Fidlar
Man sollte FIDLAR auf keinen Fall beim Wort nehmen, denn genau wie Nathan Williams von Wavves bestreiten auch die vier Jungs von FIDLAR ihr Leben als Faulpelze schon fast mit religiösem Eifer. „Wake! Bake! Skate!“ grölt Frontmann Zac Carper zu Beginn des 99 Sekunden langen Eröffnungstrack ihrer 2011er EP DIYDUI in das Mikro, um nur kurz darauf zu verkünden, dass er weder ein Telefon, noch einen Job, geschweige denn ein Leben hat, zum Ausgleich dafür aber ständig stoned ist. Ähnlich wie ein Blues-Sänger, der versucht, sich seine Leiden von der Seele zu singen, nutzen FIDLAR ihre Lustlosigkeit als kreativen Kraftstoff. Carper und seine Bandkollegen mögen tatsächlich unverbesserliche Nichtsnutze sein, eines bringen sie jedoch zustande: jede Menge konsumfertige Garage-Punk-Klassiker, die an das Beste aus einem halben Jahrhundert Bad-Ass-Pop – von Phil Spector über Nirvana bis hin zum großartigen Jay Reatard – anknüpfen.
Anscheinend waren die Mitglieder von FIDLAR von Geburt an dazu bestimmt, in einer Band zu spielen, deren Name für „Fuck It Dog, Life's A Risk“ steht. Gitarrist/Sänger Elvis und Schlagzeuger Max zum Beispiel sind Söhne von Greg Kuehn, dem langjährigen Keyboarder der Punk-Band T.S.O.L., während Zacs Daddy John „JC“ Carper von Hawaii aus seine maßgefertigten Surfboards an die Profis bringt. Die Kuehn-Brüder, Carper und der Bassist Brandon Schwartzel (der auch bei Rooney den Bass zupft) taten sich 2009 zusammen, und kurz darauf bezogen sie eine Bude in der Figueroa Street, dem ehemaligen Hauptquartier der mehrfach mit Platin ausgezeichneten Alt-Metaller Trapt. FIDLARs Ambitionen dagegen waren – zumindest zu Beginn ihrer Karriere – etwas bescheidener: Sie wollten einfach nur proben, ein paar Sachen aufnehmen, handgemachtes Merchandise unter die Leute bringen und abgefahrene Hauspartys schmeißen.
Doch 2011 war es vorbei mit der Ruhe, denn zum einen spielten auf dem SXSW und dem CMJ und zum anderen brachten sie ihre EP DIYDUI auf dem vielversprechenden Label White Iris heraus. Außerdem drehten sie noch ein urkomisches Video zu „Wake Bake Skate“, in dem der Sensenmann (wer auch sonst?!) auf einem Sandboard irgendwelche Dünen runterdonnert. Obwohl das nicht gerade nach Planlosigkeit aussieht, wollen es die Jungs mit der Arbeit auch nicht übertreiben, und legen sich ganz im Sinne der Slacker-Utopie ihrer Musik gerne wieder etwas zurück …
Künstlerinfos
Heimatstadt
Los Angeles, CA
Mitglieder
Zac Carp, Elvis Kuehn, Brandon Schwartzel, Max Kuehn,
Label
White Iris
Website
http://www.fidlarla.com/
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