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onescreener will die digitale Visitenkarte für Musiker und DJs sein

Ein Schweizer Booker und ein DJ wollen zusammen Artists den Auftritt im Web erleichtern.

Sascha Britsko

Sascha Britsko

Foto von der Autorin



Simon Schmid und Tobias Horka betreiben seit August ihr neues Start-up Unternehmen onescreener und sind überzeugt davon, Schweizer Künstlern damit einen Gefallen zu machen. Mit onescreener hat jetzt jeder die Möglichkeit auf eine gepflegte und aktuelle Webseite zu einem niedrigen Preis.

Ich habe mich mit den zwei nicht-mehr-so-ganz-Newcomern getroffen und mir von ihnen erklären lassen, was onescreener überhaupt ist und wieso genau onescreening" der Webdesigntrend des nächsten Jahres werden soll:

VICE: Was ist onescreener genau und wie funktioniert es?
Tobias: Onescreener ist ein sehr einfacher Webseitengenerator, mit Hilfe dessen man in wenigen Minuten eine eigene Webseite erstellen kann, die auf allen Bildschirmen (oder allen Screens) gut aussieht. Ach ja, und man kann nicht scrollen. Sie besteht nur aus einer einzigen Seite.

Welche Screens meint ihr?
Tobias: Sei es auf dem Handy, auf dem Beamer, iPad oder auf dem Fernseher. Auf allen Bildschirmen sieht es eben gut aus. Daher kommt auch der Name.

Seid ihr von alleine drauf gekommen?
Simon:
Eigentlich ist die ganze Idee eine Ableitung von Onepager. Onepager war der Webdesigntrend des letzten Jahres. Damit sind die Seiten gemeint, die man nicht navigieren kann. Man kann sich das als eine sehr lange Webseite vorstellen, die man hinunterscrollt. Wir wollten das Ganze aber noch mehr einschränken, nach dem Motto: Weniger ist mehr. Man kann weder navigieren, noch kann man scrollen. Wir denken, dass das der aufkommende Trend im Internet ist.

Tobias: Wir beschränken uns auf das Wesentliche. Wir wollen nicht zehn veraltete Seiten auf der Webseite eines Künstlers haben. Auch lange Einleitungstexte sind unnötig. Niemand liest heutzutage mehr solche Texte. Die Grundidee kam uns aber wegen unseres Jobs. Ich mache Bookings und manage Schweizer Künstler und Simon ist DJ. Als wir für unsere Kunden eine Internetseite anlegen mussten, verglichen wir zuerst die Internetseiten der Konkurrenz. Dabei fiel uns auf, dass deren Internetseiten meistens sehr überfüllt und nicht wirklich aktuell waren. Deswegen wollten wir etwas anbieten, das zum einen sehr günstig und zum anderen übersichtlich ist. So kamen wir schliesslich auf onescreener.

Mit freundlicher Genehmigung von onescreener


Seid ihr die einzigen auf dem Markt, die so etwas anbieten oder habt ihr bereits Konkurrenz?

Simon: Andere Webseitengeneratoren richten sich meistens an alle: Von Profisportlern bis zum Coiffeur „Höörlidieb“. Unsere Zielgruppe sind aber Musiker. Spezialisiert haben wir uns auf DJs und Bands. Daran denken wir auch, wenn wir neue Features oder Funktionen einbauen.

Wieso sollte sich ein Künstler für onescreener entscheiden?
Tobias: Onescreener ist quasi seine digitale Visitenkarte. Viele Künstler besitzen heutzutage nur eine Facebookseite, jedoch keine eigene Internetseite. Mit onescreener kann man alle seine Social Media-Konten und Plattformen an einem Ort präsentieren.

Simon: Es hat auch schon Fälle gegeben, bei denen Facebook einfach Seiten von DJs gesperrt hat. 23'000 Likes einfach weg. Die ganze Community wird auf einen Schlag zerstört. Mit onescreener wäre das nicht passiert. Der DJ hätte seine Community einfach auf neue Kanäle umleiten können.

Wie viele Künstler habt ihr schon überzeugt? Wie läufts?
Tobias: Bei uns läuft das ja so: Der erste Probemonat ist gratis. Danach zahlt man für eine Domain mit onescreener im Namen 1.50 Franken pro Monat (Beispiel: www.simonkwe.onescreener.com) und für eine ohne onescreener in Namen 3.50 Franken (Beispiel: www.simonkwe.com). Es haben sich bereits über 1'000 Künstler angemeldet—und es werden jeden Tag mehr! Pro Tag bekommen wir mindestens eine Neuanmeldung.

Simon: Es ist zu erwähnen, dass wir onescreener auch auf Anfrage programmieren. Wenn also ein Künstler mit mehr Budget sich etwas Aussergewöhnliches vorstellt, kann das unter anderem realisiert werden.

Screenshot von simonkwe


Wie stellt ihr euch die Zukunft von onescreener vor?

Tobias: Wir wollen das Ganze natürlich ausbauen und neue Funktionen Integrieren.

Zum Beispiel?
Simon: An dieser Stelle sollte man sagen, dass wir immer versuchen, Funktionen zu integrieren, die unsere Künstler weiterbringen. Das heisst: Alles, was wir jetzt sagen, sind zwar Ideen, die aber nicht notwendig in dieser Form umgesetzt werden. Eine Erweiterung ist die Anbindung von Newslettern und ein integriertes E-Mail-Konto mit derselben Domain.

Tobias: Auch die Anbindung von Gigatools steht zum Diskurs. Dadurch sieht der Besucher, wo und wann die nächsten Gigs gespielt werden. Die Möglichkeit, Videos direkt auf seinen Screen hochzuladen ist ebenfalls bereits in Entwicklung.

Muss man denn Künstler sein, um bei onescreener eine Domain zu bekommen?
Tobias:
Nein, natürlich nicht. Die Funktionen auf onescreener sind auf Künstler ausgerichtet. Ein Coiffeur-Geschäft würde mit einer onescreener Domain wahrscheinlich nicht ganz glücklich werden. Wir halten aber niemanden davon ab, sich bei uns zu registrieren.

Simon: In ferner Zukunft möchten wir die Idee von onescreener auch für andere Zielgruppen wie Sportler oder Journalisten adaptieren.

Von 3.50 Franken pro Künstler im Monat lässt sich noch lange nicht leben. Was macht ihr nebenbei noch?
Tobias:
Wir betreiben nebenbei noch eine Agentur namens Das Ereignis GmbH. Dabei werden Online- oder Offline-Ereignisse realisiert. Und wie zuvor erwähnt managen wir DJ’s.

Simon: Ich bin nebenbei DJ. Durchs Auflegen finanziere ich mir meinen Alkoholkonsum.


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