Header: Die schönsten Sadselfie-Girls Fredi, Sophie, Marlen und Irena. Weiteres Bildmaterial via Flickr | Steven Schwartz & Karen & Iwan Gabovitch | CC BY 2.0CC BY-SA 2.0  | Grafik von der Autorin | *Name von der Redaktion geändert 

So machen Wiener Mädels Party, wenn sie Liebeskummer haben

Der Look, ganz classy: Schlampe.

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30 September 2016, 11:19am

Header: Die schönsten Sadselfie-Girls Fredi, Sophie, Marlen und Irena. Weiteres Bildmaterial via Flickr | Steven Schwartz & Karen & Iwan Gabovitch | CC BY 2.0CC BY-SA 2.0  | Grafik von der Autorin | *Name von der Redaktion geändert 

Was die Männer können, kannst du als weibliches Individuum schon lange – nämlich vor Kummer elendig und überspitzt umkommen. Meistens bist du ja eigentlich auch komplett unschuldig, wenn man dich abserviert. Generell sind wir weibliche Menschenwesen einfach etwas extrem Heiliges und jedes Arschloch, das sich getraut hat, uns zu verlassen, bereut es mittlerweile auch schon ganz heftig, weil wir nunmal solch lieb- und friedvolle Traumwesen sind. Gar engelsgleich würde ich meinen, stets ausgeglichen. Denn: Hass? Wir kennen keinen Hass.

Daher werden wir Frauen eben meistens nur aus einem einzigen Grund angelehnt gelassen: Die Männer können nicht damit leben, dass wir zu gut für sie sind. Mindblowing oder? Diese Tatsache – jetzt wo du sie kennst – ist eigentlich schon mal der erste Grund, ganz gediegen einen (oder dutzende) Shots mit den Besten kippen zu gehen.

Auch wir haben Ladys unsere Hacks, um den Kummer mithilfe von Party im (Wodka)-Pool der Vergangenheit zu ertränken. Hierfür war ich mal wieder so frei und habe mir wieder die kompetentesten Geschöpfe zu Rate gezogen.

Irena, 26

"Instant den bewährten Ex-Gspusis ein freches, digitales 'Hey' hinterlassen. Sofortigst mit der Besten in die The Mall, zur Stärkung Pommes im Mci essen, währenddessen übelst über den/die Verflossene ablästern – auch wenn die Beste weiß, dass es Frust ist, der da aus mir spricht, macht sie solidarisch mit – und danach irgendeinen Fetzen für den Fortgeh-Marathon finden. Schwarz wie die Laune und kurz, weil Ego geknickt. Zuhause wird selbstverständlich weiter gelästert. Nach drei Gläserl Muskateller spürt man sich auch wieder. Während fette Bässe durch die Wohnung dröhnen, stylen die Beste und ich uns. Der Look, ganz classy: Schlampe. Nach getaner Arbeit zieht es uns in die dunkle und mystische Welt des "nz nz nz". Angekommen, beginnt indes die Ego-Pusherei. Berauscht von der Nacht, gehe ich hoffentlich mit einem überdimensional großen Cock nach Hause."

Sarah, 27

"Wenn ich Liebeskummer habe, versuche ich mich anfänglich mit Party und meinen Freunden abzulenken. Ich versuche, beim Fortgehen dann mein angekratztes Selbstbewusstsein und meinen gebrochenen Stolz mit belanglosen Flirts und Bettgeschichten zu kitten. Das funktioniert dann leider immer nur bedingt und auch nur für kurze Zeit, sodass ich im Endeffekt zuhause weinend, mit einer Flasche Wein in der Hand, verende und ihn und seine Neue auf Facebook oder Instagram stalke. Das hebt aber auch nicht unbedingt die Stimmung und so lande ich dann bald doch wieder auf der nächsten Party. Habs auch einmal mit Sport probiert, war als Ablenkung richtig gut und der positive Effekt, ein paar Kilos zu verlieren, hat mir auch gefallen – saufen zu gehen ist aber weniger anstrengend."

Fredi, 24


"Gott sei Dank kommt bei mir Liebeskummer nicht so oft vor, das letzte Mal vor drei Jahren. Da war ich ziemlich im Affekt und ich habe aus Trotz mit Typen geschmust. Und ich habe aus Trotz Wodka gesoffen. Das vorletzte Mal, als ich Liebeskummer hatte, war ich Zuhause, habe geweint und auch Wodka gesoffen. Es kommt also auf die Art des Kummers an: Wenn der Kummer das Ego schwächt, dann hilft männliche Aufmerksamkeit ungemein. Wenn der Kummer eher ernsthafte Muskelrisse verursacht, dann hilft nur ein abtöten mit Wodka.

So krank es klingt: Bis jetzt hat mir wildes durcheinander-Saufen und Durchfeiern geholfen. Sind zwar viele erbärmliche Abende dabei, aber ich bin der Meinung, dass man durch diese Erlebnisse und neuen Eindrücke schneller den Herzschmerz vergisst. Es gibt nichts, was einem besser die eigentlichen Probleme vergessen lässt, als neue Gspusis, Fotos von sich selbst kotzend am Klo und solches Kopfweh, dass man das ganze Wochenende zu keiner Denkleistung fähig ist. Achtung: Unbedingt die beste Freundin aktivieren. Die Restfettndepression hält sich dann in Grenzen und kann sogar therapeutisch genutzt werden."

Marlen, 26


"Wenn ich Liebeskummer hab, versuch ich mir einen Ruck zu geben. Denn bevor sich meine Gedanken ständig nur ums Eine kreisen, raffe ich mich auf und ziehe meine Kreise lieber auf der Tanzfläche. Stimmungsaufheller jeglicher Art sind dann meist willkommener als mir lieb ist, im Glücksfall eine große Portion der besten Menschen. Wenn ich dann spür, dass ich zumindest von meinen Freunden noch immer geliebt und zumindest semi-verstanden werde, mir die miese Laune ausgetanzt hab, trau ich mich auch wieder, auf Unbekannte zuzugehen. Da erfreu mich dann daran, mit ihnen über mein letztes Jahr als Höhlenforscherin im Himalaya, mein großes Interesse für vegane Haifischsuppen oder die Zeit, als meine Eltern mich in Kambodscha vergaßen und ich von einem Esel aufgezogen wurde, zu plaudern. Je mehr Nonsense, desto besser – einfach weiter weg vom Scheißgefühl des momentan Realen. Und wenn ich dann jedem gezeigt habe, dass es mir eh gut geht und ich es sogar selber fast geglaubt hab, kann ich mich auch endlich die drei Tage im Bett verkriechen. Spätestens der Kater bringt die Depri wieder. Dabei am besten Rihanna hören. Weil Girl Power und Selbstmitleid."

Amelie, 24

"Nachdem die verheulten Augen abgeschwollen sind, rufe ich meine Mädels an, zieh den geilsten Fetzen aus meinem Kleiderschrank an und ab gehts in den Club. Nichts hilft besser gegen Liebeskummer, als gemeinsames aus-dem-Leben-schießen und tanzen mit den Girls."

Sophie, 21


"Mit dem 'Liebeskummer-fortgehen' hab ich aufgehört. So oft kam es bisher ja auch noch nicht vor, aber wenn, waren das dann diese bösen Filmriss-Nächte. Man erinnert sich zwar nicht an alles, aber man weiß, dass es beschissen war. Beziehungsweise, dass man selbst beschissen war, oder peinlich, oder anstrengend. Oder alles zusammen. Mittlerweile geh ich einfach in mein Stammbeisl und betäube alle schlechten Gefühle mit Shots. Viele Shots. Dort sind immer Leute, die mich zumindest ein bisschen aufheitern und selbst wenn nicht, sitz ich in meinem Eck und kann stänkern – ob in Gedanken oder irgendwann vom Alkohol ermutigt laut. Und wie gesagt: Shots."

Letizia*, 28

"Ganz klar: Fett feiern gehen und übertrieben gut gelaunte Party-Fotos posten, damit "die" Person auch sieht, wie gut es dir eigentlich geht, und vor allem, wie gut du jetzt ausschaust und sich deswegen vielleicht doch wieder meldet. Und irgendwann im Laufe des Abends folgt dann ein kompletter Absturz, mit Heim-gebracht-werden von der besten Freundin inklusive 24 Stunden Beobachtung, weil Suizid-Gefahr. So verlief bisher jeder Abend nach einer Trennung. Ganz wichtig ist es, einfach Wodka in rauen Mengen zu sich zu nehmen. Nix anderes."