Casper
Es gibt Leute, die erwarten von Casper die Rettung des deutschsprachigen Rap. Tatsächlich ist das eine Aufgabe, die der Wahlberliner mittlerweile nebenbei erledigt. In etwa so wie das Anspitzen eines Bleistiftes, bevor er damit die nächste Seite mit Textideen bekritzelt. Die Aufgabe, der er sich Zeit seines Musikerdaseins gestellt hat und die er nun mit seinem neuen Album „XOXO“ endgültig bewältigt, ist wohl eher die Wiederbelebung deutschsprachiger Musik.
Der in der ostwestfälischen Provinz geborene, kurz darauf mit seiner Familie in die USA, nach Georgia umgesiedelte und als Jugendlicher wieder nach Deutschland zurückgekehrte Rapper war in jedem seiner bisherigen musikalischen Projekte vor allem an einer Sache interessiert: Der Vermittlung von Leidenschaft. Er gründete seine erste Rap-Crew namens Kinder des Zorns und verinnerlichte die Regeln dieser Subkultur. Er sang in einer Hardcoreband und erfuhr dort, welche kathartische Wirkung durch Musik möglich ist. Er veröffentlicht Mixtapes und ein erstes, einigermaßen klassisches HipHop-Album und findet schließlich zu seiner alten Band zurück, um aus beiden Welten, der von HipHop und der seiner weiten musikalischen Sozialisation etwas ganz neues zu machen.
Und so laufen in Caspers Sound die experimentelle Weite von Postrock, die Melancholie von Postpunk, der Drive von Indierock, der zeitgeistige Vibe von Dubstep und natürlich die Prägnanz von HipHop-Beats zusammen, ohne dabei überladen oder überambitioniert zu wirken. Caspers Texte gehorchen dabei allen formalen Bedingungen. Tatsächlich heben sie die Rapstandards oft genug auf einen ganz neuen Level, während sie gleichzeitig mit Hilfe einer beispiellosen Tiefe und Fühlbarkeit durchbuchstabiert werden. Und beispiellos ist für diesen Typen generell das richtige Wort. Sowohl was seine Platten als auch seine live-Performance angeht.
Künstlerinfos
Heimatstadt
Berlin, DE
Mitglieder
Benjamin Griffey
Label
Beat the Rich
Website
http://www.casperxo.com/
http://twitter.com/#!/benniferrostock
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