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NOISEY 144: DILLON

Datum: 2011-12-16 | Veranstaltungsort: Skala | Ort: Leipzig, DE, Germany

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Dillon

Dillon ist eine in Berlin lebende Sängerin, die mit vollem Namen Dominique Dillon de Byington heißt. Die 23-Jährige beeindruckt mit einer zurückgenommenen Mischung aus Electronica und barockem Kammerpop, dargeboten mit relativ spärlicher Instrumentierung. Diesem Rezept folgend, hat Dillon eine Reihe Songs geschrieben, die perfekt zu den Stimmungstiefs der Winterzeit passen. Mit einer Stimme, die an Joanna Newsome erinnert und einem Style, der an Lykke Li denken lässt, unterwirft Dillon ihre Zuhörer einem schleichenden, hypnotischen Prozess und entführt sie so in ihre ganz eigene Soundwelt.

Auf der Bühne verschanzt sich Dillon meist hinter ihren Keyboards, strahlt aber trotzdem jede Menge Charisma aus. Liebeskummertexte über die zurückgelassene Zahnbürste des ehemaligen Partners sind wohl am ehesten Material für moderne Country-Pop-Schnulzen – sozusagen ein „I Put Your Picture Away“ für oralfixierte Zeitgenossen. In der Musik von Dillon allerdings kann eine vereinsamte Oral-B ohne Weiteres eine ganze Welt zum Einsturz bringen und Flutwellen aus einem Tränenozean über das Leben der von Herzschmerz Geplagten hereinbrechen lassen. Nicht unbedingt leichte Kost. Die von Dillons fesselnder Stimme dargebotenen Worte strahlen Wärme und Menschlichkeit aus. Da macht es gar nichts, wenn ab und an mal futuristische Sounds im Mix auftauchen oder das ein oder andere Stück in einen Techno-Groove abrutscht, den man eher von einigen ihre Labelkollegen auf BPitch Control erwarten würde.

Wie viele ihrer – sich ebenfalls im Schatten von Björk tummelnden – Mitstreiterinnen strebt auch Dillon im Grunde danach, ihre Persönlichkeit und ihre Erfahrungen in diesen nicht ganz neuen, aber auch noch nicht wirklich ausgereizten Sound einzupflanzen. Ein ähnlicher Prozess ist in der Musik von Schwedens Fever Ray und Norwegens Hanne Hukkelberg zu beobachten. Gemein dürfte diesen drei Projekten die Suche nach einer eigenen Version dieses gebrochenen, schwermütigen Elektropop-Sounds sein, den Björk vor Jahren dem Mainstream vorstellte. Mit ihrer leicht verschrobenen Stimme besingt Dillon zwar eine recht düstere Welt, lässt ihre Zuhörer aber gleichzeitig wissen, dass immer noch Zeit für kleine Roboter ist, die bunten Kristallen nachjagen – immer noch Zeit, sich etwas Neues und Anderes auszudenken. Manchmal haben Dillons Texte auf diese Weise eine balsamartige Wirkung, und das ist doch schon eine ganze Menge.

Künstlerinfos

Heimatstadt

Berlin, DE

Mitglieder

Tamer Fahri, Dillon

Label

BPitch Control

Website

http://dillon-music.com/

Twitter

https://twitter.com/dillonzky

Facebook

http://www.facebook.com/dillonofficial

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