Alle wichtigen Fragen und Antworten zum Popfest

Wann soll ich hin? Soll ich es auf den Toiletten krachen lassen?

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Juli 26 2017, 11:42am

Alle Fotos: VICE Media

Heute ist ein guter Tag: In der Früh hat es geregnet, die Höchstwerte liegen bei menschenfreundlichen 21 Grad und morgen beginnt das Popfest.. Wieder einmal werden wir feiern, was Österreich musikalisch so zu bieten hat, werden bei Acts landen, von denen wir nicht wussten, dass wir sie großartig finden und werden uns müde, verschwitzt und selig zur U-Bahn schleppen. Schleppend sind auch Fragen, die man sich ab dem Moment, in dem das Smartphone den schlimmsten Sound der Welt macht, stellt. Jetzt aufstehen oder doch kurz verschlafen? Radio oder die neue Shabazz Palaces? Kaffee oder Koks? In diesem Ton geht das dann den ganzen Tag und das restliche Leben weiter.

In den nächsten vier Tagen werdet ihr euch beim Popfest auch einige Fragen stellen. Hier sind einige davon, inklusive Antworten.

Wie viel und welches Dosenbier soll ich mitnehmen?

Wie viel Bier du mitnehmen sollst, ist recht easy zu beantworten: Wie viel Bier passt in den Einkaufstrolley, den du dir von deiner Oma ausleihen wirst? Oder in den Rucksack, den außer dir noch fünfzig andere Mädchen und Jungs heute Abend tragen werden? The more, the merrier. Welches Dosenbier du in den nächsten Tagen mitnehmen sollst, ist da schon die heiklere Frage. Aber hey: Scheiß doch mal auf die Vorurteile, die du gegenüber Bier hast. Früher oder später wird dir sehr warm werden, das Bier im besten Fall kalt und ab der dritten Dose schmecken sie eh alle gleich.

Soll ich meinen Regenschirm mitnehmen?

Heute morgen bin ich – wie einige von euch – bei Nicht-Regen in die U2 ein- und bei Wolkenbruch am Karlsplatz ausgestiegen. Weil ich – wie einige von euch – meinem iPhone wettertechnisch misstraue und überhaupt all meine Schirme irgendwo auf der Wellt angebaut habe. Also bin ich im Regen über den popbefesteten Karlsplatz gelaufen. Wenn du morgen außer Haus gehst, wirst du dich auch fragen, ob du den Schirm, der schon unter dem Wiener Wind gelitten hat, mitnehmen sollst oder nicht: Nein, you´ll be wet anyway. Außerdem ist Regen das wahre Highlight des Sommers. Die Buben im Pelz müssen halt an den Imprägnierspray denken. Ja, lustig war vorgestern, als es noch Winter war.

Muss ich so tun, als würde ich alles kennen?

Nein, musst du nicht. Das Popfest ist irgendwie auch ein Showcase-Festival. Und man muss nicht alles wissen. Nicht mal wir kennen wirklich alle Acts, don't worry.

Soll ich das hier tun?

Nein. Bitte, nein.

Soll ich in den Brunnen springen?

Brunnen sind keine Pools, aber das wird dir irgendwann egal sein. Wenn du übermorgen in einer gewissen Gratis-Zeitung nicht eine Schlagzeile wie "Beim Popfest wurde der Brunnen als Pool missbraucht" lesen möchtest, dann solltest du es lassen. Wenn du mich fragst: Von wo soll man sich die Konzerte sonst anhören, ohne einem Hitzschlag zu erliegen?

Soll ich auch mal in den Prechtlsaal?

Ja, solltest du. Es wird heiß. Aber ja.

Wann soll ich hingehen?

Früh. Das Popfest ist keine DJ-Veranstaltung und viele der Acts spielen schon am frühen bis mittleren Abend. Du kannst eh Dosenbier trinken (s.o.).

Soll ich die letzte U-Bahn nehmen?

Diese Frage wirst du dir zumindest heute Abend stellen. Warum die Nacht-U-Bahn nicht schon ab Donnerstag fährt, hat hier außer den Wiener Linien noch niemand verstanden. Wenn du nicht die letzte U-Bahn nehmen willst, dann musst du dir die Frage stellen, ob du dich denn ins Roxy quetschen möchtest. Dort wird Yuzu nämlich den Eröffnungsabend ausklingen lassen und auch davor halt leider großartige Acts wie Rosa Nebel spielen. Wirklich verpassen möchtest du das nur, wenn du ein verbitterter Mensch bist, der nicht auf Schönes steht. An all den anderen Tagen wird sich die Frage in "Taxi, Uber, U-Bahn oder Fahrrad?" umwandeln. Wenn du nicht straight edge lebst, fällt letzteres zumindest offiziell weg. Taxi und Uber kannst du dir am Ende des Monats eh nicht leisten. U-Bahn ist Sterben. Bleib einfach dort.

Soll ich mich in viel zu volle Locations quetschen?

Weißt du, wie eine Zieharmonika noch genannt wird? Quetschn. Weißt du, wie ihr Sound klingt? Nach Bullshit. Sich bei gefühlten 598 Grad in einen Raum zu schieben, ist genau so sinnvoll, wie jeden Tag zu beten, dass du ein Sehr Gut auf deine Masterarbeit hast. Es ist warm draußen, nimm dir ein Bier, setz dich draußen hin und rede mit den anderen Besoffenen über Themen, von denen ihr denkt, dass sie auch morgen noch relevant sind. Wenn du es gern heiß hast und es dir nichts ausmacht, "stets von hinten angepimmelt zu werden", dann wirst du dort eine großartige Zeit haben.

Soll ich jetzt wirklich noch zu McDonald´s gehen?

Meine Umgebung sagt: Natürlich sollst du da noch hin! Rausch + grindiger Burger = Paradies. Ich sage: Wäh, nein, Oida.

Soll ich mit dem Dude, den ich bei KlitClique kennengelernt habe, im Busch schmusen?

Könnte schnell zu einem Dreier werden. Mit einem Typen, der euch die goldene Dusche gibt. Und nicht weiß, dass er das tut.

Soll ich all meine Freunde zu Femme DMC schleppen?

Natürlich.

Soll ich mir vor der Karlskirche einen Dübel anheizen?

Behaupte steif und fest, dass es sich um einen Weihrauch-Stick handelt. Bei deiner letzten Vatikan-Reise hast du den von so einem Typen abgekauft, der nur noch vier Zähne im Mund hatte. Das ist so innovativ, weil sich jetzt auch die jüngeren Menschen wieder für katholische Bräuche interessieren.

Isabella ist auf Twitter: @isaykah

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