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Der Kommerz am Donaukanal wird zum Problem

Teure Lokale, Polizeirazzien und freie Flächen, die zugebaut werden – der Donaukanal wird immer mehr zur Schicki-Micki-Meile.

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Aug. 8 2018, 9:25am

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An einem sonnigen Tag kann es schon mal eng werden am Wiener Donaukanal. Menschen gehen spazieren, andere machen Sport, viele sitzen einfach nur mit Freundinnen und Freunden entspannt in einem Lokal oder am Ufer. Hin und wieder kommt jemand vorbei und bietet billige Getränke an. Es ist eindeutig: Das Bild des Donaukanals hat sich gewandelt. Wo es vor einigen Jahren noch nach Pisse stank und der Müll herum lag, hat sich inzwischen einer der angenehmsten und trendigsten Plätze der Stadt entwickelt.

Doch auch immer mehr Bars wollen vom Boom am Kanal profitieren. Der zentrale Bereich des Flusses direkt an der Innenstadt ist inzwischen eine beliebte Ausgehmeile, wo sich ein Lokal an das andere drängt. Und diese Lokale werden immer schicker, immer teurer und immer touristischer.

Diese Entwicklung hat auch eine eindeutige Kehrseite: Die Freiräume für Menschen mit weniger Geld am Donaukanal werden langsam knapp. Es passt ins Bild, dass die Stadt Wien immer offensiver gegen GetränkeverkäuferInnen und -verkäufer vorgeht. Und auch die permanenten Polizeikontrollen gegen Jugendliche fallen auf. Möglicherweise sehen sie nicht österreichisch genug aus, oder haben einfach nicht genug Geld in der Tasche für den schicken neuen Donaukanal.

Polizei überall, Gerechtigkeit nirgends

Besonders intensive Kontrollen gibt es einerseits offenbar bei der Salztorbrücke in unmittelbarer Nähe des Schwedenplatzes. Lisa Schmidt von der "BürgerInneninitiative Donaukanal" erzählt mir von zunehmender Polizeipräsenz, auch mehrere andere Personen bestätigen das im persönlichen Gespräch. Ich selbst wurde ebenfalls bereits öfter Zeuge von Kontrollen.

Andererseits dürfte die Gegend rund um die U-Bahn-Station Spittelau im Fokus der Polizei stehen. Dort befinden sich mehrere Lokale, die auch von eher alternativen und linken Menschen besucht werden, etwa das Werk oder die Grelle Forelle. Der ehemalige Partyveranstalter Daniel* war bereits selbst von einer solchen Kontrolle betroffen.

"Scheinbar waren sie auf der Suche nach Drogen".

"Ich war gerade am Weg über die Brücke bei der Spittelau, auf einmal kam die Polizei, ich musste sofort alle Taschen ausleeren." Die Polizei hätte sogar seine Brieftasche durchwühlt. "Scheinbar waren sie auf der Suche nach Drogen", meint Daniel. Er erzählt, dass auch seine FreundInnen immer wieder von Kontrollen berichten. In der Gegend würde auch vermehrt Polizei in Zivil gesichtet, sagt Daniel.

Razzia im Flex

Im Nachtlokal Flex am Donaukanal gab es Ende Mai sogar eine große Razzia. Bilder zeigen schwer bewaffnete und maskierte PolizistInnen. AugenzeugInnen berichten, dass alle anwesenden Gäste kontrolliert wurden. Auch hier soll es um die Suche nach Drogen gegangen sein.

Welche Hintergründe die Razzia beim Flex hatte, ist aktuell offen, die Polizei will sich auf Anfrage nicht äußern. Doch die Art der Durchsuchung ist zumindest auffällig. So sagt etwa der Veranstalter und DJ Splinta: "In Nobellokale wie den Platzhirsch wären die im Leben nicht so reingegangen."

Auch bei Lokalen, die nicht am Donaukanal liegen, dürfte es aktuell vermehrt Probleme mit der Polizei geben. Ein Mitglied des Soundsystems High Noon Rockers erzählt etwa gegenüber Noisey, dass es erst im März Stress mit der Polizei vor dem alternativen Lokal Venster am Gürtel gegeben hätte. "Zwei Polizisten tauchten auf einmal auf und behaupteten, wir wären in einem illegalen Lokal." Danach hätte es massive Drohungen gegeben.

"Wenn wir unkooperativ wären, würden sie mit Mannschaftswägen kommen und uns einzeln rausholen", erzählt der DJ. Er berichtet, dass er auch von befreundeten Veranstaltern von ähnlichen Erlebnissen gehört hätte. "Immer wieder erzählen Leute vom Argument Lärmbelästigung. Früher war das in genau den gleichen Locations aber interessanterweise nie ein Thema."

Den Hauch des Subversiven vertreiben

Eine generelle Entwicklung hin zu mehr Repression sieht der Jugendarbeiter und Soziologe Jerome Trebing. Er erzählt, dass er unangenehme und übergriffige Auftritte der Polizei bereits von illegalen Technopartys kennt. "Ein extrem aggressives Auftreten der Polizei war auf diesen Partys eigentlich Standardrepertoire." Seine Sorge: "Es sieht so aus, als wollten Polizei und Stadt Wien nun langsam alles verdrängen, was nur den Hauch des Subversiven hat."

Diese Gefahr sieht auch DJ Magdalena Augustin vom Wiener Kollektiv "Gassen aus Zucker": "Wir erleben seit Jahren erschwerte Bedingungen für Kulturräume aufgrund von Platzmangel. Vor allem im urbanen Bereich gibt es kaum mehr leistbare Räume."

"Wir sollten auf jeden Fall genau hinsehen, wenn der Kulturbereich angegriffen wird. Damit meine ich auch Lokale jeglicher Art, in denen Menschen zusammenkommen können. Und es wird sich lohnen, jeden einzelnen dieser Räume zu verteidigen und zu erhalten", so Augustin, die auch Vorstandsmitglied der IG Kultur Wien ist. Sie weist auch darauf hin, dass die Angriffe nicht nur Lokale in Wien betreffen. So kämpft etwa aktuell das alternative Sub in Graz nach immer schärferen Kontrollen um seine Existenz.

Dass die Wiener Polizei gerade speziell am Donaukanal neue Kontroll-Schwerpunkte setzt, möchte dort auf Anfrage übrigens niemand bestätigen. Die Wiener Polizei führe laufend Kontrollen durch. "Solche Kontrollen finden natürlich insbesondere dort statt, wo größere Menschenansammlungen anzutreffen sind, so unter anderem an Verkehrsknotenpunkten und im Bereich diverser Lokale", sagt Harald Sörös, Sprecher der Wiener Polizei.

War on Drugs

Verstärkte Razzien würden allerdings zum Programm der neuen Regierung passen. "Der War on Drugs steht im Regierungsprogramm, da ist es nur logisch, dass die Polizei verstärkt kontrolliert", meint Ex-Veranstalter Daniel.


Passend dazu auf VICE:


Tatsächlich sind sowohl ÖVP und FPÖ entschieden gegen die Entkriminalisierung von Drogen, obwohl andere Länder damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Im Regierungsprogramm ist sogar das "Verbot des Verkaufs von Hanfsamen und Hanfpflanzen" vorgesehen.

Nicht weiß genug

Überall in der Stadt werden aktuell soziale Gruppen ins Visier genommen, die zu den klassischen Feindbildern von "Recht und Ordnung" gehören. So treibt die Polizei etwa immer wieder Menschen zusammen, die offenbar schlicht nicht weiß genug aussehen (meinen Augenzeugenbericht von einer solchen Massenkontrolle am Praterstern habe ich hier aufgeschrieben). Um jungen Menschen mit weniger Geld das Leben schwer zu machen, wird an Knotenpunkten wie dem Praterstern oder dem Westbahnhof (und auch am Hauptbahnhof in Linz) sogar das WLAN eingeschränkt.

Auch andere Gruppen geraten ins Visier. In Wien soll es künftig etwa verstärkt Kontrollen gegen RadfahrerInnen geben, sogar mit Laserpistolen macht die Polizei bereits Jagd auf RadlerInnen. Doch nicht nur die Regierung, auch die Stadt Wien geht verstärkt gegen Randgruppen vor.

Unter dem neuen Bürgermeister Michael Ludwig will die SPÖ etwa eine "Hausordnung" für die gesamte Stadt Wien. Erste Eckpunkte werden bereits sichtbar, etwa das Alkoholverbot am Praterstern (das möglicherweise sogar illegal ist) oder das Essensverbot in der U6. Die Verbotspolitik zeigt sich auch am Donaukanal.

Vertreibung von GetränkeverkäuferInnen

Bereits mehrmals gab es in den letzten Wochen Razzien gegen GetränkeverkäuferInnen. Weitere Kontrollen sollen folgen, die Razzien sogar ausgeweitet werden, wie die Gruppe Sofortmaßnahmen ankündigt. Im Hintergrund dürfte es dabei ganz klar um das Geschäft der Lokalbetreiber gehen.

Wenn das Mikrofon abgedreht ist, sagen Insider, dass die Stadt über Umsatzbeteiligungen auch selbst am Getränkeverkauf in den Lokalen verdienen würde. Offiziell will das aber kaum jemand bestätigen. Einzig Tom Eller vom Flex sagt gegenüber Noisey, dass der Vertrag des Flex umsatzabhängig sei. Bei höheren Umsätzen würde auch die Miete steigen.

Eine der ersten großen Getränke-Razzien fand übrigens rund um das Donaukanaltreiben statt, wo offenbar die Geschäfte der BetreiberInnen vor Konkurrenz geschützt werden sollten. Natürlich, die Billigkonkurrenz der fliegenden Händler zahlt keine Steuern und keine Standgebühren – doch gleichzeitig zeigt deren Erfolg auch, dass es offensichtlich an bezahlbaren Getränken fehlt.

Das Donaukanaltreiben selbst steht jedenfalls in einem engen Naheverhältnis zur SPÖ. Martin Staudinger, der auf der Page des Festivals als Veranstalter genannt wird, war lange SPÖ-Funktionär in Wien und ist seit Juni Vorsitzender der SPÖ Vorarlberg. Und eine Nähe zur SPÖ und zur Stadt Wien dürfte am Donaukanal insgesamt nicht von Nachteil sein.

So wurden kürzlich die Flächen für viele Lokale am Kanal neu ausgeschrieben. Rund um die Neuvergabe gibt es zahlreiche Fragen, Ungereimtheiten und Vorwürfe der Freunderlwirtschaft. Wer am Donaukanal für welche Flächen zuständig ist, ist dabei nicht immer leicht zu durchschauen.

Wem gehört der Kanal?

Insgesamt verantwortlich ist die Donauhochwasserschutz-Konkurrenz (DHK), die aus einem Gremium aus Bund, Stadt Wien und Land Niederösterreich besteht. Unterstellt ist sie dem Verkehrsministerium und damit Minister Norbert Hofer, dem ehemals erfolglosen Präsidentschaftskandidaten der FPÖ. Damit könnten künftig am Donaukanal verstärkt LokalbetreiberInnen zum Zug kommen, die der FPÖ nahe stehen.

Doch auch die Stadt Wien hat ein gewichtiges Wort mitzureden. So bekam Gastronom Philipp Pracser, dem ein gutes Verhältnis zur Stadt nachgesagt wird, ganz ohne Ausschreibung kürzlich noch einen langjährigen Pachtvertrag für ein Lokal in bester Lage, direkt gegenüber dem Schwedenplatz. Andere Lokalbetreiber bekämpfen inzwischen die drohende Delogierung.

Und die neue Ausschreibung hat es insgesamt in sich. Denn nun sollen sogar Zonen am Kanal kommerzialisiert werden, die bisher eindeutig konsumfrei geplant waren. Bei der Salztorbrücke etwa gibt es ein großes Areal, das im "Masterplan" für den Donaukanal noch als konsumfreie Zone ausgewiesen ist. Und genau dieser Bereich soll nun für kommerzielles Projekt verwendet werden.

Freie Zonen werden kommerzialisiert

Bereits seit 2016 stehen dort in der kalten Jahreszeit rund fünf Monate lang Holzhütten, die als "Feuerdorf" vermarktet und vermietet werden. Nun strebt der Pächter sogar eine ganzjährige Nutzung an, berichtet der Standard. Laut Christoph Caspar von der DHK sei zwar keine ganzjährige, doch eine "temporäre Nutzung des Feuerdorfs in den Wintermonaten" möglich. Doch genau zu diesem Areal heißt es im Masterplan eigentlich, dass der Bereich ein "Ermöglichungsraum" bleiben solle. Dort solle das Bedürfnis "nach konsumfreier Freizeitgestaltung und Erholung" befriedigt werden.

Der "Ermöglichungsraum", der nun verpachtet werden soll, solle laut Masterplan eigentlich ein Kontrapunkt "zu den wirtschaftlich genutzten, überwiegend gastronomisch geprägten Angeboten" sein. Ein Problem dabei ist aber, dass nirgends geregelt ist, wer in diesem Bereich wofür zuständig ist. Das kritisiert auch Lisa Schmidt von der BürgerInneninitiative Donaukanal: "Wo frage ich an, an wen wende ich mich, was darf ich dort? Das weiß eigentlich niemand. Und das ist gleichzeitig symptomatisch für das Vorgehen der Stadt am Kanal."

An einer anderen Stelle im Masterplan heißt es zwar, dass für diesen Bereich eine "temporäre Bespielung (Feste, Märkte, etc.)" möglich sei. Doch auch das ist offensichtlich nicht das Gleiche wie eine monatelange Bespielung und Verbauung durch einen privaten Gastronomiebetreiber. Es ist nicht das erste Mal, dass eine konsumfreie Zone am Kanal umgewidmet werden soll. So war 2015 die Umwandlung einer der letzten großen Wiesen im Zentralbereich in ein Lokal mit 800 Plätzen geplant. Der damalige Betreiber: Wiederum Philipp Pracser, der nun ein Filetstück am Kanal bekam.

Pracsers Pläne standen dabei fast beispielhaft für die neue poshe Ausrichtung des Kanals. Es solle ein "tolles Beach-Club-Restaurant und Bar-Konzept" entstehen, "nach dem Beispiel von vielen großen Städten in Europa, wie München, Hamburg und Berlin", so Pracser gegenüber Radio Wien.

Einst war die Gegend hinter dem Leopoldstädter Kanalufer eine der billigsten Gegenden der Stadt. Damals war der Donaukanal noch der wichtigste Arm der Donau. Die heutige Donau gab es nicht, sie wurde erst während der Donauregulierung in den 1870er Jahren künstlich gegraben.

Josephinische Landesaufnahme Wien | WikiCommons | Public Domain

So entstand auch die Insel, auf der heute die Bezirke Leopoldstadt und Brigittenau liegen. Traditionell wohnten in diesen beiden Bezirken viele arme Menschen mit jüdischem Hintergrund, die Insel zwischen Donaukanal und Donau wurde nach einer Speise der Bevölkerungsgruppe auch bald die "Mazzesinsel" genannt. Die jüdische Prägung der beiden Bezirke endete schließlich mit der Massenvernichtung durch die Nazis im Holocaust.

Lokale für die Reichen

Seit einigen Jahren geht es nun mit der einstmals armen und proletarischen inneren Leopoldstadt steil bergauf. Mieten rund um den Karmelitermarkt und den Augarten sind für viele Menschen kaum noch zu bezahlen. Da passen neue Lokale für die reichen Bevölkerungsgruppen natürlich gut ins Bild.

Applaus für das Monster-Projekt von Pracser am Kanal gab es dann 2015 auch vom damaligen SPÖ-Bezirksvorsteher der Leopoldstadt, Karl Hora. Der wurde 2016 allerdings abgewählt und durch die grüne Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger ersetzt. Die Pläne für das Lokal auf der bis dahin grünen Wiese konnten schließlich zahlreichen Protesten und Unterschriftensammlungen abgewehrt werden. Es wirkt, als hätte Pracser nun zum Ausgleich eine besonders lukrative Fläche ohne Ausschreibung bekommen.



Doch auch bei den aktuellen Lokal-BetreiberInnen am Kanal fallen manch unklare und auffallend günstige Regelungen auf. Das Flex etwa ist zweifellos der Trendsetter am Kanal, mit diesem Lokal begann die heutige Entwicklung. Entstanden war das Flex als Folge der brutalen Räumung des besetzten Zentrums Aegidigasse hinter dem Westbahnhof im Jahr 1988.

Von der Hausbesetzung zum Kommerz

Die sogenannte "Kulturfraktion" der Aegidi war nach der Räumung in ein Lokal in den zwölften Bezirk ausgewichen, das sogenannte "alte Flex". Allerdings waren auch die Räumlichkeiten in Meidling nicht geeignet, es gab laufend Probleme mit AnrainerInnen und der Polizei. Zusätzlich gab es auch noch Stress, als direkt gegenüber ein Nazi-Treffpunkt etabliert wurde und immer wieder Neonazis aus der Umgebung vertrieben werden mussten.

Die Räumung der Aegidigasse: Die Ursprünge des Flex

Schließlich wurde überlegt, einen infrastrukturell besser geeigneten Ort zu finden. Der damals völlig versiffte Donaukanal setzte sich schließlich trotz Widerstand aus ÖVP und FPÖ als Ort für das Flex durch.

Doch seitdem ist der Club zu einem großen kommerziellen Player im Privatbesitz geworden. Und das Flex dehnt sich seit Jahren immer weiter am Kanal aus. Zu Beginn standen vor dem Lokal noch Tische und Bänke, wo jede Person sitzen und auch mitgebrachte Getränke konsumieren konnte. Dann wurden auf einmal Zäune errichtet und es begannen Kontrollen. Teilweise waren diese Zäune komplett blickdicht.

Zeitweise privatisierte das Flex sogar einfach den öffentlichen Gehsteig vor dem Lokal: Menschen, die einfach nur am Donaukanal entlang gehen wollten, wurden von der Security kontrolliert. Inzwischen gibt es um das gesamte Areal des Flex einen hohen Zaun, von der einstigen Freiheit ist nicht mehr zu sehen. Betreiber Tom Eller sagt auf Anfrage von Noisey, dass das Flex "seit Beginn vor 23 Jahren unter privaten Getränkeverkauf" leiden würde.

Unklare Miet-Verhältnisse

Etwas unklar ist auch, wie die Mietsituation des Flex ist. Laut Donauhochwasserschutz-Konkurrenz hatte das Flex im Oktober 2016 einen Bereich von rund 400 Quadratmeter gemietet, wie die Wiener Zeitung berichtet. Das würde ungefähr der Größe des Lokals entsprechen, allerdings ohne die gesamten Außenbereiche. Tom Eller vom Flex hingegen spricht gegenüber Noisey von 1300 Quadratmetern, das wäre vermutlich tatsächlich der gesamte umzäunte Bereich.

Die DHK will nun auf Anfrage "keine finale Aussage zu den genutzten Flächen geben", so Sprecher Christoph Caspar. Die genutzten Flächen würden "mit dem Vertragsinhalt korrespondieren" und im Rahmen einer Begehung geprüft werden.

Auch bei der Strandbar Hermann tauchten in der Vergangenheit Fragen auf. Die Betreiber haben sich bereits vor Jahren ein enorm großes Areal am Kanal gesichert. Laut Eigenwerbung gibt es dort nun etwa die "größte Silent Beach Disco Europas". Die Miete für den ehemaligen Herrmannpark war allerdings über viele Jahre mehr als günstig. Laut einem Bericht der Presse zahlte die Strandbar für das Areal zwischen 2005 und 2013 gerade einmal 2.400 Euro Miete. Wohlgemerkt: pro Jahr.

Die Strandbar hätte dann also über viele Jahre nur 200 Euro Miete im Monat gezahlt – um diesen Preis gibt es in Wien nicht einmal mehr ein WG-Zimmer, geschweige denn eine Wohnung. Erst 2013 wurde der Zins nach oben gesetzt, doch auch die neue Regelung wurde laut Presse vom Rechnungshof als zu niedrig bewertet.

Wie sich der Donaukanal in den nächsten Jahren entwickelt, ist letztlich noch offen

Lisa Schmidt und die BürgerInneninitiative befürchten, dass der gesamte zentrale Bereich "eventisiert und kommerzialisiert" wird. Die Vision der BI für den Kanal: "Das ist ein extrem wertvoller Freiraum mitten in der Stadt. Da muss es Flächen geben, wo niemand vertrieben wird, wo Menschen sich entspannen können, wo es keinen Konsumzwang gibt und wo auch einmal etwas ausprobiert werden kann."

* Name von der Redaktion geändert

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