PVT
Homosapien
Felte/Rough Trade
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Geschrieben wurden die Songs für Homosapien in erster Linie im Londoner Barbican, jenem atemberaubenden brutalistischen Wohnkomplex, in dem ein 1-Zimmer-Apartment zweieinhalbtausend verfluchte Pfund Miete kostet. Für die eigentliche Aufnahmesession haben sich PVT dann aber in ein Landhaus in den australischen Outbacks zurückgezogen, um mal so richtig ihre Ruhe zu haben. Wie soll sich ein Rezensent, der bei Minusgraden und kaputter Heizung an einem versifften WG-Küchentisch sitzt, und dessen Reisebudget sich auf eine AB-Einzelfahrt beschränkt, dazu eigentlich noch großartig verhalten? Die geradezu grönemeyereske Poetik des Albumtitels ist da nur der letzte Sargnagel für jeden Versuch einer objektiven Auseinandersetzung. Gute Platte? Vielleicht. Gute Wertung? Vergiss es.

METABOMAN
Ja/Noe
Musik Krause/Kompakt/RTD/Finetunes
Bei lang- und filzhaarigen Techno-Produzenten mit übergroßen Bob-Marley-Shirts tanzen bei mir grundsätzlich erstmal nur die Nackenhaare, während der Rest meines Körpers in einer Judo-Defensivposition verharrt, um einen jederzeit erwarteten Bassnectar/Skrillex-artigen Stumpfschlag in die Magengrube abzuwehren. Zum Glück stellte sich schnell heraus, dass Metaboman trotz seines bedrohlichen Äußeren ein vollkommen friedlicher Zeitgenosse ist. Er war nur einfach so darin vertieft, noch den letzten Krümel Funk aus seinen verspielten Miniaturen herauszukitzeln, dass ihm gar nicht aufgefallen ist, dass er seit zehn Jahren die gleichen Klamotten anhat.
STEVEN BRÜDERLE
ON AND ON
Give In
City Slang
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Die Klaviatur des Indiepops tadellos zu beherrschen, macht noch lange keinen Hit – diese Binsenweisheit wird im Falle von On And On mal wieder eindrucksvoll bestätigt. Deren Debüt ist nämlich in seiner entspannenden Geradlinigkeit mit zeitweiligen Großwandausbrüchen nicht wirklich schlecht genug, um es durch den Dreck zu ziehen; allerdings fehlt ihm schlussendlich auch ein Quantum Ekstase, um einen bahnbrechenden Hit zu liefern oder gar auf Albumlänge zu überzeugen. So dürften sie relativ schnell wieder in der Gleichgültigkeit verschwinden.
KURT HAVE BEEN
FICTION
The Big Other
Moshi Moshi Records/Cooperative Music
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Wir sind uns nicht ganz schlüssig, ob Fiction ihren glattpolierten Seifenblasenpop, der vermutlich wie eine Mischung aus 80er Jahre-Synthie-Evolution und frühem Britpop klingen soll, aber eher an das stilistische Grauen zwangsandrogynisierter, Federboas tragender Hämpflinge mit zu hohen Stimmen und zu engen Hosen erinnert, wirklich ernst meinen. Es würde unser aller Seelenheil maßgeblich schonen, wenn wir daran glauben könnten, dass The Big Other nur das Ergebnis einer verlorenen Wette ist, laut derer man ein möglichst schlechtes, kitschiges Glampop-Album veröffentlichen muss und so lange wartet, bis jemand merkt, dass das nur Spaß war. Sollte das nicht stimmen, taugt diese Platte bestenfalls als Faschingssoundtrack für popkulturell einigermaßen gebildete Harlekine.
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