Bot'Ox
Mittlerweile hat sich das Konzept des Franzosen-Duos zu einer festen und erfolgreichen Größe innerhalb der Elektro-Landschaft gemausert. Daft Punk und Justice sind dabei nur zwei der bekannteren Beispiele. Mit einer Bio, die sowohl auf Namen wie den Manager Pedro Winter als auch auf Veröffentlichungen bei DFA Records verweisen kann, würde das Pariser Two-Piece Bot’Ox nahezu perfekt in anfangs erwähnte Tradition passen, allerdings kommen ihre Platten dafür nicht elitär genug daher. Ihre wirkungsvollsten Tracks, wie „Chrashed Cadillac“ von der 2010er Scheibe Babylon by Car, setzen nämlich auf Vintage-Synthies, treibende Drums und im Hintergrund vor sich hin dudelnde mechanisch-maschinelle Geräuschstrukturen. Man könnte meinen, Bot’Ox versuchten eine Art unbehagliche SciFi-Angst einfangen zu wollen, um ihren Hörern zu vermitteln, dass unsere Technologie nicht nur über ein Eigenleben, sondern auch über ein eigenes Wesen verfügt, das nicht sonderlich freundlich gestimmt ist.
Die Band besteht aus dem routinierten Produzenten Benjamin Boguet (auch bekannt als Cosmo Vitelli) and Julian Briffaz, der mit dem Techno-Act [T]ékël noch ein zweites Eisen im Feuer hat. Nachdem sich die beiden 2004 in einem Pariser Studiokomplex kennen gelernt hatten, entdeckten sie recht schnell ihre gemeinsame Faszination für die Absurditäten der Konsumkultur. Eine weitere Gemeinsamkeit von Boguet und Briffaz bestand in ihrem hohen Anspruch, der oftmals zu monatelanger Arbeit an einzelnen Stücken führt. Live treten Bot’Ox mit dem Drummer Jeremy Hickey auf, den Boguet gern als den „irischen Keith Moon“ bezeichnet.
Als ob die beeindruckende Live-Show des Elektro-Duos noch nicht als Alleinstellungsmerkmal reichen würde, hat die Band mit der Zeit eine bizarre Auto-Manie entwickelt, der sie in Videos und auf Plattencovern frönt. Die teils kryptischen, teils furchterregenden Darstellungen transportieren fast ausnahmslos einen eher ausgefallenen Sinn für Humor. So zeigt das Video zu „Blue Steel“ zum Beispiel, wie ein Kombi gegen Luftschläuche, überdimensionale Teddybären, aufblasbare Hüpfburgen und andere skurrile Gegenstände fährt. In gewisser Weise steigern diese eigenartigen Bilder den Reiz der Elektro-Jams von Bot’Ox. Entweder man fängt ganz einfach an zu tanzen, oder – was vielleicht sogar noch besser wäre – lässt sich von der Schnittigkeit und den Pferdestärken faszinieren, die der ganzen Angelegenheit innewohnen. Aber Vorsicht, diese Maschine hat eine Seele.
Künstlerinfos
Heimatstadt
Paris, FR
Mitglieder
Benjamin Boguet, Julien Briffaz, Juan "Dye" De Guillebon, Jeremy Hickey, Arnaud Roulin
Label
I'm A Cliché
Website
http://www.botoxmusic.com/
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