Shabazz Palaces
Seattles Ishmael Butler, A.K.A. Butterfly von den Digable Planets, hat sich von den Grundsätzen seiner Blütezeit – für die er den Leuten wohl auf Ewigkeit in Erinnerung bleiben wird – losgesagt. Fünfzehn Jahre nach „Rebirth of Slick“ ist Butler mit einer neuen Herangehensweise an sein altes Format zurück. Sein neues Projekt Shabazz Palaces ist lyrisch und abstrakt (allerdings ohne den künstlerischen Aspekt hochzuspielen) und mit einer trippigen, geschmackvollen Musik arrangiert. Das einzige Manko, wenn man es denn als solches bezeichnen kann, ist die vorsätzliche Nichtbeachtung fundamentalster Promotion-Regeln: Aus unerklärlichen Gründen verweigert sich die Band allen Interviewanfragen und sozialen Medien.
Butler hat sein altes Alias Butterfly abgelegt. Er ist jetzt Palaceer Lazaro, der rätselhafte, aufrichtige Kopf von Shabazz Palaces, der mit harschen Worten nicht sparsam umgeht.
Nach zwei selbstveröffentlichten EPs im Jahr 2009 brachte Shabazz im letzten Monat seinen ersten Langspieler Black Up auf Sub Pop Records heraus (übrigens die erste Hip-Hop-Veröffentlichung des Labels). An der Produktion des Albums waren zwar einige Mitstreiter aus Butlers weitverzweigtem Netzwerk an Lyrik- und Beatkünstlern beteiligt, aber das Hauptaugenmerk der Scheibe liegt ganz klar auf dem Sound, und nicht auf den Künstlern, die für ihn verantwortlich sind. Folglich wird lediglich das weibliche Rap-Duo THEESatisfaction in den Credits erwähnt.
Während die Tracks dem rhythmischen Schema des traditionellen Hip-Hops folgen, werden die abwechselnd auf- und abklingenden melodischen Samples von disharmonischen Soundgefügen unterstrichen. Während die Zweitstimmen im Hintergrund brodeln, schlagen Butlers Lyrics im Vergleich zu seiner Zeit als Butterfly jetzt etwas ernstere und aggressivere Töne an.
Mit seinen hintergründig politischen und offenkundig experimentellen Texten kombiniert Shabazz Palaces Rap und Verstand, ohne aber den für Conscious Hip-Hop typischen moralischen Zeigefinger zu erheben. Zusammen mit Künstlern wie den gefeierten Death Grips und Brainfeeders erstem MC, Jeremiah Jae, markiert Shabazz einen Richtungswechsel im Untergrund-Rap: Man bewegt sich weg von den traditionellen Formaten und öffnet sich neuen Interpretationsformen.
Künstlerinfos
Heimatstadt
Seattle, WA
Mitglieder
Ishmael Butler, Tendi Maraire
Label
Sub Pop
Website
http://shabazzpalaces.com/
http://www.facebook.com/pages/Shabazz-Palaces/117954334892194?sk=wall
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