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Sofern nicht anders angegeben, alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Thomas Thurner.

Mit ALICE kommt ein neuer Club in eine altbekannte Wiener-Location

Rudi Wrany

Rudi Wrany

Neben dem Club Schwarzenberg und Horst erfrischt bald auch Club ALICE das Partyleben im ersten Bezirk. Wir haben den Betreiber zum Gespräch gebeten.

Sofern nicht anders angegeben, alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Thomas Thurner.

Wien, im Herbst 2017. Nach Horst kommt nun ALICE in den ersten Bezirk. Ein neuer Club in einem bereits bekannten Gebäude – das ist nicht neu, kann aber spannend sein. Und in einigen Wochen kommt mit dem Club Schwarzenberg schon die nächste Herausforderung auf uns zu. Man war dort nicht allzu auskunftsfreudig, es soll relativ kommerziell und stylish werden. Über musikalische Inhalte erfuhr ich: "Wahrscheinlich eher nix für euer Publikum." Sehr vielversprechend und einladend – ich wusste gar nicht, dass Noisey auch ein Publikum hat. Immerhin wurde ich (bis zur Veröffentlichung von diesem Artikel jedenfalls) zum Opening am 20.Oktober eingeladen, wenn dann der neue Laden am Schwarzenbergplatz eröffnet. Geführt und finanziert wird er übrigens vom Betreiber der Rochus-Kette.

Auffallend ist, dass fast alle, die einen schicken Club wie den Club Schwarzenberg eröffnen, meinen, das Publikum habe keinen Musikgeschmack und es müsse ausschließlich Champagner-Gedüdel aus den Lautsprechern trällern. Aber bitte, sie werden schon wissen, was sie tun. Ich bin neugierig, ob es eine Cashcow wird, die dem Rich Kid-Refugium, der Babenberger Passage, Konkurrenz machen wird oder ein Bauchfleck á la Buddha Bar. Ich bleibe dran.

Weit auskunftsfreudiger präsentiert sich hingegen Thomas Thurner, der Betreiber von ALICE. Der Club öffnet am 29. September zum ersten Mal seine Pforten. Im Gespräch habe ich herausgefunden, was euch dort so erwartet.

Foto von Rudi Wrany.

Noisey: Diese Woche eröffnet also der neue Club ALICE im Palais Palffy. Magst du mir kurz beschreiben, was ihr konzeptuell vorhabt und an welchen Tagen ihr offen haben werdet?
Thomas Thurner: Ja, gerne! Es handelt sich hierbei um einen Themenclub, welcher nicht nur von Musik und Lichtkonzept lebt, sondern auch mit Fantasie-Erlebnissen beeindrucken soll. Jeder Raum hat ein anderes Konzept. Der Stiegenabgang soll die Gäste gleich mal auf eine Reise mitnehmen und anschließend gibt es zwei verschiedene Floors. Den Galleryfloor und den Churchfloor. Zum Galleryfloor: In diesem Raum wurde das Raumkonzept auf den Kopf gestellt. Viele Dinge befinden sich an der Decke. Die musikalische Untermalung wird dort sehr unterschiedlich sein. Angefangen von HipHop bis hin zu Disco. Es kann dort alles gespielt werden, außerdem enthält dieser Raum auch eine Cocktailbar. In dem Churchfloor wird unser Mainfloor sein, mit einem sehr geilen Beamerkonzept und soundtechnisch sehr wuchtig. In der Mitte befindet sich das DJ-Pult und darüber hängt DAS großes Highlight des Raumes, aber mehr verrate ich nicht.

Das Palais wird nicht erwähnt. Imagewechsel?
Ja kompletter Imagewechsel, wir wollen unseren eigenen Flair in den Club ALICE hineinbringen und nicht mit dem alten Pallfy-Club in Verbindung gebracht werden.

Musikalisch wollt ihr euch wo genau positionieren? Erneut im immer öder werdenden Techhouse oder noch öderen HipHop-Brei mitrühren oder etwas anderes versuchen? Wird es Residents geben?
In meinen Augen ist Musik nie öde, wenn ich Musik öde finden würde, dann sollte ich auch keinen Club eröffnen. In dem Fall gibt es nur öde DJs. Alle, die mit uns zusammen arbeiten oder unsere Gäste werden, sollen eines gemeinsam haben und das ist die Liebe zur Musik und zum Tanzen. Es wird einen DJ-Pool an Leuten geben, besonders im Bereich HipHop, House, TechHouse und Disco – aber keiner von den DJs wird öde Musik spielen.


Wir haben Gürtelracer begleitet:


Wollt ihr auch international buchen?
Ja, auf alle Fälle. Wir haben diesen Sommer gute Kontakte in Ibiza geknüpft. Beim Opening wird beispielsweise ein guter alter Bekannter Tom Novy unseren Churchfloor einweihen. Wir haben auch gesehen, dass es mit nationalen DJs immer schwieriger wird, einen Club zu füllen. Die Gäste sind anspruchsvoller geworden.

Früher waren Clubbings in Wiens historischer Bausubstanz angesagt, dann wieder weniger. Warum sollte sich das wieder ändern?
Das ist eine gute Frage. Meiner Meinung nach hat es in den letzten Jahren keinen angesagten Club in historischen Gebäuden gegeben, deshalb auch dieser Abwärtstrend. Ich war schon immer ein Fan von Altbaugebäuden und jetzt hab ich mir einen Traum erfüllt und bespiele einen Club in den historischen Bausubstanzen im ersten Bezirk. In meinen Augen schreien diese alten Wände gerade nach historischen Partys.

Was wird die BesucherInnen erwarten? Soundmäßig? Lichtmäßig? Wird "Funktion One"wieder in der Einladung stehen? Und kollektives Gähnen bricht aus?
Die Besucher erwartet eine top-eingestellte Anlage, die ziemlich laut sein wird.
Ich glaube, jeder DJ, Veranstalter und Clubbesitzer träumt davon, eine Funktion One zu haben, zu bespielen oder aufzustellen, darum versteh ich dieses Gähnen nicht ganz. Aber zurück zu der eigentlichen Frage. Dieses Mal haben wir leider keine Funktion One, aber wir können versprechen, dass unsere Soundanlage richtig nach vorne schiebt. Das Lichtkonzept zieht sich durch den ganzen Club, es werden diverse Leuchtschriften mit schrägen Sprüchen montiert und die zwei Floors werden mit Beamern ausgeleuchtet.

Welches Publikum wollt ihr abgrasen? Soll es ein Alterslimit geben? Wollt ihr Leute mit Geld oder Geschmack?
Alle. Jeder ist herzlichst willkommen, vom Hemdträger bis zum Bierdosentrinker. Ich denke, dass jeder Mensch Geschmack hat, also da werden wir keine Abstriche ziehen. Aber natürlich kann man bei uns auch VIP-Tische reservieren. Ab 18 Jahren darf man unser Wonderland betreten.

Warum glaubst du, hat Wien gerade auf diesen Club gewartet? Was wird dort anders sein?
Viele große internationale Städte wie London, München, Barcelona, New York und so weiter, besitzen einen Themenclub und da muss sich Wien auch einordnen. Wien hat das Potenzial für so ein leicht verrücktes Konzept. Es wird alles anders sein, kommt vorbei und lasst euch überraschen.

Im Moment sind reale Namen für Clubs in. Horst, Alice – gibt es hier einen Zusammenhang? Die reiche Tante mit Geld, eine ehemalige Verflossene oder die Abkürzung für eine Zusammensetzung, ALles Ist CEntral zum Beispiel?
Den Namen Horst finde ich sehr kreativ, aber er hat nix mit unserem Namen ALICE zu tun. Der Name ALICE ist uns bei einem gemütlichen Tässchen Tee mit Wodka bei der Veranstaltung 5 Uhr Tee eingefallen – danke, Rudi. Ja, es entsteht hier quasi das neue VHA-Dreieck mit Volksgarten, HORST und ALICE. Ich denk auch, dass die Leute wieder vermehrt fortgehen, da sich drei Clubs innerhalb von 3000 Quadratmeter befinden. Die Besucher ersparen sich weite Anfahrten.

Gibt es DAS Highlight in den kommenden Wochen für euch?
Wir haben jeden Tag ein Highlight – nein, Spaß! Wir haben die letzten Tage noch einiges zu tun, es geht ja langsam Richtung Endspurt. Mein persönliches Highlight wird das Clubkonzept und die musikalischen Bookings, die wir bis zum Jahresende fixieren.

Und am Ende noch die Preispolitik. Was zahlt man an der Tür? Wie wird die Bar aussehen, kommt die millionenfach abgedroschene Phrase mit den coolen Drinks und Cocktails. Oder gibt es etwas ganz Spezielles, wie Sake on the rocks oder Orange Wine?
Der Eintritt wird zwölf Euro betragen. Die Bar wird sehr sexy aussehen und gut erreichbar sein – für jeden Gast, damit niemand nüchtern bleiben muss. Die Getränkekarte wird in den nächsten Tagen fixiert aber wir tüfteln gerade an einem ALICE-Shot, der in einem Teetässchen serviert wird.

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