"Yeeeaaah": Lance Butters ist zurück und böser als je zuvor

Neues Video, neues Album, neue Maske, härterer Lance und spätestens bei der Hook bekommen alle Hater Ellenbogen ins Gesicht.

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Aug. 20 2018, 3:23pm

"Siebzig Prozent meines Tages hab' ich frei / Und bei den dreißig ist Schlaf schon dabei" – Lance Butters verschwendet in der neuen Single "Yeeeaaah" keine Silbe, um klarzumachen, dass er sich seine extreme Ignoranz bewahrt hat. Auch wenn die alte, farbenfrohe Maske wohl im Mülleimer gelandet ist. Iron Man war 2016, der neue Identitätsschutz wirkt mit seinen extrem engen Schlitzen als Augen und der glatten Mundpartie noch unbarmherziger als zuvor. Jede mögliche Mimik aufs Minimalste reduziert, ist er der perfekte Schutz, um sich der grauen Welt zu stellen und sie wie im neuen Video zu zerstören.

Über drei Jahre ist es her, dass Lance Butters sein letztes Album veröffentlichte. Ein zeitlicher Abstand, der in der heutigen Rapszene erstaunlich ist. Jährlich ein Album rausschleudern ist da eher die Devise. Macht die Videospielreihe FIFA schließlich auch so, rechnet sich, funktioniert für die Generation Spotify. Aber wie rappt Lance doch jetzt: "Hab' nie was gegeben auf die restliche Szene." Und überhaupt: "Wir sind von einander alle keine Fans", also warum sich irgendwelchen Trends beugen? Von Lance erwarten wir, dass er als selbsternanntes schwarzes Schaf gegen seine Kollegen ätzt und genau das liefert die erste Single seines neuen Albums ANGST auch. Darüber hinaus zeigt er auch, dass er nur eine Adlib für seine Hook braucht, deren zerstörerische Bassline böse durchs Trommelfell röhrt.

Rein soundmäßig verarbeiten der Rapper und sein befreundeter Produzent Ahzumjot das, was für sie wohl der musikalische Weg zum neuen Album ANGST war. In seiner eigens kuratierten Playlist lief oftmals der jüngst verstorbene XXXTentacion – und zwar vor allem schmerzlich traurige Tracks wie "the remedy for a broken heart" oder das aggressive "Floor 555" –, aber auch Scarlxrd und 6LACK. Weit weg von chartigen Mittelmeer-Vibes, aber auch weit weg vom bisherigen stoney Laid-Back-Sound, sondern in sich gekehrte, verletzliche Musik – eine Seite, die Lance lyrisch bisher nur ab und zu in Tracks wie "Es zieht / Ich zieh" oder "30" durchblicken lassen hat.

Ein Blick auf die bereits veröffentlichte Tracklist und das kalte, industriell wirkende Cover lassen ebenso vermuten, dass ANGST nicht unbedingt der restlichen Szene die Hosen, sondern vielmehr die Gemüter der Hörer runterziehen wird. "Ich will Sachen von mir preisgeben, ohne mich selbst zu verraten. Weil ich denke, dass ich Dinge in mir trage, die viele andere verstehen und genau so sehen", sagte Lance bereits im Pressetext. Scheint also ganz so, als hätten ihm die genannten Künstler seiner Playlist auch inhaltlich aus der Seele gesprochen – was unsere Vorfreude auf das am 12. Oktober erscheinende ANGST ungemein steigert. Weil das alles einfach nach dem perfekten Album klingt, um sich in die dunkle Jahreszeit zu verabschieden.

Tour Dates

05.12.2018 Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld
06.12.2018 Münster, Skaters Palace
07.12.2018 Bremen, Tower
08.12.2018 Hamburg, Knust
09.12.2018 Berlin, Lido
11.12.2018 Leipzig, Täubchenthal
12.12.2018 Wien (AT), Grelle Forelle
13.12.2018 München, Strom
14.12.2018 Stuttgart, Im Wizemann
15.12.2018 Frankfurt am Main, Zoom

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Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Noisey DE.