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Christlicher Dubstep ist eine ziemlich große Nummer

von Matt Shea

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Brostep, Complextro, Gutterwomp, Swegmastep—wie auch immer Amerikaner es dieser Tage nennen, scheint doch ziemlich klar zu sein, dass Dubstep in der nächsten Zeit nicht aufhören wird, sich in neue Subgenres aufzuteilen. Jedes Mal wenn Kritiker es als 2-Steps totgeborenes Kind niederschreiben wollen, findet jemand einen neuen Sound, um die süßen Melodien von Kettensägen, die sich an Auto-Fellation versuchen, zu überkleben, bis schließlich die nächste Wiederauferstehung eintritt. Dieser Sound könnte alles sein: Ein Zitat aus Snatch, ein Gespräch über die Gefahren von Mephodron, ein Typ, der fragt, wo sein Affe hingelaufen ist—es macht keinen Unterschied. Es ist die einfache Formel, die Dubstep zu so einem reichen und fruchtbaren Genre macht. Daher war es unvermeidbar, dass früher oder später jemand die Bibel mit ein paar Wob-Wobs ergänzen würde.

Wie bei Armut, Hungersnot und #CutForBieber, würdest du bei Dubstep nicht an die Existenz eines gütigen Gottes glauben. Aber mit seinen ekstatischen Build-Ups, epiphanischen Drops und seiner Beliebtheit bei homophoben Amerikanern gibt es kein anderes Tanzmusik-Subgenre, das mehr zum Christentum passt. Man könnte bestimmt die schmachtende Predigt eines schwarzen Pfarrers über einen dreckigen 4-to-the-floor schwingen, aber—seien wir mal ehrlich—House ist definitiv zu schwul für Katholiken.

So sei es, der Herr hat gesprochen, und zwar durch Womps. Ich wollte nicht den Aufstieg eines neuen, heißen Genres, wie ich es mit Electro-Swing getan hab, verpassen. Deswegen bin ich früh aufgestanden, um vor allen anderen Musikkritikern die besten Christen-Dubstep-Alben zu reviewen. Hallelujah! 

 
Matthew Parker – Meet Your Maker"

 
Matthew Parker bekam viel Hype für seine Kollaboration mit Christian T. Dubstep auf „Life“, einem der ersten und besten Abtreibungs-Step Tracks. Die Lyrics sind tiefgreifend:
 
Life is big it’s something you don’t play with, but babies are being annihilated / It’s called abortion, the American holocaust, we didn’t fight a war but millions of lives are lost”.
 
Und dann der stinkende Drop. In Kombination mit einem Gesicht, dass jedes Mädchen ihr Zölibatsgelübde überdenken lässt, ist Parkers Debütalbum Meet Your Maker gefüllt mit tiefgreifend spirituellen Tracks wie „Christ is my King“ und „He Died to Give Me Life“. Und dann schrieb er auf Facebook: „Hey. Ich bin ein Typ, der (echt coole) Musik macht. Gott hat mir ein Leben und das Talent gegeben, Musik zu machen. Er verdient meinen Lobpreis. Also werde ich ihn mit den Talenten, die er mir gegeben hat, lobpreisen. In anderen Worten: Ich möchte Gott mit meiner Musik ehren.“ Was ein Typ.

5 / 5 Sterne

 
FBJr. – Last Minute"
 
Francis Balogh Jr. (a.k.a. FBJr.) ist einer der heißesten christlichen Dubstep-DJs, die dieses Jahr aus Ungarn kamen. Es sagt, seine Musik sei „für die jüngere Generation gemacht worden, obwohl sich jeder daran weiden kann.“ Ich persönlich weide mich gerne an seinem Track „Mighty Designer“, weil mich nichts heißer auf einen dreckigen Bass-Drop macht als Lyrics wie: „He is the creator of the heavens and the earth / He is the mighty, mighty designer.”

Wie man es vom Titel ableiten konnte, geht es in dem ganzen Album um die letzten Minuten vor der Apokalypse. In FBJr.‘s grandiosen eigenen Worten: „Der alte Mann verkauft Tickets bis zum letzten Moment, aber wenn die Sirenen und alles verstummen, wird er nicht mehr länger warten. Du solltest dich mit ihm vertragen, bevor der Sturm ankommt. Es ist nicht sicher, dass dich Bruce Willis retten wird.“

4 / 5 Sterne
 
 
Kronicles – Illuminate"
 
Wer hat noch nicht von Kronicles und ihren verrückten Fans, den „Kronies“ gehört? Genau genommen machen sie „Christian Rockstep“—ein Genre, das sie erfunden haben—aber ihre heiligen Drops haben sich einen Platz in dieser Liste verdient. Was ich an diesen Jungs liebe, ist ihr schrulliger Humor. Wenn ihr hier klickt, könnt ihr ein Video sehen, wie Ant eine Torte ins Gesicht geklatscht bekommt. (Ihr kennt doch Ant, oder? Der Frauenschwarm von den Kronicles??) Ihr bester Track ist definitiv „I Need You“.

Die Jungs sind definitiv für Großartiges (und Erlösung) bestimmt, aber ihr Album ist meinem Geschmack nach etwas zu weltlich. Ich schätze den religiösen Beiklang des Albumnamens Illuminate, aber wo ist die Anti-Abtreibungs-Message? Wo ist das Schwulen-Runtermachen? Außerdem muss gesagt werden, dass die Band manchmal auf nicht-christlichen Festivals spielt. Wer weiß, was dort vor sich geht? Es könnte sogar sein, dass sich dort Menschen Drogen in den Mund stecken!!!!
 
3 / 5 Sterne


 
Re5a – Triune"
 
Re5a ist mit seiner Trap-Single „My God is So Fresh“ in die christliche Tanzmusikszene eingedrungen und seitdem zu Christenstep zurückgerudert. Re5a zeigt uns, dass es in Ordnung ist, in so einem Drogen-getriebenen Umfeld clean zu sein.

Sein Album Triune ist eine Referenz an die heilige Dreifaltigkeit, und sein Name ist das spanische Wort für „beten“. In seinen eigenen Worten: „Bei dieser EP habe ich einen Reggae Sub-Bass Flow an Beats kreiert, die dich einladen, einen gechillten und doch aggressiven Weg zu finden, Jesus durch Tanz und Musik zu huldigen.“
 
4 / 5 Sterne

 
Graphite412 – Lux Aeterna: Sounds for Sojourners Enlisted in Heaven"
 
Graphite412 ist der am wenigsten bekannte Künstler auf dieser Liste, obwohl sein Remix von „Only Jesus“ letztes Jahr ziemlich groß in christlichen Kreisen war. Aber mit dem ganzen christlichen Dubstep im Radio in diesen Tagen, ist es schön mal etwas anderes zu hören, oder? Graphite412 nennt sich selbst „Christian Dronestep“, wie die schweren Synths und Wobble von T-Polar, nur angereichert mit der Wärme unseres Herrn und Erlösers, Jesus Christus.
 
4 / 5 Sterne

 
W.O.W. Words of Wisdom Records – Christian Dubstep"
 
Wenn ihr neu im Christen-Dubstep seid, dann ist das hier ein großartiges Sammelwerk von den Jungs von Words of Wisdom Records, um einen generellen Einblick zu bekommen. Und mit einem so dezenten und künstlerischen Albumartwork, ist es ziemlich einfach zu erraten, warum die Leute sich dafür begeistern. Der beste Track ist ohne Zeifel: „O Praise Him“.  
 
3 / 5 Sterne

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