München ist definitiv nicht das härteste Pflaster Deutschlands, die Stadt gilt nicht vor allem als reich und schick. Aber auch hier gibt es Viertel, in denen das Leben alles andere als ein Zuckerschlecken ist. Gerade weil München so teuer ist, ist es doppelt beschissen, wenn man hier kein Geld hat und Drogen, Kriminalität und Gewalt machen das Leben in den Abseitsvierteln nicht gerade einfacher. Das ist der Nährboden auf dem traditionell Underground-Musik entsteht und auch wenn München keine deutschlandweit bekannte Gangsterrap-Hochburg ist, sind die Viertel Milbertshofen und Neuperlach so etwas wie die Brutstätten des Münchner Ghetto-Rap, der das Leben im Schatten der kuscheligen Schicki-Micki-Metropole thematisiert. In der aktuellen VICE-Reportage „München geht’s gut – mir nicht“ erfahrt ihr mehr über den Alltag und das Umfeld der Rapper, aber weil wir natürlich ursprünglich über ihre Musik auf ihre Lebensumstände aufmerksam geworden sind, hier ein paar Videos. Heute Milbertshofen, morgen Neuperlach.
TZA: „Wut“
TZA, der im Alter von fünf Jahren aus dem Iran nach Deutschland kam, ist der mit Abstand ambivalenteste Münchner Underground-Rapper. Sein massiver Hang zur Gewalt (immer dann, wenn ihn jemand „ficken“ will), steht im direkten Gegensatz steht zu den poetischen Texten auf seinem Debüt-Album „Jenseits von Gut & Böse“.
Koka Slim HDF-Video:
Koka Slim ist 27 und als Sohn eines tunesischen Gastarbeiters in Milbertshofen aufgewachsen. Trotz des wenig bekannten Fakts, dass München die Großstadt mit dem höchsten Ausländeranteil Deutschlands ist, gibt es auch hier genug bescheuerte Eltern, die schon ihren Kindern beibringen, dass sie bloß nicht den tunesischen Jungen mit nach Hause bringen sollen.
Sero 40: „Krieg ich auf Ko“
Sero40 ist mit gerade mal 20 Jahren der jüngste unter den Milbertshofener Rappern, was durch seine gigantische Statur und den mit am gangstermäßigsten Rap aber nicht weiter auffällt.
Flowzilla: „0.2“
Flowzilla ist einer der deutschen Rapper aus Milbertshofen. Seine Texte haben dementsprechend weniger mit Alltagsrassismus zutun, aber auch ohne diesen gibt es mehr als genug Schwierigkeiten, in diesem Umfeld seinen Weg zu gehen.
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