Sechs Tipps, um den Post-Rave-Blues zu bekämpfen

Na, seid ihr heute alle richtig drüber?

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01 Januar 2014, 9:00am

Nach dem Party machen von den Drogen runterzukommen, kann sich anfühlen, wie seine Eltern in einem Autounfall zu verlieren—das wissen wir. Aber das muss nicht so sein. Mit der richtigen Vorbereitung und ein bisschen Pflege kann der Post-Rave-Blues beinahe unbemerkt an dir vorüberziehen. Ich bin die verfügbare Literatur durchgegangen, um euch hingebungsvollen Ravern einige (medizinisch nicht belegte, aber vom Autor anerkannte) Lösungen zu präsentieren, die euch durch das Tal begleiten:

ELEKTROLYTE

Wenn du nach dem ganzen Tanzen und Herumstolzieren jemals mit Muskelkater aufgewacht bist, dann wahrscheinlich, weil dein Körper nicht mit genug Salz versorgt wurde. Elektrolyte sind essentiell für das Feuern der Neuronen, die Serotonin freisetzen, und für die Muskelkontraktion ist es unabdingbar, dass die schlüpfrigen Neurotransmitter die synaptische Spalte fluten. Außerdem sind Elektrolyte dafür verantwortlich, den Wasserhaushalt des Körpers zu regulieren und schützen dich davor, dir zu viel Flüssigkeit reinzuschütten. Darum findest du sehr wahrscheinlich Gatorade, Wasser mit Kokos oder salzige Snacks im Rucksack jedes mitdenkenden Ravers.

5-HTP

Ein Vierteljahrhundert nach dem weltweiten Siegeszug der House-Kultur haben Wissenschaftler immer noch keine schlüssigen Daten über eine ihrer wichtigsten Begleitsubstanzen parat. Trotzdem scheinen sich alle darauf einigen zu können, dass ein paar Antioxidantien die negativen Effekte des Hirnzappelns abschwächen können.

Die Recherche zeigt, dass die Hauptquelle der durch MDMA entstehenden Neurotoxizität (und somit der Depression am nächsten Tag) der Abbau von Serotonin (5-HT) und die anschließende Rückbildung von 5-HT Terminals ist. Der Körper bildet 5-HT aus seinen Vorstufen L-Tryptophan und 5-Hydroxytryptophan—beides gibt es in Läden für Nahrungsergänzungsmittel.

Indem du 5-HTP vorm Drogen Einwerfen und nach dem Aufwachen am nächsten Morgen einnimmst—und damit sicherstellst, dass dein Körper genug 5-HT produzieren kann—wird das Risiko des Abbaus signifikant minimiert. Das L-Tryptophan kannst du nehmen, bevor du schlafen gehst, und es dient dir sowohl als Schlafhilfe als auch als Serotoninquelle.

Viele Leute haben davon berichtet, dass die Einnahme von 5-HTP sie nicht mehr so high werden lässt wie sonst, also tust du vielleicht gut daran, mit der Dosierung und Einnahmehäufigkeit erst mal ein bisschen herum zu probieren. Oder du akzeptierst einfach, dass du, wenn du high sein willst, auch irgendwann wieder runterkommen musst. Ärgerlich, ich weiß.


Wiens neuer Underground Club:


VITAMIN C

5-HT Mangel und dessen schädigende Wirkung entsteht durch „oxidativen Stress, der aus einer ansteigenden Produktion von freien Radikalen und einer verringerten Kapazität an Antioxidantien resultiert" (Shankaran, 2001). Indem man sich vorsorglich Vitamin C zuführt, kann man die Versorgung des Hirns mit Antioxidantien erhöhen.

MEIN RAT: NIMM KEINE L-TYROSINE

Viele Leute in den einschlägigen Internetforen denken, dass L-Tyrosin—ein Vorgängerstoff von Dopamin—dabei hilft, den Abbau von Dopamin zu verhindern. Das ist jedoch Quatsch, da MDMA die Dopamin-Zufuhr gar nicht verringert. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall und MDMA erhöht die Zufuhr an Tyrosin im Gehirn. Dies scheint auch der Grund für den Abbau von Serotonin zu sein—die Einnahme dieses Präparats kann neurotoxische Effekte also sogar verstärken. Alles nachzulesen im Journal of Neuroscience.

WECHSELATMUNG DURCH DIE NASE

Diese Yoga-artige Atemübung ist ein vielfältiges Heilmittel gegen Kopfschmerzen, Depressionen und vieles mehr. Sie bemüht das dritte Auge, welches in der Yoga-Lehre mit der Zirbeldrüse korrespondiert, die wiederum ein Zentrum für Serotonin im Gehirn und verantwortlich für Träume und psychische Weitsicht ist.

1. Um besagtes Zentrum zu aktivieren, solltest du zunächst eine wärmende Salbe (z.B. „Tiger-Balsam") auf den Punkt, wo sich das dritte Auge befindet—genau zwischen den Augenbrauen—auftragen.

2. Setze als nächstes Mittel- und Zeigefinger am unteren Ende der eingesalbten Stelle auf.

3. Verschließe das rechte Nasenloch mit dem Daumen, atme ein und stell dir vor, dass die Luft, die du durch das linke Nasenloch einatmest, von deiner Nasenspitze direkt in das dritte Auge zwischen deinen Augen wandert.

4. Halte den Atem so lange, wie es angenehm ist, an, öffne dann das rechte Nasenloch wieder und schließe das linke mit den anderen beiden Fingern. Atme aus und fühl deinen Atem vom dritten Auge zur Nasenspitze wandern.

5. Dreh den Prozess um und atme durch das rechte Nasenloch ein und das linke aus. Wiederhole so oft du willst.

Ich empfehle dir, das Ganze auszuprobieren, wann immer dir danach ist, aber besonders, wenn du dich gut fühlst. Denn wenn wir uns gut fühlen, werden wir wachsam und intuitiv, was unseren Körper betrifft—das hilft dir, am Depri-Sonntag bei Wiederholung der Übung wieder zu dem Punkt zurückzukommen.

TIEFER SCHLAF

Die Stunden, in denen wir am tiefsten schlafen, sind die erholsamsten für unser Gehirn. In dieser Ruhezeit kann es mit den freien Radikalen und den toxischen Stoffwechselprodukten fertig werden, die du beim Party machen produziert hast. Das offensichtliche Problem ist jedoch, dass eine Nacht im Club dich eher davon abhält, einzuschlafen—besonders davon, tief zu schlafen.

Wenn du also einschlafen willst, solltest du, statt Gras zu rauchen—was deinen Trip nur noch unterstützt und einen interessanten psychedelischen Spin in das Ganze bringt—diesen „Geh schlafen, du Spinner"-Tee zubereiten:
1 Teelöffel Passionsblume
1 Teelöffel Helmkräuter
½ Teelöffel kalifornischer Mohn
½ Teelöffel geriebene Baldrianwurzel (dazu Baldrianwurzel kaufen und zu einem Pulver zerreiben)
Das Ganze zehn Minuten in heißem Wasser ziehen lassen.


Die unsterbliche Szene:


J. Cotton ist Autor, Yoga-Fan und Sucher der Erleuchtung. Er lebt in Brooklyn, New York.

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