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Pronto ist mehr als nur ein Hype

Der Solothurner Mumble-Rapper reisst mit nur fünf Tracks auf seiner ersten offiziellen EP ‘Solo Di Nero’ so ziemlich alles ab.

Noisey Staff

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Foto: Lukas Maeder

Rap im Jahr 2017 ist auch in der Schweiz endlich ein rasantes Business mit seinen Hypes und schnell aufsteigenden Stars. Dass ein Künstler gestern noch belächelt und morgen als heissester Scheiss des Landes gefeiert wird, ist kein unbekanntes Phänomen mehr. Heute steht Pronto auf der Startrampe, um mit seiner ersten offiziellen EP Solo Di Nero durchzustarten.

Gerade mal ein Jahr ist es her, dass Pronto seinen Clip zu "Clean" veröffentlichte und damit zum ersten Mal von sich hören machte. Zwar noch mit etwas trashigem Videoclip und flachem Beat und Mixing, aber dafür mit freshem Sound, wurde Pronto schnell zum Gesprächsthema in der Szene. Wer ist dieser Dude aus Solothurn und wieso haben wir sowas noch nie vorher in der Schweiz gehört? Und kontrovers wurde Pronto besprochen: Einige konnten mit dem Mumble-Stil nicht umgehen, andere wollten wissen, dass er das nächste grosse Ding ist.



Jeder Schweizer Rap-Fan hat dann aber den rasanten Aufstieg von Pronto miterlebt: Knapp zwei Monate später stand Pronto bei SRF Virus bei der Bounce Cypher am Mik, verbessert sich danach von Track zu Track, Video zu Video und hatte im Herbst auf Stereo Luchs' und Alis Platten richtig fette Featurings. Heute versuchen Hobby-Produzenten seine Beats – der 24-Jährige produziert all seine Tracks selbst – nachzuproduzieren und auf Spotify hat er mittlerweile mehr Hörer in Deutschland als in Zürich. "Clean" zählt fast eine Millionen Klicks auf YouTube und mit Universal Music setzt ein Major Label auf Sound, der eigentlich an den Radiowellen vorbeistrahlt.

Jetzt muss der nächste Schritt kommen. Und mit Solo Di Nero setzt der Rapper mit Wurzeln in Ghana zu einem riesigen Satz an. Bei jedem der fünf Tracks kommt man unweigerlich nicht um den Gedanken herum, dass der Afro- oder Trap-Beat aus Amerika oder Deutschland stammen könnte. Auch vom Flow und Vibe her ist Pronto voll auf der Höhe – nur das Schweizerdeutsch erinnert einen daran, dass da gerade ein Solothurner rappt. Am Schluss bleibt aber immer die Erkenntnis, dass diese fünf Tracks richtig richtig fett klingen.

Vielleicht ist es Prontos Mumble-Stil, der ihm hilft, dass nicht wie sonst oft im Rap Sprache und Wörter im Vordergrund stehen, sondern der musikalische Vibe. Und mit dem kann er sein Versprechen halten, das er auf dem Track "Expo" macht: "International wie d’Expo, legendär wie Nintendo / Ni**er, Japan isch de next Stop." Spätestens dann würden auch Schweizer Kommerz-Radios nicht mehr drum herumkommen, Pronto auf ihren Wellen zu verbreiten.

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