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NOISEY 063: PURO INSTINCT

Datum: 2011-04-28 | Veranstaltungsort: Music Hall of Williamsburg | Ort: Brooklyn, USA

Puro Instinct

Von Hank Shteamer

Sicherlich gibt es einige Indie-Bands, die in ihre Musik Referenzen an so genannte Outsider-Kunst einflechten – man denke nur an die Vivian Girls und Henry Darger. Sehr viel seltener trifft man allerdings auf Formationen, deren Musik tatsächlich als Outsider-Kunst durchgehen könnte. Puro Instinct sind eine solche Formation und entführen den Hörer auf eine wahrhaftige Entdeckungsreise zu den weißen Flecken der Pop-Geschichte. Diese DIY-Künstler widmen sich nicht der Produktion von Hits, sondern konstruieren äußerst surreale Refraktionen des Sound-Mainstreams.

Piper Kaplan war gerade 20, als sie im Jahr 2008 nach einer Trennung Trost in der Musik von R. Stevie Moore suchte, sehr bald aber schon eine Besessenheit für diesen Popsurrealisten entwickelte. Kurze Zeit später beschloss sie, eine Band zu gründen und begann, mit ihrer zu dieser Zeit 13-jährigen Schwester Skylar zusammenzuspielen. Da Piper schon seit ihrer Teenagerzeit im kalifornischen DIY-Mekka „The Smell“ abhing, konnte sie ihre Band relativ schnell auf Augenhöhe mit der Indie-Elite in LA bringen. So wurde das Duo zu einer echten Band erweitert, in dessen Live-Line-up auch Jessie Clavin von Mika Miko tätig ist. Sogar auf Kollabos mit Größen wie Ariel Pink, dessen Paralleluniversums-Retro-Ästhetik perfekt zum Ansatz der Kaplan-Schwestern passt, können Puro Instinct mittlerweile verweisen.

Auf der 2010er EP Puro Instinct, die noch unter dem Bandnamen Pearl Harbor veröffentlicht wurde, befindet sich ein Coversong von Leland – einem 70s Songwriter aus San Francisco, der nicht nur für seine extravagante Cape-Mode bekannt war, sondern sich auch durch eine Reihe von Privatpressungen mit einem wunderschön verspulten Psych-Rock einen Namen machte. Überraschenderweise können die eigenen Stücke der Schwestern diese Exzentrik noch um einiges toppen und glänzen mit herrlich entspanntem Pop im Fleetwood-Mac-Stil, der mit einer nahezu überwältigenden Portion Schwermut aufwartet. „Dreams rippin’ at the seams / Morale is very low / Backdrop’s meltin’ in the sun / Ash rains down on everyone”, haucht Piper mit ergreifender Stimme in „California Shakedown” ins Mikro, während Skylars melancholische Gitarrenarbeit das Gefühl der Malaise in Noten gießt.

Wir filmten Puro Instinct bei der Noisey-Launch-Party in der New Yorker Music Hall of Williamsburg. Bei diesem Auftritt spielte die Band eine Reihe von Stücken ihrer Debüt-LP namens Headbangers in Ecstasy, die auch Fake-Radio-DJ-Interludes von R. Stevie Moore höchstpersönlich enthielten. Der bizarren und hypnotisierenden künstlerischen Vision der Kaplan-Schwestern liegt zweifelsohne ein sehr LA-typisches Moment zu Grunde. Trotzdem sind wir überzeugt, dass die unkonventionellen Vibes der beiden auch die Musikfans an der Ostküste und im Rest der Welt faszinieren werden.

Künstlerinfos

Heimatstadt

Los Angeles, CA

Mitglieder

Piper Kaplan, Skylar Kaplan, Cody "Dodi" Porter, Jessie Clavin, Mike Baum, Brook "Crazy" Murray

Label

Mexican Summer, Gloriette, Big Love

Website

http://www.puroinstinct.blogspot.com

Twitter

www.twitter.com/puroinstinct

Facebook

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