Die Beth Edges sind nicht die Feinde der Indianer

Am Freitag erscheint das neue Album der Beth Edges. Wir haben sie vorab für euch interviewt und viele Dinge erfahren, die ihr bestimmt noch nicht über die österreichische Musikhoffnung wisst.

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13 März 2014, 9:23am

Es gibt insgesamt schon eine Reihe von Wiener Indierock-Bands. Und bisher wurden die Beth Edges auch eher so behandelt. Mit dem neuen, selbstbetitelten Album, das am Freitag erscheint und am selben Tag auch im Flex mit einer Show gefeiert wird, hat sich das geändert. The Beth Edges wurde nicht nur mit einer ziemlich beeindruckenden Crowdfunding-Kampagne finanziert, sondern ist darüber hinaus auch ziemlich gut. Wir haben die Jungs in einem Wiener Cafe getroffen und mit ihnen über Cowboys, Indianer, Albumfinanzierung und den Amadeus gesprochen.

Alle Fotos von Jasmin Baumgartner.

Noisey:Um das gleich mal aus der Welt zu schaffen: Gibt es eine Frage die euch bei Interviews schon mächtig auf die Nerven geht?

Toby: Schauen wir mal.

Flo: Vielleicht die Frage nach dem Bandnamen.

Erklärt meinem 4-jährigen Bruder mal welche Musik ihr macht.

Andreas: A bissl laut ist's.

Toby: Ich glaube man könnte ihm erklären, dass es tanzbar ist.

Andreas: Steht er auf Karl May oder Winnetou?

Das kennt er noch nicht, aber er weiß was Indianer sind.

Andreas: Dann sind wir praktisch die Feinde der Indianer.

Tobi: Nein, nein, das würde ich jetzt nicht sagen. Wenn er Instrumente kennt, würde ich es so erklären: Es gibt ein Schlagzeug, es gibt zwei Gitarren und es gibt einen Bass. Das Thema „Western“ hat dieses Album sehr stark beeinflusst. So kann man sich das vorstellen.

Habt ihr das Gefühl dass ihr dieses Jahr mehr Aufmerksamkeit von den Medien bzw. der Presse bekommt?

Alle: Ja!

Flo: Bei den vorigen Alben ist zwar auch viel passiert, aber man kann das nicht vergleichen. Es fühlt sich derzeit so an als wäre einiges los–als wäre das Interesse geweckt und das kann gerne so weitergehen.

Ihr habt die neue Platte mit Crowdfunding finanziert. Was hat euch auf die Idee gebracht?

Dave: Verschiedenes. Man überlegt sich vor einem Album einmal generell wie man es finanziert. Es verschlingt einfach Kohle. Die Aufnahmen und die ganze Produktion kosten viel Geld. Ein ausschlaggebender Grund war, dass die Fördergelder für Kunst in Österreich immer weniger werden. Darüber kann man sich entweder aufregen oder man nimmt es selbst in die Hand und probiert das eben zum Beispiel via Crowdfunding zu finanzieren. Selbst wenn es nicht funktioniert hätte, wäre es ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Dass es aber so super lief, hat bestätigt, dass es wichtig ist neue Wege zu beschreiten.

Würdet ihr Crowdfunding anderen Bands auch empfehlen? Zahlt sich der Aufwand auf?

Flo: Hm, das ist schwierig. Wenn man die generierte Summe betrachtet, zahlt es sich aus. Es ist schon ein großer Aufwand—man macht sehr viel selber. Aber in Stunden darf man generell nicht rechnen.

Hat das Crowdfunding den sentimentalen Wert des Albums erhöht?

Flo: Ich glaube nicht unbeding nur wegen Crowdfunding. Da wir es selbst aufgenommen haben, haben wir viel Zeit, Energie und Nerven investiert. Aber sicher war Crowdfunding die Grundlage, dass das Album ein stärkerer Teil von uns geworden.

Toby: Natürlich ist es nicht nur um den finanziellen Aspekt gegangen. Im Bezug auf unsere Fans war das eine sehr intensive Erfahrung, wobei man mit dem Ausdruck „Fan“ vorsichtig sein muss, denn prinzipiell waren es Leute die das unterstützenswert fanden. Die Leute hatten echt Bock darauf, dass wir neue Sachen machen. Es gab auch einige persönliche „Packages“. Wir haben zum Beispiel im Wohnzimmer von Jemandem gespielt. Da fehlt dann jede Distanz, man ist mittendrin und auch das Spielen ist ganz anders.

Die erste Single eures neuen Albums, „Pure Dynamite“, hat ein ziemlich heißes Video. Frauen und Waffen—auf so ein Zeug steht ihr?

Dave: Ja, wir sind auf den Geschmack gekommen. Wir haben uns von verschiedenen Filmen inspirieren lassen, vor allem von Tarantino–Streifen. Wir bewegen uns ja in diesem Genre und demnach ließ es sich gut mit unserer Musik verbinden. Uns war von Anfang an klar, dass das Video auf die „Pauke“ hauen muss.

Ihr fandet es ja ziemlich lustig, dass sich ein Typ bei einem Konzert, das ihr mal in der Pratersauna gespielt habt, bei euch auf der Bühne nackt ausgezogen hat und dann in den Pool gesprungen ist. Ist euch seitdem etwas passiert, was diese Story toppen kann?

Toby: Ja extrem viel—aber eher intern. Das mit dem Typen war damals schon extrem cool. Die witzigen Sachen vergisst man leider immer.

Flo: Ich schaue einmal auf meiner Liste nach. (Packt sein iPhone aus.) Es hat schon lustige Sachen gegeben. Wir sind in Regensburg einmal von der Polizei beim Stickerkleben erwischt und durchsucht worden. Und einmal haben wir mitten in der Nacht eine halbe Stunde lang einen Hotelzimmerschlüssel suchen müssen, da ihn einer von einer Brücke geschmissen hat. Also eher dumme Sachen.

Ihr wart ja 2010 für den FM4 Amadeus Award nominiert. Was sagt ihr zu dem heurigen Drama?

Andreas: Ich glaube das Drama um den Amadeus Award gibt es nicht erst seit heuer, sondern schon seit Ewigkeiten. Was hat eine Band schon von so einem Amadeus Award? Ich finde das ist generell ein bisschen in Frage zu stellen, denn auf der einen Seite heißt es: „Super, Amadeus Award.“ Und auf der anderen Seite wird in diesem Land nichts gefördert.

Flo: Der Amadeus ist halt etwas was man sich auf die Flagge heften kann. Bands freuen sich über Nominierungen–oder auch nicht.

Andreas: Die Rückzüge sind eigentlich berechtigt. Monobrother hatte ein cooles Statement. Der Amadeus hat eben diese Scheinmoral. Prinzipiell bringt das Ablehnen eine bessere PR, als das Annehmen.

Angela Merkel wurde in einem Interview mal gefragt, was sie weiß, was Deutschland noch nicht weiß. Was wisst ihr was eure Fans noch nicht wissen?

Andreas: Dass das Album richtig, richtig großartig wird.

Flo: Wir machen uns Locken.

Toby: Ja, ich glaube die Fans haben auch noch nicht gewusst, dass ich dem Flo in der Früh Locken mache.

Andreas: Das habe ich auch nicht gewusst.

Stellt euch mal vor, ihr seid die Zukunfts-Beth Edges. Was möchtet ihr am 31.12.2014 erreicht haben?

Flo: Ich glaube schon dass man sagen kann, dass es dieser Schritt raus aus Österreich wäre. Ich finde wir machen internationale Musik, die international gehört werden kann. Es ist wichtig, dass die Leute das merken.

Toby: Ja, es ist eine wichtige Sache, dass wir mit diesem Album wieder die Grenzen überschreiten und an möglichst vielen Orten Konzerte spielen. Österreich ist nicht so rießengroß und da gibt es nicht so viele Locations. Wenn man da ständig spielen würde, wäre den Leuten die dort hinkommen vielleicht irgendwann fad. Das Erweitern unserer Landkarte würde ich gut finden.

Habt ihr noch etwas was ihr sagen wollt?

Toby: Ja, kauft doch bitte alle unser Album und kommt zu unserer Release–Show.

Gibt es einen Kleidungsstil den ihr gerne bei eurer Show sehen möchtet?

Dave: Western. Das wäre wirklich cool. Da gibt es ja viele Möglichkeiten. Der modische Output von Western ist ja wirklich unendlich. Wenn jemand Bock hat würde uns das freuen.

Flo: Ein Pferd wäre cool. Mit Pferd zum Gig.

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