Dachs interpretieren das "Dü, Da, Do, Postauto"-Kinderlied neu und wir lieben es

Das ist ein verflucht guter Ohrwurm.

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Sep. 29 2017, 10:19am

Selten hat ein Song so eine Kontroverse bei uns in der Redaktion ausgelöst. Dachs neue Single "Dü, Da, Do" ist kitschig, eingängig und schrill – was man hassen oder lieben wird. Die eine Partei ist mit einem belustigten Ohrwurm nach Hause gegangen, die andere musste den Song nach der ersten Hook wieder abstellen. Gewonnen hat die gute Musik: Das St. Galler Duo schafft es, das Kinderlied, welches die Hupe der Bergpostautos nachahmt, in einen für sie typischen, smarten, elektronischen Mundart-Popsong zu verpacken. "Wir haben bewusst mit der Melodie aus dem Kinderlied gespielt. Dass ein Ohrwurm daraus geworden ist, war nie unser Ziel – es ist einfach so passiert. Jetzt stimmts aber für uns mit der eingängigen Hook, auch dass sie etwas schräg wirkt", sagt Dachs-Sänger Basil Kehl zu Noisey.

Im Text selbst setzt sich Dachs mit dem ländlichen Wesen und scheinbar unnützen Tätigkeiten und Hobbys auseinander, die wie das Postauto vom Staat subventioniert werden.

"Säb wo niemols wör rendiere,
wenn kein Staat wör Chöle schiebe,
säb isch mis Postauto"

"Es geht im Song darum, Leute abzufeiern, die Zeit in etwas investieren, mit dem sie kaum Geld verdienen können. Da war der Videoclip mit dem Brieftaubenzüchter auch naheliegend und sehr schön. Ich kann schon von uns behaupten, dass wir Fan vom Sozialstaat sind, wie er in der Schweiz existiert und der versucht 'Minderheiten' und Benachteiligte beziehungsweise Randregionen zu schützen und zu unterstützen. Schau dir nur die Musikförderung an: Ich bin überzeugt, ohne diese wäre die Musiklandschaft Schweiz noch eintöniger. Vielfalt tut in all unseren Bereichen der Gesellschaft gut. Man soll aber auch immer hinterfragen dürfen, wo Subventionen sinnvoll sind und wo nicht. Vielleicht haben wir auch darum extreme Situationen genommen", erklärt Basil.

Insgesamt macht "Dü, Da, Do" Laune auf Dachs' Debütalbum, das im Frühjahr 2018 erscheinen soll, und könnte zu einem kleinen Hit avancieren. "Es ist der Song von unserem Debütalbum mit dem meisten Radiopotenzial, deswegen haben wir ihn als Single ausgesucht. Ich kann aber nicht sagen, ob er mit dem Text und der Melodie zu schrill ist, um ein Hit zu werden. Ich hoffe, er erreicht wenigstens ein paar Leute", sagt Basil. Auf dem Album gäbe es jedoch auch Songs, die viel elektronischer klingen und nicht so ein Single-Format hätten und auch Texte, die konkreter und "nicht so nervig" seien. "Vom Vibe her gibt es aber einen schönen Vorgeschmack auf das Album.

Noch nicht genug Tauben gesehen? Dachs streamen live aus dem Gehege des Taubenzüchters:



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