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NOISEY 095: METRONOMY

Datum: 2011-06-23 | Veranstaltungsort: The Hippodrome | Ort: Kingston, UK

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Metronomy

Ich sage so etwas für gewöhnlich nur ungern, aber bei dieser Band muss es einfach raus: Das neue Album von Metronomy ist schon jetzt eine der besten Scheiben des laufenden Jahres. Ausgehend vom künstlerisch angehauchten Electro-Sound ihrer ersten Platten, wartet das neue Machwerk namens The English Riviera nun mit einer markigen Sammlung von funky Basslines und nostalgischen Pop-Perlen auf. Nach mehr als einem Jahrzehnt Bandbestehen wird Metronomy nach wie vor von Frontmann Joseph Mount angeführt und entwickelt sich allmählich zu einer Popinstitution.

Ihre Anfänge hatte die Formation als Soloprojekt von Mount, der sich Ende der Neunziger als unterforderter Drummer mit allerlei Electro-Gadgets beschäftigte und kurz nach seinem Umzug ins südenglische Brighton damit begann, eigene Songs zu schreiben. Der Zeit entsprechend waren seine ersten Stücke stark durch den Einfluss der wieder erstarkten Disco-/Electro-Szene geprägt. Bald darauf rekrutierte Mount seinen Cousin Oscar Cash und einen Freund namens Gabriel Stebbing, machte aus dem Solo-Projekt eine Band und zog mit den Jungs nach London.

Metronomy haben sich stark weiterentwickelt, seitdem ihr Debütalbum nicht zuletzt durch seinen außergewöhnlichen Titel im Jahr 2006 für Aufsehen sorgte. Den Namen der Scheibe, Pip Paine (Pay the £5000 You Owe), stibitze Mount von einem Schrotthändler, der diese Worte überall in seiner Heimatstadt Totnes auf abgestellte Autowracks sprühte, um seinen Schuldner (eben jenem Pip Paine) zur Zahlung seiner Ausstände zu bewegen. Ungerechterweise steckte man die Band nach diesem Album mit den unzähligen New-Rave-Gruppen in einen Sack, die Mitte des letzten Jahrzehnts wie Pilze aus dem Boden schossen. Diesen Vergleichen konnten Metronomy aber mit einem beeindruckenden und vor allem organischen Wachstumssprung entkommen. Auch der Bandleader hat sich weiterentwickelt und konnte sich mit äußerst erfolgreichen Killer-Dancefloor-Remixen für Größen wie Lykke Li, Franz Ferdinand und Gorillaz einen Namen machen.

Nach dem zweiten Longplayer verließ Gabriel die Band, um sich intensiver um sein neues Baby Your Twenties zu kümmern. Mit diesem Abgang überdachte man bei Metronomy auch das Bandkonzept und ersetzte die wacklig-schrägen Frickeleien vermehrt durch starke Melodien und einen feinfühligeren Percussion-Einsatz. Um den Wandel auch personell zu untermauern, kamen 2011 mit der Schlagzeugerin Anna Prior und dem Bassisten Gbenga Adelekan zwei neue Bandmitglieder an Bord. Auch das Live-Setup wurde weiterentwickelt: So dominieren jetzt bizarr anmutende Synchron-Dance-Moves, aufeinander abgestimmte Kostüme und blinkende Körperbeleuchtungen das Bühnengeschehen auf Metronomy-Konzerten.

„Ich denke einfach, dass man irgendeine Art Feeling in die Musik legen muss – ganz gleich, ob es sich um instrumentelle oder eher normale Stücke handelt“, erklärt Mount. Wahrscheinlich ist es gerade dieses Streben des Bandleaders, seinen Stücken einen besonderen und einzigartigen Charakter zu verleihen, das für die lebendige Verbindung zwischen Fans und Band sorgt.

Künstlerinfos

Heimatstadt

Devon, UK

Mitglieder

Joseph Mount, Anna Prior, Oscar, Gbenga Adelekan

Label

Because

Website

http://www.metronomy.com

Twitter

http://twitter.com/metronomy

Facebook

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