Mit ihrem Video zu „Pusher“ machen uns alt-J ein bisschen Angst

Gibt es so etwas wie ästhetisches Unwohlfühlen? Wenn ja, ist das neue Video von alt J die Antwort.

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24 Februar 2015, 8:30am

„Are you a pusher or are you a puller?“ Die Schiene, die alt-J in ihrem neuen, einigermaßen verstörenden Video fahren, könnte britischer nicht sein. Ja, hier ist mal schnell alles beschissen grau, nass und kalt. Und dann tragen sie auch noch alle Trenchcoats.

Gerade ist es erschienen, das neue Video zum Song „Pusher“, der in seiner Geradlinigkeit und schlichten Schönheit über weite Strecken nur von Joe Newmans Stimme und einer Gitarre getragen wird. Am Video hingegen ist, Teufel aber auch, so gar nichts schön. Das ist vielmehr eine Höllenvision, die sich subtil auf einem Fußballplatz abspielt.

Ein Prediger, angelehnt, so Regisseur Thomas Razi, an die gängigen Predigten à la British Speaker Corner: in den 70ern war das also gang und gäbe, sich die Seele vor Leuten auszukotzen, dies eigentlich einen Dreck interessiert. Aber nun gut, freedom of speech und so. Die Wichtigkeit der eigenen Meinung und die eigentliche don’t give a shit—Attitüde der glatzköpfigen (geht’s noch gruseliger?) Zuhörer dieser gegenüber ist die wahre Horrorgeschichte des Videos.

Von alt-J sind wir ja einiges gewohnt. Zumindest, was die Videos angeht. Brutal darf’s da schon einmal zugehen – wie etwa auf Menschenjagd in „Hunger of the pine“. Der voyeuristische Durst an menschlichem Leid wird in „Pusher“ aber nur halbzeitlich gestillt – jaja, Spoiler, das hier ist nichts für die Blut-Junkies—und gräbt sich doch viel tiefer unter die Haut als eine dreckige Speerspitze es könnte. Gibt’s so etwas wie ästhetisches Unwohlfühlen? Wenn ja, hier ist die Antwort.

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