Videopremiere

Videopremiere: Naked Lunch zeigen euch mit "Here Come The Bells", was Anziehungskraft wirklich bedeutet

Ja, Naked Lunch haben einen neuen Song und das Video zu "Here Come The Bells" bringt die Asche unserer Herzen endlich wieder zum Glühen.

Noisey Staff

Das Wort "Attraktivität" wurde lange Zeit (bei Headlines wie "In 10 einfachen Schritten zu mehr Attraktivität" darf man nie überlegen, was Erich Fromm dazu sagen würde) so überstrapaziert, dass es beinahe in die Bedeutungslosigkeit abgedriftet ist. Schade, versteckt sich dahinter doch die Anziehungskraft, in der sich die meisten von uns schon des Öfteren verloren haben. Manchmal will man gegen sie ankämpfen, man will sie nicht wahrhaben und sie verbieten. All das sind Zutaten für eine oftmals verlorene Liebesgeschichte, die einen nicht mehr verlässt und ein ewiges Fragezeichen ins Herz meißelt.

Naked Lunch, die Band, die über die Jahre eine Art musikgewordenes Auffangnetz für all unsere Emotionen geworden ist, lässt uns bei ihrem neuen Video zu ihrem Song "Here Come The Bells" Zeuge eines intimen Dramas werden. "To Be Played At Maximum Volume", ein wohlwollender Imperativ, den jeder von uns gerne ausspricht, wenn wir jemandem das beste Lied der Welt vorspielen wollen.

Im Video wird bereits nach wenigen Sekunden klar, dass die kurze Gebrauchsanweisung unbedingt einzuhalten ist, denn bereits nach dem ersten Sprung ins Wasser dringen starke, verzerrte Synthmelodien aus den Lautsprechern, die uns weniger an Party und mehr an Disco-Sadness denken lassen – da war doch mal was.

Von einem Skateboard transportierte Erinnerungen, zwei junge Männer mit erschöpft wirkender und gleichzeitig hoffnungsvoll entschlossener Mimik passieren Brücken und Bahngleise – beides Orte, die starke Bilder im Kopf malen. Beide auf der Suche. Man will, dass sich die dramatische Kluft zwischen ihnen schließt. Leidenschaft, Verunsicherung, Wut, Schmerz, ein Sprung ins Wasser und über all dem eine stark wirkende Anziehungskraft. In wenigen Minuten wird hier skizziert, was sich im echten Leben oft wie eine Ewigkeit anfühlt. Für die Liebe muss man vor Leidenschaft brennen, aus Schmerz verbrennen und wie Phönix aus der Asche steigen. Nur dann fangen die Glocken an zu klingen.

Das für einen Naked Lunch-Track ungewohnt intensive Synthspiel wirft bei diesem starken Outcome die Frage auf, weshalb die Band nicht noch öfter mit diesen Soundmitteln gearbeitet hat. "Here Come The Bells" ist ein vier Minuten langer Wettlauf gegen Zeit und Raum. Mit dem Asphalt werden Emotionen in wenigen Augenblicken so glasklar transportiert, dass die Bildkonstrukte eine eindeutige Geschichte erzählen, wobei der charakteristisch epochale Sound von Naked Lunch zum Glück einen der Hauptakteure spielt.

Naked Lunch könnt ihr das nächste Mal am Popfest sehen. Hier geht´s zum Event.

Weitere Daten:

28.07. Vöcklabruck, OKH Open Air
11.08. Bildein, Picture On
17.08. Ulm, Obstwiesenfestival

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