Veronica Falls
Nur wenige Bands haben den klassischen Sound der britischen Lo-Fi-Indie-Pop-Gemeinde aus den Achtzigern so sehr verinnerlicht wie Veronica Falls. Ihre von dunklem Schwermut bestimmte musikalische Vision vereint Romantik, Tragik und Energie in einem Audiogewand, das an die Zeiten des einflussreichen C86-Samplers erinnert.
Veronica Falls gründeten sich vor zwei Jahren und sind seitdem in London beheimatet. Schlagzeuger Patrick und Gitarristin/Sängerin Roxanne hatten vorher zusammen in The Royal We und Sexy Kids gespielt, während Gitarrist und Sänger James – den die beiden übrigens auf einem Comet Gain-Konzert kennenlernten – in Your Twenties aktiv war. Beflügelt von dem Wunsch, mit ihren drei besten Freunden in einer Band zu spielen, erlernte Bassistin Marion ihr Instrument innerhalb weniger Wochen und komplettierte so die Combo.
Die reverb-getränkten Live-Performances von Veronica Falls sind beeindruckende Events und lassen keinen Zweifel an der gemeinsamen Liebe der Vier zu The Velvet Underground – insbesondere zu Lou Reeds hingebungsvoller und prägender Herangehensweise an den Rock 'n' Roll. Trotzdem gibt es da draußen Leute, die meinen, Veronica Falls wären „twee“ und „goth“. Das erste, und zweifelsohne recht voreilig aufgedrückte Stigma rührt womöglich von Roxannes hauchigem und teilweise leisen Gesang, den Support-Gigs für Belle & Sebastian und dem engen Kontakten zur Glasgower Musikszene (für einige die spirituelle Heimat des Twee-Pop) her, wird sich aber mit zunehmendem Erfolg der Band in Luft auflösen.
Die Bezeichnung „goth“ hingegen scheint dem morbiden Touch ihrer Lyrics geschuldet. Der Song „Found Love In A Graveyard“ holt gleich zum Doppelschlag aus: Zum einen ist es die perfekte Indie-Pop-Single, zum anderen eine Ode an einen verstorbenen Lover. „Beachy Head“ indessen ist der Name einer Klippe an der Südküste Englands, die oft und gerne von suizidwilligen Inselbewohnern frequentiert wird. Roxanne gesteht außerdem, dass sie ein riesiger Fan der Songtexte von Roky Erickson ist: „… sie sind so schräg, fast schon jenseits des Wahnsinns. ‚Found Love In A Graveyard’ soll eigentlich eine ganz normale Liebesgeschichte sein, halt nur mit einem unheimlichen Anstrich.“
Hinter der dünnen Fassade aus Spuk und Exzentrizität steckt allerdings eine gehörige Portion Entschlossenheit. Die Band versucht sich so gut wie möglich, dem Einfluss der britischen Szene zu entziehen, und sich lieber an der DIY-Ethik des kreativen Dreh- und Angelpunkts Brooklyn zu orientieren. „In London sind die Dinge etwas zerfahren“, erklärt Patrick. „Dass so viele gute Bands aus Brooklyn kommen, hat sicherlich viel mit dem gegenseitigen Support innerhalb der dortigen Künstler-Community zu tun.“
Auch bei den wichtigen Entscheidungen machen sie keine Kompromisse: Ihr selbstbetiteltes und im Oktober 2011 veröffentlichtes Debütalbum nahmen sie gleich zweimal auf, weil die Begeisterung und die Spontaneität der Stücke – sprich: der eigentliche Grund für den Status von Veronica Falls als momentan aufregendste Bands im Vereinigten Königreich – in der ersten Recording-Session nicht eingefangen werden konnten. Der Mehraufwand war am Ende aber gar nicht so groß, da der Band beim zweiten Versuch drei Tage für die Aufnahmen reichten.
Künstlerinfos
Heimatstadt
Glasglow, UK
Mitglieder
Roxanna Clifford, Marion Herbain, James Hoare, Patrick Doyce
Label
Slumberland Records
Website
http://veronicafalls.com/
http://twitter.com/#!/veronicafalls
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