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Wir haben ein Interview und den EP Release von Vicious

Über das Zustandekommen von "Odyssey" und wie überhaupt alles begann.

Lisa Schneider

Dank Facebook wissen wir, die Wiener Band Vicious macht „Post-Nihilism“. Auch wenn’s sehr artsy klingt, können sich wahrscheinlich die wenigsten was darunter vorstellen. Ein anderer Vorschlag: Blues-Noiserock. Am 19.02. (heute!) erscheint ihre erste EP, die sie Oddyssey genannt haben. Eine Releaseparty wird’s heute natürlich auch geben, im Wiener B72. Vorher haben wir noch ein paar Worte gewechselt. Die EP ist super, das Interview superlustig. Mehr lest ihr hier.


Oddyssey heißt eure EP. Ihr habt also alle Homer gelesen. Richtig?
Pati
: Simpson?
Torsten: Alles was ich über Homer weiß, weiß ich aus O Brother Where Art Thou.
Maxim: Bei mir war's die Verfilmung mit Kirk Douglas.
Dominic: Also nein.

Wir kennen uns ja noch nicht lange—ein Video hatten wir von euch als Premiere hier. Wenn ihr jeden von euch in einem Satz beschreiben müsstet, wie würde das klingen?
Maxim über Pati:
Wie wenn ein Becken auf einen Swingerpool klatscht.
Rolli über Maxim: [unverständliches Gegrummel]
Dominic: Ich geh mal pissen. Wer braucht noch ein Bier?
Chrissi über Rolli: Der Peter Maffay der deutschen HipHop-Szene.
Pati über Dominic: Liebenswerter Typ, aber trommelt zu wenig.

Erzählt mal ein bisschen, wo ihr so herkommt, was ihr so macht. Und vor allem, wie das mit der Band zustande gekommen ist. Die ganze Liebesgeschichte also.
Torsten: Maxím und ich kommen aus Landshut, das ist so ein relativ großes Kaff in Niederbayern. Witzigerweise haben wir uns dort nie wirklich kennengelernt, obwohl wir ständig in den gleichen Läden waren—es gab da auch nicht so viel Auswahl. Erst als wir beide nach Wien gezogen sind, haben wir uns bei einer WG-Party getroffen und irgendwann angefangen, über Musik zu reden. Später am gleichen Abend sind wir rotzevoll zu ihm nach Hause gefahren mit dem Plan, ein Album zu machen.
Maxim: Dann hat es eine Zeit gedauert, bis wir die richtigen Leute zusammen hatten. Anzeigen auf schwarzen Brettern waren uns zu fein. Wir wollten alle beim Ausgehen kennenlernen. So war‘s dann auch.
Dominic: Mir wurde nur irgendwann gesagt: „Du spielst Bass!“ Ich hatte davor noch nie einen Bass in Hand.

Wenn jeder einen—dead or alive—Artist aussuchen müsste, dem er ähnlich ist oder der er gern wäre, wer wäre das?
Dominic: John Clayton. Der sieht aus wie mein schwarzer Zwilling.
Torsten: Thom Yorke. Weil der ist auch klein. Und ein Spack.
Maxim: Schwierig. Aber: Der Cowboy aus dem Bon Jovi Song „Dead or alive“.
Pati: Der Drummer von Red Hot Chili Peppers: Will Ferrell.

Ich finde ja vor allem die „Is she worth it“ toll. Jetzt will ich aber auch gern wissen, welche Dame dahintersteckt. Oder welcher Kerl. Haha.
Maxim:
Es geht um keine bestimme Frau, sondern um die Art Frau, deren Anblick in deinem Kopf eine Blutleere verursacht, aber sobald sie mit dir spricht ist dir klar, „fuck, ne!“. Mein Lieblingsbeispiel dafür ist Lena Mayer-Landrut. Unglaublich unsympathisch und trotzdem heiß, haha. Im Grunde geht es um Oberflächigkeit und Desinteresse am eigentlichen Charakter des anderen. Aber ist ja modern. Das hat der Tinder-Hype ja dann schön auf den Punkt gebracht. Oder der Lugner. Also klar, „is he worth it“ würd auch funktionieren. Oder als Duett. Vielleicht mal Lena fragen.

Maxi, deine Stimme ist super. Warum bist du nicht schon längst Synchronsprecher?
Maxim:
Ich bin aus Niederbayern, ich bin unfähig Hochdeutsch zu sprechen. Und ich nuschel gern.
Ich hab gehört, ihr feiert auch ganz gern. Seid ihr privat lieber auf Konzerten oder Parties? Sind Konzerte nicht eigentlich eh die bessere Party?
Torsten: Definitiv Konzerte. Wobei, lieber ne gute WG-Party, als ein schlechtes Konzert. Auf einer WG-Party hat das hier ja alles überhaupt angefangen (siehe oben).
Maxim: Ich bin auch großer Fan von einer gscheiten Beisl-Tour! Aber die darf natürlich gern mit einem guten Konzert beginnen.

Heute werdet ihr wohl vor allem euren EP-Release feiern. Mit einer Show. Was war die beste Releaseparty, auf der ihr je wart?
Torsten:
Richtig feiern! Heute im B72 und morgen in Innsbruck im Stöckel.
Maxim: Wir waren letztens im Rhiz bei der Thirsty Eyes Releaseparty. Das war fett! Bin ziemlicher Fan von denen.
Chrissi: Manual Kant Releaseshow in München vor paar Wochen war auch überragend.
Pati: Ich würd jetzt gern trommeln.

Oder das beste Konzert, das ihr je gesehen habt?
Chrissi:
Lambchop im Innsbrucker Treibhaus.
Maxim: Massive Attack auf dem Melt. Und immer wieder YEASAYER!
Torsten: Alle Radiohead Konzerte auf denen ich war, weil ich so ein Klischee-Fanboy von denen bin. Letztes Jahr war’s auf jeden Fall ein Notwist Konzert.

Und bitte auch gleich das schlechteste nennen. Ja, mit Namen!
Torsten: Ich hab mal zwei sauschlechte Konzerte von Queens of the Stone Age und Kasabian auf dem Southside Festival gesehen. Das lag aber auf jeden Fall an der Tontechnik.
Maxim: Bei dem Kasabian-Konzert war ich auch. Der Sänger ist auch immer wieder von der Bühne, weil er so dicht war. Unvorstellbar… Wir würden nie vor einem Konzert trinken.
Chrissi: Caribou in der Arena. Die hatten offensichtlich keinen Bock, ihre Musik vernünftig zu spielen. Ach, und Sizarr am Modular Festival in Augsburg 2015. Die Technik funktionierte nicht, weil der Techniker beim Pizzaessen war und offensichtlich keinen Bock hatte, seinen Job zu machen.

Merci beaucoup. Auf einen glorreichen Releaseabend heute.

Morgen spielen Vicious in Innsbruck.

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