ist ein Wunder, das man für immer als solches betrachten sollte.

Spätestens 2019 gilt dennoch auch für dich, die Augen der Realität zu öffnen und zuzugeben, dass sämtliche Kanye-Releases dieses Jahr nicht unglaublich waren und Pusha-Ts Daytona das bessere Album war.

Lance Butters – Angst

Wir schauen dir in die rot geränderten Augen und sehen nur die Reflexion deines leuchtenden TV-Bildschirms. Im überfüllten Aschenbecher neben dir glüht noch ein Stummel, auf dem Couchtisch stapeln sich die Pizzakartons, auf dem Boden liegen überall verdrehte Klamotten. Was man über dich wissen muss? Dein Lebensmotto ist: antriebslos sein und zynisch jede aufkeimende Veränderung mit Säure übergießen. Für Details einfach Lance Butters neues Album Angst hören. In ihm siehst du schließlich einen großen Bruder, der genau das in Worte fasst, was dir täglich die Motivation raubt, die Haustür zu öffnen. Aber hey, dank Videospielen wie God of War 4, Monster Hunter: World, Detroit: Become Human, Spider-Man, Red Dead Redemption 2 und Hitman 2 war 2018 eigentlich ganz geil.

Stefflon Don – Secure

Wärst du ein Soziales Medium, wärst du Twitter. Wir lieben und wir fürchten deine Kraft, Selbstbewusstsein und Zero-Fucks-Attitüde. Und ganz ehrlich: Das ist ziemlich gut so. Die Zukunft gehört dir. Dir und Netzstrumpfhosen.

Zeal & Ardor – Stranger Fruit

Du sehnst dich nicht allzu öffentlich nach den Zeiten zurück, als Nu Metal das große Ding war. Aber ab und zu ziehst du dir nochmal System Of A Downs Toxicity rein. Ist schließlich auch heute noch ein verflucht gutes Album. Jetzt ist da eine neue Band, die die Synapsen anspricht, die du schon für abgestorben geglaubt hattest. Zeal & Ardor machen nämlich nichts anderes als das, was die Armenier auch schon so erfolgreich gemacht hatten: Sie mischen Metal mit ungewohnt neuen Elementen. Damals war es Folklore, diesmal ist es Gospel. Und du singst eifrig headbangend mit. Weil du das aber so lange schon nicht mehr gemacht hast – du hast deine Jugendliebe Metal ein bisschen aus den Augen verloren –, tut dir nach einem Zeal-&-Ardor-Konzert jetzt jedes Mal der Nacken weh.

CupcakKe – Eden

CupcakKe rappt mit mehr Charisma und Realness über Sex als die gesamte aufstrebende Riege männlicher Rapper in den USA und hierzulande ganz zu schweigen. Aber: Wer CupcakKe bloß auf ihre Sexualität reduziert und wie sie es schafft, sie in Worte, Beats und Flow zu übersetzen, der verpasst was. Du, der Eden zu seinem Lieblingsalbum gewählt hast, hast jeglichen Sex mit allen Menschen, auf die du Bock hast, verdient.

Jens Friebe – F**k Penetration

Du stehst auf Diskurspop mit Tiefe, kennst alle Acts auf Staatsakt und büffelst unter der Woche am liebsten Lacan und Butler, während auf deinem Unischreibtisch eine gut sichtbare Ausgabe der aktuellen Jungle World liegt. Samstagabend reichen dann drei Kurze und du verlierst alle Hemmungen deiner provinziellen Prüderie. Du eskalierst plötzlich in Bandshirts von irgendwelchen unbekannten Glam-Rock-Bands aus den 80ern zu dröhnendem Gitarrengekreische von Friends of Gas. "Echt, du bist die personifizierte Subversion", sagen dir deine Freunde annerkenend, und du erklärst ihnen dann bei einem philosophischen Küchengespräch in deiner 7er-WG, wie du das jetzt doch nicht so gemeint hast, wie alle glauben.

Loredana – "Sonnenbrille"

Ach hoppla, das war ja nur ein Song und kein Album. Egal, in der Streaming-Ära ist das irgendwie ja eh alles wurscht. Und Loredanas Klickzahlen lassen einem auch wirklich ein Lil-Jon-haftes "whaaaat" entfahren, wenn man hört, dass die Dame aus der Schweiz tatsächlich bisher noch kein Album draußen hat, sondern nur drei bis vier Songs mit ein bis zwei Videos. Mehr Rap 2018 geht wohl nicht, deswegen bist du, der Loredana als sein Lieblingsalbum 2018 gewählt hast, ein wahrer Visionär.

Bilderbuch – Mea Culpa

Bilderbuch kennst du eigentlich erst seit deiner Abireise letztes Jahr in Bulgarien. Dort habt ihr dann 10 Tage lang mit ballernden Bluetooth-Lautsprechern am Goldstrand gelegen und hattet wirklich eine gute Zeit. "Bungalow" war euer Lied – beim Chillen, beim Feiern, beim Kotzen und auch sonst echt super alles, "danke Mami". In deiner Pubertät hast du übrigens mal Silbermond gehört, und deine erste CD war irgendwas von Revolverheld. "Hat mir meine Tante zu Weihnachten geschenkt, kennt heute keine Sau mehr", wirst du deinen staunenden Freunden stolz sagen, "aber damals war das halt echt groß."

Nicki Minaj – Queen

Dir gehts ähnlich wie denjenigen, die Haiytis Montenegro Zero zu ihrem Lieblingsalbum 2018 erklärt haben. Aber auch bei Nicki Minaj gilt: "Barbie Dreamz" und "Chun-Li" können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Queen schmerzhaft leicht zu vergessen war. Aber vielleicht kann man daraus auch etwas Positives ziehen: Mit dem nächsten Album zeigt Nicki vielleicht wieder, was sie wirklich kann. Und das ist viel mehr, als uns Queen gegeben hat.

Feine Sahne Fischfilet – Sturm & Dreck

Du hattest ein gutes Jahr. Nicht, weil alles super lief. Scheiße, du hast bei den zahllosen Antifa-Demos auf der Gegenseite so viel menschliche Abgründe gesehen, dass du dir gerne deine Augen mit Seife auswaschen würdest, würden diese nicht sowieso schon von all dem Reizgas der Polizei brennen. Und dann immer neue Erfolgsnachrichten der AfD, zu viele menschenverachtende Kommentare im Web und Feuilleton, ignorierter rechter Terror, da hast du dich schon ein paar Mal ohnmächtig gefühlt. Wenn da nicht das Album von Feine Sahne Fischfilet gewesen wäre.

Seit Januar ist es dir ein treuer Begleiter, der dir immer wieder aufmuntert zulächelt, dir in Tiefpunkten tröstend zur Seite steht, dir beim Saufen in der Kneipe antreibend zugröhlt und deine Hand auf dem Nachhause-Weg beruhigend in seine nimmt. Auf ein besseres 2019.

**

Mehr zum Thema:



Folgt Noisey Austria auf Facebook, Instagram und Twitter.

Folgt Noisey Schweiz auf Facebook, Instagram und Spotify.

Folgt Noisey Deutschland auf Facebook, Instagram und Snapchat.
]]>
nep94gJulius WußmannNina DamschJulian RiegelChristoph BenkeserJulius WußmannFeaturesChartsJahresrückblickRückblickPsychologieAlben des Jahres