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Daggers klatschen mit ihren Penissen

Noisey

By Johannes Niederhauser; Fotos: Daggers (privat)

Daggers haben gerade ihren Doktor in Kulturwissenschaften, Entwicklungsökonomik und Gender Studies gemacht. Ihre Forschungsreisen haben sie bis nach Russland und Kuba verschlagen. Dort erforschten sie die rituelle Bedeutung von Penisklatschen und führten wichtige Experimente im Bereich der Body Toxication durch. Ist es möglich länger als 12 Stunden am Stück selbstgebrannten lettischen Fusel zu saufen, ohne dabei zu sterben? Wie wirken sie zwei gebrochene Füße auf die Gesangsperformance aus? Können Finger wie Schwänze aussehen, wenn du nur lange genug auf deinen Bass einhackst?

Bevor Daggers ihre Forschungsergebnisse beim American Journal for Modern Science vorstellen werden, haben sie exklusiv mit uns über erste Erkenntnisse  geredet. Bei dieser Gelegenheit haben sie uns auch Bilder ihrer Reisen gezeigt, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

NOISEY: Hey Daggers, klatscht ihr immer noch mit euren Penissen rum, bevor ihr schlafen geht?
Daggers: Ja, Mann! Wir klatschen zwar weniger als früher, aber wir knallen unsere Biberschläger immer noch wahllos auf Leute und Möbel. Wenn du eine bessere Methode kennst, um einzuschlafen, sag Bescheid.

Natürlich nicht. Wieso habt ihr das eigentlich angefangen?
Yan ist unser Slapmaster. Keiner klatscht so gut wie er. Er hat unglaubliche Kontrolle und Technik sowie revolutionäre Moves. Laut und schnell, wie du bezeugen kannst. Angefangen haben wir das als Contest: wir haben uns gegenseitig dazu angestiftet, irgendwelchen Leuten ins Gesicht zu klatschen. Aber irgendwann wurde es mehr. Nämlich zu unserem wahren Lebensinhalt und wir lernen jeden Tag dazu.

Ja, ich kann mich dran erinnern. Fürchterlich. Habt ihr die Leute in Russland und Kuba auch attackiert? Es ist ja schon recht außergewöhnlich in Kuba zu spielen, oder? Erzählt uns mal ein bisschen von der krassen Scheiße, die euch da passiert ist.
Okay. Also das Heftigste ist wahrscheinlich in Riga, Lettland, passiert. Wir waren unterwegs nach Russland. Die Show war großartig, aber danach sind wir in so eine abgeranzte Bar gegangen, in der sie Black Balsam Alkohol verkauft haben. Irgendeine Plörre aus der Region, die dich nach 2 Shots umhaut. Greg und Dave haben das Zeug die ganze Nacht durch gesoffen bis zum nächsten Mittag.

Klingt gesund.
Dave lag irgendwann völlig vergiftet in der Bar rum, was Greg nicht mal mehr gecheckt hat. Weil wir aber für die nächste Show weiter nach Tallinn mussten und wir keinen Bock hatten Dave zu tragen, haben wir ihn einfach an den Füßen entlang durch den Schnee gezogen. Dave hörte aber irgendwann auf zu atmen, also haben wir den Notarzt gerufen, der ihn sofort ins Krankenhaus brachte. Das war das schmutzigste, ekelhafteste Gebäude, das wir je gesehen haben. Keiner hat sich einen Scheiß um uns geschert und uns in ein Zimmer mit einem Obdachlosen gesteckt, der ausgeknockt auf einem Tisch lag. Greg war immer noch völlig besoffen und tat so als sei er ein Doktor. Er lief im ganzen Krankenhaus rum, trug Handschuhe und Maske und laberte Patienten voll. Dave wachte zum Glück wieder auf und wir hauten schnell ab. In Kuba hat sich Dave vor der Show in Santa Clara beide (!) Füße gebrochen. Fand er während der Show nicht so geil.

Wie haben Russen und Kubaner auf eure Musik reagiert?
Ziemlich gut, eigentlich. Vor allem die Kubaner stehen noch so richtig auf die Klassiker wie Slayer, Mötörhead, Metallica, Sepultura. Das hörst du auch ihren eigenen Bands an. Metal ist da drüben richtig angesagt, mehr als Punk. Es ist schwierig für die Kids in Kuba Platten zu bekommen oder wirklich viel von dem neuen Zeug mitzukriegen, weil sie keinen Zugang zum Internet haben. Sie schienen schon etwas verwirrt, als wir begannen zu spielen. Aber sie haben sich schnell reingehört.



Brüssel ist ja schon eher eine abgeranzte Stadt. Lebt ihr noch da?
Ja, wir wohnen noch in Brüssel. Na ja, was sollen wir sagen? Uns gefällt’s, weil das Gras hier ziemlich gut ist und die Polizei sich nicht wirklich um die Kiffer kümmert. Was uns gerade recht kommt.

Spielt sich Greg immer noch die Finger wund an seinem Bass, bis er blutet?
Ja wie die Hölle. Seine Finger sehen aus wie Yannicks Schwanz nach einer wilden Penis-Slap-Session. Was irgendwie seltsam ist—also Penisfinger zu haben. Aber wir sprechen ihn nicht drauf an.

Was habt ihr in der nächsten Zeit so vor? Kommt eine neue Platte?
Wir sind momentan tatsächlich ziemlich beschäftigt. Wir arbeiten gerade an neuen Stücken, die in eine ganz andere Richtung gehen. Außerdem wollen wir bald wieder durch Russland und Europa touren. Es ist aber noch nichts sicher. Oder wir wollen auf jeden Fall total mysteriös erscheinen, damit unser Marktwert steigt.

Als wir vor ein paar Jahren zusammen auf Tour waren, haben die beiden Bands sich gegenseitig die Vans außen vollgepisst. Habt ihr diese großartige Tradition weitergeführt?
Ja, aber nur aus Nostalgie. So richtig schön kaputt wie damals war es leider nie mehr. Die anderen Bands machen da auch nicht so mit. Weißt du, wir vermissen den angenehmen Duft von abgestandener Pisse, der fröhlich durch den Van weht, wenn du den Motor anschaltest, weil irgendwelche Affen vorher in deine Kühlerhaube gebrunzt haben. Hoffentlich kreuzen sich unsere Pissströme bald wieder.

Ja, wäre wirklich total „dufte“. Was war denn die beschissenste Show, die ihr jemals gespielt habt?
Eine war richtig scheiße: Ein paar Typen hatten uns zu ihrer erster Show in Buzenol eingeladen. Die Idioten hatten aber leider beim Aufbau nur eine Steckdose für die gesamte Ton- und Lichtanlage benutzt. Greg bekam ständig einen Stromschlag und rannte schon während des ersten Songs wutentbrannt von der Bühne. Wir spielten ein paar Songs und waren auch richtig angepisst. Ein paar Leute danach meinten aber, wir seien brutal angsteinflößend gewesen.

Aber die seltsamste Show war in Nîmes. Frag uns nicht warum, aber wir haben da in einem gehobenen Restaurant gespielt, in dem ältere Leute saßen und aßen—keine Ahnung, was sich der Booker dabei gedacht hat. Während der Show sind logischerweise viele der Gäste geflüchtet. Aber ein paar haben einfach weiter gegessen. Keine Ahnung, was da los war. Einer kam danach sogar her und hat eine CD gekauft und sich bedankt ...
 

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