„Scheiß doch auf die heutige Zeit, wenn man so alt ist wie wir“—Ages im Interview

Wir haben „I Want It", das neue Video von Ages, für euch. Geredet haben wir zu diesem Anlass natürlich auch mit ihnen.

|
März 13 2015, 7:56am

Alle Fotos: Martina Trepczyk

Ages können fast schon wieder bei Bandcontests mitmachen. Zumindest behaupten sie das, bevor wir mit dem Interview starten. Einerseits, weil sie mit ihrem neuen Projekt quasi Newcomerstatus haben. Andererseits, weil die drei Herren aus Oberösterreich ab jetzt vom clubtauglichen A.G. Trio in Richtung konzertfähigem Liveprojekt gehen. Die Dancebeats sind weniger geworden, dafür sind die neuen Tracks umso deeper. Wir haben uns anlässlich des Releases ihres zweiten Videos mit Markus, Roland und Jürgen in Linz getroffen. Im Friedlieb und Töchter haben sie uns von mühsamen Features, Robbie Williams und unglaublich viel über Tische erzählt.

Noisey: Was hat sich außer eurem Namen noch geändert?
Markus: Wir werden jetzt zu viert auf der Bühne sein.

Eure Features kommen also mit auf Tour?
Markus: Die Lea von Loving.The.Alien haben wir immer fix dabei. Und wo’s geht—wie bei der Premierenshow in der Forelle—werden wir ein paar Features einladen.

Ab heute gibt’s das Video zu eurer zweiten Single „I Want It“.
Jürgen: Die zweite Single geht in eine ähnliche Richtung, ist aber wieder anders. Wie man’s gerne bei zweiten Singles hat, wird da die nächste Facette aufgezeigt.
Markus: Es gibt ein neues Feature, wir haben einen neuen Gast—nämlich die Laura Goméz von Ghost Capsules.

Das Video zu „Return“ spielt ganz in der Natur, bei „I Want It“ kommt man im Laufe des Videos in die Stadt. Spiegelt dieser Weg von der Natur in die Stadt eure Entwicklung wider?
Jürgen: Diese Fahrt von der Natur in die Stadt war das Leitmotiv für das Video. Dabei geht es aber weniger um das, was war, sondern darum, was jetzt gerade passiert. Wir haben mit dem ersten Video in der Natur angefangen, weil das für uns ein Ruhepunkt und ein Neustart war. Von da weg geht es jetzt wieder los und alles ist plötzlich in Bewegung. Wir sind jetzt da, nehmen das, was wir gemacht haben, und schauen, wie es da draußen funktioniert.

Was könnt ihr mir über euer erstes Album schon erzählen?
Markus: Es sind zehn featured Tracks mit verschiedenen Leuten drauf.
Jürgen: Wir haben uns extra ein neues Mikrofon gekauft. Ein ziemlich gutes. Damit wir uns nicht genieren müssen, wenn die Leute ins Studio kommen. Nach zwei Nummern sind wir dann drauf gekommen, dass es im Arsch ist.

Welches Feature war das mühsamste?
Roland: Mühsam war’s mit’m Zanshin, weil der genau gewusst hat, was er will. Er hat zwar sofort Ideen zu der Nummer gehabt, es hat dann aber trotzdem ein halbes Jahr gedauert, bis er mal was geschickt hat.
Jürgen: Mit’m Günther von Allen Alexis war’s auch mühsam. Der hat uns ein extrem cooles Demo geschickt, wir haben’s aber nach zwei Studiotagen und einer Woche Probieren und Editieren nicht geschafft, das nochmal in einer besseren Qualität aufzunehmen. Irgendwann haben wir’s einfach genommen und weggehaut.
Roland: Da war dann noch der Alex von Gin Ga, der einfach ohne irgendwas gekommen ist und in einer erfundenen Sprache reingesungen hat.

Euer Name ist nicht gerade suchmaschinenfreundlich.
Markus: Da hast du vollkommen recht. Aber die Suchmaschinenresistenz muss man ja auch einmal schaffen.
Jürgen: Das haben wir uns wieder schlecht überlegt, bist du deppat.
Markus: Ich hab gedacht, du hast auf Google einfach nach A.G. Trio gesucht, hast ein A eingegeben und da ist dann Ages gekommen. Es gibt einige Bands mit dem Namen. Auf Discogs sind wir wahrscheinlich Ages (8) oder Ages (9). Aber eigentlich ist ja die Musik das Wichtige, nicht sie Platzierung bei einer Suchmaschine.
Jürgen: Wobei, in der heutigen Zeit …
Markus: Ach scheiß doch auf die heutige Zeit, wenn man so alt ist wie wir.

Ihr seit wirklich nicht mehr die Allerjüngsten. Wie stellt ihr euch eure Pension vor?
Markus: Ziemlich arm.
Roland: Ich glaub ja, dass wir verrückt werden.
Jürgen: Wir werden sicher nicht drogensüchtig, weil wir uns das nicht leisten können. Wir kriegen höchstwahrscheinlich alle Krebs. Die Statistik sagt das.

Ihr habt sicher ein paar lustige Auftrittsanekdoten?
Markus: Der Roland fällt gerne bei unseren Auftritten von der Bühne. Aber wir haben noch jede Show fertig gespielt.
Roland: Mir hat mal in der Fluc Wanne so ein junges Dirndl in die Hose gegriffen und mich quasi festgehalten.
Markus: Aber das ist jetzt vorbei, weil wir machen jetzt ernsthafte Musik und haben mit so etwas nichts mehr am Hut.

Klar doch. Ist es euch als A.G. Trio auch öfter passiert, dass euer Name falsch geschrieben wurde, Agnes?
Markus: Wir sehen auf YouTube, was die Leute eingegeben haben, um auf unsere Seite zu kommen. Und da haben ein paar Leute „Agnes Return“ eingegeben und sind trotzdem zu uns gekommen. So viel zu deiner Behauptung, unser Name ist nicht suchmaschinenfreundlich. Du kannst Agnes eingeben und kommst zu uns.
Roland: Wobei das auch ein ziemlich geiler Bandname gewesen wäre. Eigentlich heißt unsere Band Agnes und unsere erste Single „Renate“.

Post by Ages.

Was steht in eurem Rider?
Roland: Ein Tisch. Den bekommen wir aber meistens nicht. Wir haben in Mexico City mal auf der Bühne von Robbie Williams gespielt und die haben einfach keinen Tisch gehabt. Wir haben gesagt, da sind überall rundherum Lokale, das gibt’s ja nicht, dass man nirgendwo einen Tisch auftreiben kann. Die haben dann einen Teil von der Bühne abgebaut und das als Tisch für uns aufgebaut.
Jürgen: In Russland hat uns einmal ein Tischler einen gebaut.
Markus: Der hat uns kurz gefragt, wie denn der Tisch sein soll. Dann sind wir Essen gegangen und als wir zurück gekommen sind, steht da auf einmal ein Tisch auf der Bühne—in der perfekten Größe und in Plexiglas verkleidet. Der hat in einer Stunde den perfekten Tisch gebaut. Ich wollte mir das Ding am liebsten mitnehmen. Hat leider nicht ins Handgepäck gepasst.

Das regt euch ja richtig auf.
Markus: Wir brauchen wirklich nicht viel, aber wir brauchen einen stabilen Tisch in einer bestimmten Größe und Höhe, wo wir hinkommen und unsere Kastln aufbauen können. Nein, ein Biertisch geht nicht. Wir schlagen sogar schon Marken vor.
Jürgen: In Cádiz waren wir einmal kurz davor, nicht zu spielen.
Markus: Wir haben nicht einmal was aufbauen können, weil einfach kein Tisch da war. Zehn Minuten nach unserer Setzeit ist dann auf einmal ein Tisch gekommen, weil sie gesehen haben, dass wir wirklich nicht anfangen. Weil wir nicht in der Lage sind. Wir können ohne Tisch nicht auftreten. Wir schicken das ja auch immer vorher durch und lassen uns das bestätigen.
Jürgen: Wir werden uns ab jetzt den Tisch wahrscheinlich selber mitnehmen. Also Leute bitte, wenn ihr das liest—wir brauchen wirklich einen Tisch!

Ab nächsten Freitag könnt ihr euch „I Want It“ auf iTunes kaufen. Oder ihr bringt Agnes einen Tisch vorbei.

20.03. Tips Arena, Linz / Parov Stelar Support
04.04. Salzhof, Freistadt
10.04. Grelle Forelle, Wien / Sound:Frame Festival
11.04. Spielboden, Dornbirn / Dynamo Festival
30.04. Marx Halle, Wien / Parov Stelar Support